Erkältung: Ursachen

Erkältung nach Rauchstopp

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Laut einer Studie der Universität London steigt zwei bis drei Wochen nach einem Rauchstopp die Anfälligkeit für die Entwicklung verschiedenster Erkältungssymptome, wie etwa Halsschmerzen, Husten, verstopfter Nase, Schüttelfrost, Fieber oder auch Kopfweh.

Obwohl es sich bei der Studie um die erste handelt, welche einen eindeutigen Anstieg der Erkältungssymptomatik nach Rauchstopp zeigen kann, sind die Resultate ein klarer Beweis für einen Zusammenhang dieser Ereignisse.[1]

Dieser Text soll über medizinische und biologische Fakten sowie Behandlungsmöglichkeiten bei durch Rauchstopp induzierten Erkältungen aufklären.

Medizinische Fakten

Die oben genannte Studie untersuchte insgesamt 174 Frauen und Männer nach deren endgültigem Rauchstopp nach einer Woche, zwei und sechs Wochen.

Die Studienteilnehmer wurden an jedem Termin nach folgenden vorhandenen Erkältungssymptomen befragt: Halsschmerzen, Husten, verstopfte Nase, Niesen, Fieber, Blässe, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Katarrh, Schüttelfrost, Ohrenschmerzen sowie Hörminderung.

Man fand heraus, dass in diesen sechs untersuchten Wochen das Auftreten von Erkältungssymptomen eindeutig anstieg, eine besonders signifikante Erhöhung wurde in der ersten bis dritten Woche nach Rauchstopp dokumentiert.

Während in der ersten Woche vor allem das Auftreten von Halsschmerzen, Husten und Niesen im Vordergrund stand, kam in der zweiten Woche noch vermehrt auftretende Blässe hinzu.

Sechs Wochen nach Rauchstopp zeigten sich vorwiegend Symptome wie Ohrenschmerzen, Blässe, Katarrh und Kopfschmerzen, jedoch war die Symptomhäufigkeit nach diesem Zeitraum weitaus geringer als nach den ersten drei Wochen.[1]

Biologischer Zusammenhang

Die Ursache für das Auftreten der vermehrten Erkältungssymptome nach einem Rauchstopp ist nicht genau klar, man vermutete jedoch einen Zusammenhang zu einer Reduktion von Immunglobulin A im Speichel von Personen nach Rauchstopp.

Bei Immunglobulinen handelt es sich um von speziellen Lymphozyten (Plasmazellen) gebildete, Y-förmige Antikörper, welche eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen.

Das Immunglobulin A (IgA) wird auch sekretorisches Immunglobulin genannt, da seine Konzentration vor allem in Sekreten, wie Speichel oder Tränenflüssigkeit, sehr hoch ist.

IgA stellt aufgrund seines Vorkommens eine wichtige Schleimhautbarriere dar, indem es über Schleimhäute eindringende Keime abfangen und entfernen und somit Infektionen vorbeugen kann.[2]

Im Speichel der untersuchten Personen wurden sehr geringe Level an IgA innerhalb der ersten sieben Tage nach Rauchstopp entdeckt. Etwa zwei Wochen nach Rauchentwöhnung normalisierten sich die IgA Werte jedoch wieder.[3]

Aus diesen niedrigen Werten resultiert eine verringerte Schleimhautbarriere für Erreger wie verschiedenste Erkältungsviren (Rhinoviren, Adenoviren), wodurch eine erhöhte Erkrankungsrate erklärt werden kann.

Behandlung

Da die beschriebenen Symptome durch einfache virale Infektionen bedingt sind (die Viren können durch die niedrigen IgA Spiegel lediglich leichter in den Körper eindringen) muss keine spezielle Therapie vorgenommen werden. Bei besonders starken Beschwerden kann jedoch symptomatisch behandelt werden.[4] Allgemein sollten die Erkältungszeichen nicht länger als maximal sechs Wochen nach Rauchstopp auftreten.

Zu beachten

Besonders für Personen welche mit dem Rauchen aufhören möchten, ist es wichtig zu beachten, dass nach Rauchstopp eine erhöhte Empfänglichkeit für virale Infektionen besteht. Durch eine richtige psychische Vorbereitung auf diese möglichen Komplikationen ist die Erfolgsrate eines Rauchstopps deutlich erhöht. [1]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung