Grippe: Im Alltag

Bei Grippe baden?

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Die echte Grippe (Virusgrippe, Influenza) ist eine Infektionskrankheit der Atemwege, die durch das Influenza-Virus verursacht wird. Die Grippe stellt eine starke Belastung für den gesamten Körper dar, deshalb sollte auf einige Tätigkeiten während einer Grippe verzichtet werden. Dazu zählt auch ein heißes Bad, denn dieses stellt im Zuge der Erkrankung eine zu große Belastung für den Körper dar.

Was die Grippe für den Körper bedeutet, warum auf das Baden verzichtet werden sollte und was für Risiken bestehen, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Seit langer Zeit zählt das sogenannte Erkältungsbad zu den beliebtesten Heilmitteln gegen die Beschwerden bei Infektionskrankheiten. Diese Empfehlung gilt jedoch nur für eine Erkältung, nicht für eine Grippe. Eine Grippe muss deutlich von einer Erkältung unterschieden werden. Eine Erkältung ist zwar ebenfalls eine Infektionskrankheit, sie geht aber mit deutlich geringeren Beschwerden als eine Grippe einher. Bei einer Erkältung beruht der positive Effekt darauf, dass die Durchblutung angekurbelt wird und gleichzeitig die Muskulatur entspannt.[1]

Wer unter starker Grippe Symptomatik mit Fieber leidet, sollte auf ein heißes Bad verzichten.

Bei einer beginnenden Grippe mit nur leichten Symptomen kann ein Bad genommen werden, solange dies nicht über 38 °C warm ist. Es sollte aber unbedingt auf ein Bad verzichtet werden, wenn:

  • Fieber (Pyrexie) auftritt
  • Starke Glieder- und Kopfschmerzen (Cephalgie) bestehen
  • Atemprobleme oder Luftnot auftreten

Bei älteren Menschen, Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen ist die Belastung, die ein heißes Bad darstellt, noch einmal höher einzuschätzen. Bei ihnen sollte also auch bei eichten Beschwerden, die auf einen Infekt hinwiesen könnten, vorsichtshalber auf ein Bad verzichtet werden.[2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Bei einer Grippe wird das Abwehrsystem des Körpers aktiviert, um die Krankheitserreger zu eliminieren und aus dem Körper zu beseitigen. Für diese Abwehr benötigt der Körper extrem viel Kraft. Jede zusätzliche Belastung wie etwa Stress oder Sport können dabei eine Überlastung für den Körper darstellen. Genauso verhält es sich bei einer Grippe auch mit dem Baden: Der Körper muss der von außen zugeführten Wärme dann unter großer Anstrengung entgegenwirken. Dies belastet den Kreislauf möglicherweise zu stark und kann die Krankheitssymptomatik so noch verschlimmern.[3]

Risiken

Ein weiteres Risiko besteht darin, nach dem Baden auszukühlen. War das Wasser sehr warm und wird der Körper nach dem Bad nicht direkt eingepackt, stellt schon allein dieser Temperaturunterschied eine starke Belastung für den Körper dar. Wird der Körper nach dem Baden nicht richtig abgetrocknet oder nicht sofort warm in ein Handtuch oder einen Bademantel eingepackt, besteht die Gefahr der Unterkühlung. In einem solchen Fall haben die Grippe-Erreger es leichter, sich weiter im Körper auszubreiten. Anstatt die Symptome zu mindern, kann Baden bei Grippe so sogar die Beschwerden verstärken.[4]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe