Erkältung: Ursachen

Erkältung (Grippaler Infekt) durch Bakterien

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Eine Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) wird in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst. In einigen Fällen kann es zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien (Superinfektion) kommen, die bei schwererem Verlauf gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden kann. Im folgenden Text sollen die medizinischen Fakten und biologischen Zusammenhänge näher dargelegt werden.

Medizinische Fakten

Ein grippaler Infekt wird meist über eine Tröpfcheninfektion durch Rhinoviren verbreitet und zeigt nach einer Inkubationszeit von 1 bis 3 Tagen zunächst ein gestörtes Allgemeinbefinden mit Frösteln, Abgeschlagenheit und teilweise Appetitlosigkeit. Nach wenigen Stunden entwickelt sich das katarrhalische Stadium mit wässriger Sekretion und Behinderung der Nasenatmung.

Im Verlauf weniger Tage verändert sich das Bild zum sogenannten mukösen Stadium. Die beschriebenen Allgemeinsymptome lassen nach und es kommt zum Eindicken des Sekrets. Nun zeigen sich die typischen Erkältungsanzeichen wie Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis) und Heiserkeit (Dysphonie).

Bei normaler Immunlage kommt es nach 5-10 Tagen zu einer vollständigen Ausheilung der Erkältung. (1)

Grippale Infekte werden dabei meist von Rhino- Adeno- oder Coronaviren verursacht. Die Beschwerden, die bei Erkältungen auftreten, können aber auch durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst werden. Da die betroffene Schleimhaut durch die Virusinfektion bereits vorgeschädigt ist, können sich Bakterien leichter ansiedeln und für eine Zweitinfektion (Superinfektion) sorgen. (2)

​Biologischer Zusammenhang

Wenn sich der Rachen durch den Befall mit beschriebenen Erkältungsviren entzündet, so wird durch diese Entzündung die Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums geschädigt. Auf dieser geschädigten Schleimhaut haben es Bakterien anschließend leichter, sich zusätzlich dort anzusiedeln und sich zu vermehren. Man spricht dann von einer bakteriellen Zweitinfektion, die ebenfalls eine bereits bestehende Entzündung verschlimmern kann. Zudem können Bakterien auch eine Infektion auslösen, ohne dass bereits eine Entzündung durch Viren vorliegt. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um sogenannte Streptokokken. Besonders Kinder im Alter zwischen fünf und 15 Jahren sind häufiger von Streptokokken-Infektionen betroffen. (3)

Zu beachten

Eine hartnäckige Entzündung des Hals- Nasen – und Rachenraums durch Bakterien lässt sich mit Antibiotika behandeln. Bei Viren hingegen, die in den meisten Fällen Verursacher von den genannten Entzündungen im Rahmen eines grippalen Infektes sind, helfen die Antibiotika nicht. Wegen möglicher Nebenwirkungen und der Gefahr, dass sich Resistenzen bilden, sollten unnötige Antibiotikagaben aber vermieden werden. Daher ist eine solche Therapie nur dann sinnvoll, wenn der Arzt festgestellt hat, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung