Erkältung: Ursachen

Erkältung (Grippaler Infekt) durch Viren

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In 95 % der Fälle wird eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt durch Viren ausgelöst. Dabei können über 200 verschiedene Viren als Verursacher des Infekts auftreten. Bakterielle Erreger spielen lediglich eine untergeordnete Rolle. In den meisten Fällen wird die fieberhafte Allgemeinerkrankung durch Rhinoviren, seltener durch Corona-, Parainfluenza- oder Adenoviren bedingt.

Im folgenden Artikel werden wichtige Informationen zur Erkrankung, der begleitenden Symptomatik und mögliche Therapieansätze vorgestellt.

Allgemein

Die Begriffe der viralen Erkältung und des grippalen Infekts werden in der Medizin synonym verwendet.

Für die Erkrankung gilt ein gehäuftes Auftreten in den kalten Jahreszeiten von Herbst bis Frühling. Die Inkubationszeit der Erkältung beträgt etwa 1 bis 2 Tage. Anschließend kommt es zur typischen Erkältungssymptomatik.

Symptome

Als erste Krankheitszeichen können gelegentliches Kratzen im Hals und Frösteln ohne ersichtlichen Grund in Erscheinung treten. Der weitere Verlauf ist charakterisiert durch die klassische Erkältungssymptomatik mit Abgeschlagenheit und Gelenkschmerzen, häufig begleitenden Kopf- oder Rückenschmerzen, sowie Fieber (bis 39°C), das über mehrere Tage anhalten kann. Entzündungen der Schleimhäute der oberen Atemwege treten auf und häufiges Niesen und eine laufende Nase dominieren das Krankheitsbild. In Einzelfällen sind Kreislaufregulationsstörungen mit niedrigen Blutdrücken ebenso wie krankheitsassoziierte Durchfälle möglich. Die Dauer der Erkältung beträgt im Durchschnitt etwa 7 Tage.

Zu beachten bleibt, dass über die Dauer der Symptome hinweg ein erhöhtes Risiko der Erregerübertragung durch Tröpfcheninfektion auf die Mitmenschen besteht.

Diagnostik

Wegweisend ist die klinische Präsentation. Die Diagnose wird an Hand der Symptome und der körperlichen Untersuchung gestellt. Zusätzlich können Laborparameter mit besonderem Augenmerk auf eine vorhandene Entzündung erfasst werden.

Therapie

Im Gegensatz zu den bakteriellen Infekten ist bei einem viralen Infekt eine kausale Therapie nur sehr eingeschränkt möglich. Das menschliche Abwehrsystem muss vielmehr dem Virus selbstständig begegnen. Die Therapie erfolgt daher nur symptomatisch. Wichtig sind hierbei Bett- und Arbeitsruhe, Sportkarenz, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und bei Bedarf schmerzlindernde bzw. fiebersenkende (analgetisch/ antipyretisch wirksame) Medikamente.

Schleimlösende Substanzen oder Hustenstiller (Antitussiva) können eingesetzt werden, verkürzen jedoch nicht die Dauer der Erkältung. Sie dienen ausschließlich der Linderung der Symptome.

Da Antibiotika keinen Effekt gegenüber Viren zeigen, ist eine antibiotische Therapie nicht indiziert. Sollte die Gefahr einer zusätzlichen bakteriellen Infektion bestehen, könnte allerdings über den Einsatz eines Antibiotikums nachgedacht werden.

Ein grippaler Infekt ist in der Regel selbstlimitierend und aus medizinischer Sicht unbedenklich. Sollte sich der Verlauf allerdings als ungewöhnlich schwer darstellen, es zu Ohrenschmerzen (Verdacht auf eine Mittelohrentzündung) oder zu blutigem Husten (Hämoptyse) kommen, ist die Vorstellung beim Allgemeinmediziner ratsam.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung