Erkältung: Wiki

Wie erkältet man sich?

© PantherMedia / Tom Baker

Jeder Deutsche leidet im Durchschnitt mehrmals im Jahr an einer Erkältung (grippaler Infekt). Gehäuft treten diese in den Wintermonaten auf, doch auch im Sommer können Erwachsene und Kinder eine Erkältung bekommen.

Wie erkältet man sich? Welche Ursachen dafür infrage kommen und wie diese biologisch betrachtet zu einer Erkältung führen, wird im Folgenden erläutert.

Ursachen und Risikofaktoren

Obwohl das Wort Erkältung schon impliziert, dass Feuchtigkeit und Kälte für die Erkrankung verantwortlich sind, ist dies ein Irrglaube. Zwar haben Versuche ergeben, dass Kälte Symptome wie Schnupfen (Rhinitis) und Husten (Tussis) begünstigen kann, doch der eigentliche Auslöser besteht im Zusammentreffen von Viren (Adeno-, Rhino-, Parainfluenza-, Coxsackie-Viren) und einem geschwächten Immunsystem.[1]

Das Immunsystem kann durch verschiedene Dinge geschwächt werden:

  1. Unterkühlung im Winter
  2. Stress
  3. Schlafmangel
  4. Rauchen
  5. Alkohol
  6. Krankheiten
  7. Ungesunde Ernährung

Liegt ein geschwächtes Immunsystem vor, kann die Ansteckung mit potentiell erkältungsauslösenden Viren auf verschiedene Arten erfolgen:

  • Durch Tröpfcheninfektion: Erreger werden von bereits Infizierten durch Husten, Niesen und Sprechen in die Luft übertragen, die gesunde Menschen dann einatmen (sog. feuchte Infektion).
  • Durch Kontaktinfektion (mechanische Okklusion): Viren befinden sich vermehrt an den Händen von erkälteten Personen und werden so auf öffentlichen Türklinken, Haltevorrichtungen im Bus und beim Händeschütteln übertragen. Über die Hand gelangen die Erreger dann auf die Schleimhäute von Mund, Auge und Nase und so in den Körper. [2]
    Besonders problematisch ist die Tatsache, dass infektiöse Viren mehrere Stunden auf der Hautfläche oder der Oberfläche von Gegenständen überleben können. [3]

Bei großen Menschenansammlungen, in geschlossenen Räumen und an öffentlichen Plätzen haben es die Viren besonders leicht, sich schnell auszubreiten. Sind die Erkältungsviren erst einmal auf die Hals-, Nasen-, Rachenschleimhäute gelangt, lösen sie dort entzündliche Prozesse hervor (Laryngitis, Rhinitis, Pharyngitis).

Biologischer Zusammenhang

Erkältungen treten insbesondere in den nasskalten Wintermonaten auf. Grund dafür ist, dass in einem unterkühlten Körper auch die Schleimhäute weniger gut durchblutet sind und so weniger Schutz vor Erregern besteht. Besonders in abgeschlossenen warmen Räumen können sich die Erkältungsviren über Aerosole durch die Luft besonders effektiv ausbreiten.

Schlafmangel, psychischer und körperlicher Stress machen das Immunsystem weniger leistungsstark und den Körper infektionsanfälliger.[4] Dabei wird das körpereigene Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, welches das Immunsystem unterdrückt.

Der Alkoholabbau in der Leber ist ebenfalls ein sehr energieaufwändiger Prozess durch den der Körper geschwächt wird. Rauchen schädigt sogar direkt die körpereigene Reinigungsfunktion des Atemtrakts (Mukoziliäre Clearance), die unter anderem für das Ausschwemmen von Erregern aus dem Körper verantwortlich ist. Beim Konsum von Alkohol und Zigaretten steigt somit die Infektanfälligkeit stark an.

Tipps zur Vorbeugung

Der effektivste Schutz vor einer Ansteckung und Erkältung gelingt durch die Vermeidung von Virenkontakt, zum Beispiel durch Händewaschen, und durch Stärkung des Immunsystems. Dazu gehören eine gesunde Ernährung (Obst, Gemüse), kein Alkohol-und Zigarettenkonsum und Bewegung an der frischen Luft. Auch psychischer Stress, zum Beispiel auf der Arbeit, sollte vermieden werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung