Grippe: Im Alltag

Grippe & Stillen

© PantherMedia / Jiri Hera

Ist das Stillen bei einer echten Grippe (Virusgrippe, Influenza) gefährlich? Grippeviren werden selten bis gar nicht an den Säugling durch die Muttermilch weitergegeben. Mütter können daher im Normalfall ihr Neugeborenes während einer Grippe ohne Bedenken weiter stillen. Es sollte jedoch aufgepasst werden, dass der Säugling nicht durch eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion angesteckt wird.[1]

Wieso es nicht zur Übertragung kommt und welche Gefahren bestehen, soll im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten

Bei einer Erkrankung der Mutter wird oft dazu geraten, abzustillen, dies kann jedoch kontraproduktiv sein. Da zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung meist ein bestimmter Zeitabstand liegt (Inkubationszeit), ist das Kind schon vor den ersten Grippesymptomen der Mutter mit den Erregern in Kontakt gekommen. Influenzaviren werden selten an den Säugling durch das Stillen weitergegeben. Weiterhin enthält die Muttermilch, neben wichtigen Nährstoffen, viele Antikörper, die wichtig für das Immunsystem des Kindes in den ersten Monaten nach der Geburt sind. Bei einer Infektion des Kindes können diese Antikörper bei dem Säugling, falls es zur Ansteckung kommt, zu einem milderen Krankheitsverlauf führen oder einen Krankheitsausbruch verhindern.[2]

Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sich das Kind nicht über andere Ansteckungswege mit der Grippe infiziert. Diese wären über eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Es sollte besondere Vorsicht darauf gegeben, mit welchen Gegenständen das Kind in Kontakt kommt, vor allem welche es in den Mund nimmt. Die Mutter sollte sich häufig die Hände waschen und auch die vom Kleinkind. Gemeinsam genutztes Spielzeug sollte vor der Benutzung gewaschen und desinfiziert werden, vor allem wenn das Neugeborene dazu neigt, diese in den Mund zu nehmen.[3]

Die Einnahme von Medikamenten sollte vorher mit dem Arzt abgeklärt werden, ist aber bei den meisten Medikamenten problemlos und ohne Nebenwirkungen für das Kind. Die Medikamente sollten jedoch nach dem Stillen genommen werden, damit sich der Wirkstoffgehalt bis zum nächsten Stillen weitgehend reduziert hat.[4]

Biologischer Zusammenhang

In der Muttermilch lassen sich Immunoglobuline (Antikörper) gegen Krankheiten finden, mit denen die Mutter in Kontakt gekommen ist, oder auch geimpft wurde. Dadurch wird der Säugling in den ersten Lebensmonaten gegen Krankheiten geschützt, bevor das eigene Immunsystem in der Lage ist, Erreger abzuwehren.[5]

Viren vermehren sich intrazellulär und da die Muttermilch selbst aus Zellen besteht, besteht das Risiko, dass sich die Krankheit dadurch auf das Kleinkind überträgt. Muttermilch verfügt jedoch über einen starken antiviralen Effekt, der die Infektion des Kindes verhindert. Der relativ hohe Anteil an freien Fettsäurengreift die Virushülle der Erreger an, löst diese auf und verhindert dadurch das Andocken des Virus an die Zelle, wodurch eine Infektion verhindert wird. Die RNA und Proteine bleiben jedoch unangetastet.[6]

Zu beachten

Die Mutter sollte besonders auf ihre Hygiene achten und beim Einsatz von Grippemedikamenten unbedingt immer vorher einen Arzt aufsuchen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe