Erkältung: Ursachen

Erkältung nach Impfung

© PantherMedia / Khuntnop Asawachiwantorngul

Schutzimpfungen spielen bei der Vorbeugung bestimmter übertragbarer Krankheiten – wie Masern oder Tetanus – eine wichtige Rolle. Sie dienen dabei nicht nur dem Schutz des Einzelnen, sondern entfalten ihre protektive Wirkung auf die gesamte Gesellschaft. Die positive Wirksamkeit aller in Deutschland zugelassenen Impfstoffe ist in umfangreichen Studien belegt worden. In manchen Fällen allerdings kann eine Immunisierung Nebenwirkungen verursachen. Erkältungsähnliche Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen können so unter Umständen auftreten. [1]

Im Folgenden sollen medizinische Fakten, die biologischen Zusammenhänge sowie mögliche Komplikationen nach einer Impfung näher beleuchtet werden.

Medizinische Fakten

Jedes Jahr werden viele Millionen Menschen in Deutschland gegen die saisonale Influenza immunisiert. So wurden 2005 über 23 Millionen Impfdosen von Influenzaimpfstoffen vom Paul-Ehrlich-Institut freigegeben.

Die saisonale Grippeschutzimpfung basiert auf der Gabe inaktivierter Viren (=Totimpfstoff). Die WHO gibt dazu jedes Jahr eine genaue Zusammensetzung des Impfstoffes zur Prophylaxe heraus. Daraufhin werden spezielle Impfmedikamente hergestellt und stehen dann der Bevölkerung zur Verfügung.

Der Impfstoff wird in der Regel in die Oberarmmuskulatur injiziert und ist gut verträglich.

Im Rahmen der ablaufenden Immunreaktion kann es trotzdem zu einer lokalen Reizung im Bereich der Impfstelle kommen. Erkältungsähnliche Allgemeinsymptome mit Müdigkeit, Gliederschmerzen, Frösteln oder Fieber können sich in einer Minderheit der Fälle ebenso präsentieren. Allerdings sollte es innerhalb von 1-2 Tagen zur vollständigen Rehabilitation kommen. [2]

Von den zwar unangenehmen, doch ungefährlichen Impfreaktionen sind die meldepflichtigen Impfkomplikationen abzugrenzen. Diese treten nur sehr selten auf, können aber eine vitale Bedrohung für den Organismus darstellen.

Biologischer Zusammenhang

Bei den konventionellen Schutzimpfungen handelt es sich um Formen der Aktiv-Impfung. Ziel ist der Aufbau einer dauerhaften Immunität gegen den jeweiligen Erreger. Das bedeutet, dass entweder noch lebende, abgeschwächte oder abgetötete Erreger gezielt in den Organismus gebracht werden. In der Folge kommt es dann zu einer Immunreaktion gegen diese Fremdkörper (Antigene). Man spricht dabei auch von der Primärantwort. Spezielle Immunzellen (B-Lymphozyten) bilden nun spezifische Antikörper gegen das Antigen. Gleichzeitig werden sogenannte B-Gedächtnis-Zellen gebildet, die bei einer möglichen erneuten Konfrontation mit dem spezifischen Antigen – so im Fall einer Ansteckung mit dem Erreger – wesentlich schneller und effektiver reagieren können (Sekundärantwort). Im Idealfall geschieht dieser Immunisierungsmechanismus ohne das Auftreten von Krankheitssymptomen.

Erkältungssymptome nach einer Immunisierung können u.a. bei einer Impfung gegen die saisonale Influenza in Erscheinung treten. [3]

Zu beachten

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert-Koch-Institut stellt in ihrem jährlich aktualisierten Impfkalender für alle Menschen ab dem 60. Lebensjahr, Schwangeren und Personen mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko (u.a. bei. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus) eine Empfehlung zur Impfung gegen die saisonale Grippe.

Impfungen zählen zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin und schützen das Leben von Millionen von Menschen. Die Nebenwirkungen der Schutzimpfungen stehen in keinem Verhältnis zu den Nebenwirkungen bzw. Komplikationen der Krankheiten welche sie verhindern.

Generell sind ernsthafte Komplikationen bei einer Impfung selten.

Eine Behandlung möglicher Nebenwirkungen ist meist nicht indiziert, da innerhalb von 1-2 Tagen begleitende grippeähnliche Symptome wieder verschwinden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung