Grippe: Im Alltag

Fliegen bei Grippe

© PantherMedia / Diana Nikolova

Die beim Fliegen in einem Flugzeug entstehenden Druckunterschiede zwischen Mittelohr und der Umgebung werden normalerweise durch einfaches Schlucken oder Gähnen ausgeglichen. Bei einer Grippe kann es jedoch zu Störungen dieses wichtigen Mechanismus kommen, was in schlimmen Fällen Verletzungen des Trommelfells nach sich ziehen kann.

Medizienische Fakten:

Eine echte Grippe (Inflenza) wird durch das Influenzavirus verursacht und zeichnet sich durch einen sehr plötzlichen Beginn mit Husten, Halsschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen sowie Erbrechen und Durchfall aus.

Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen in der Regel 1-3 Tage. Häufig kommt es neben der bereits vorhandenen viralen Infektion zu einer zusätzlichen bakteriellen Besiedelung der Schleimhäute, wobei schleimig-eitriges Sekret gebildet werden kann.[1]

Da sich beim Fliegen der Luftdruck in der Umgebung ändert, ist der Druck im Mittelohr relativ zu seiner Umgebung erhöht bzw. erniedrigt und muss ausgeglichen werden. Dies ist vor allem beim Anstieg und im Sinkflug eines Fluges von Bedeutung.[3] Ein Ausgleich erfolgt beim Gesunden über Gähnen oder Schlucken. Im Rahmen einer Grippe kann dieser Ausgleichsmechanismus gestört sein.

Es kann dann, selten aber doch, zum so genannten „Barotrauma“ kommen. Dieses kennzeichnet sich durch Druckgefühl im Ohr, Ohrenrauschen, Schwindel sowie seltener Gehörlosigkeit.[4]

Biologischer Zusammenhang:

Im oberen Rachenraum befindet sich der Eingang zur Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii, Eustachische Röhre). Dieser etwa 4cm lange Gang ist mit Schleimhaut ausgekleidet und verbindet den Rachen mit dem Mittelohr. Im ruhenden Zustand ist er geschlossen, öffnet sich aber jeweils kurz beim Gähnen oder Schlucken. Er hat unter anderem die Aufgabe, den Druck im Mittelohr an die sich ändernden äußeren Druckverhältnisse (besonders wichtig beim Tauchen oder Fliegen) anzupassen.[6]

Breitet sich eine Infektion des Nasen- und Rachenraumes in Richtung Mittelohr aus, geschieht dies über die Ohrtrompete. Die Schleimhaut in der Ohrtrompete schwillt an, in weiterer Folge ist ein öffnen und somit auch ein Druckausgleich im Mittelohr nicht mehr möglich (Tubenkatarrh). Auch durch den so genannten “Valsalva-Versuch“ (kräftiges Ausatmen bei verschlossenem Mund und Nase) lässt sich meist kein Druckausgleich mehr herbeiführen.[7]

Zu Beachten:

In schlimmen Fällen kann es beim Fliegen mit Grippe zu einer Schädigung des Trommelfells kommen. Auch wenn dies nur sehr selten vorkommt, sollte beim Flug auf die Symptome eines „Barotraumas“ geachtet werden.[8]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe