Erkältung: Ursachen

Erkältung durch Klimaanlage?

© PantherMedia / saravut tunneekul

Eine Erkältung (grippaler Infekt oder „common cold“) tritt meist in den Herbst – und Wintermonaten auf, doch entstehen etwa 20 Prozent der Erkältungen im Sommer.[1] Ein möglicher Grund dafür ist der Einsatz von Klimaanlagen. Der folgende Text gibt einen Überblick über die Gründe, warum Klimaanlagen zu einer Erkältung führen können und wie diese sich vermeiden lässt.

Medizinische Fakten

Der Einsatz von Klimaanlagen ist mit einem erhöhten Auftreten von Erkältungen und Atemwegsinfektionen verbunden. Einerseits führt die kalte und trockene Luft aus der Klimaanlage zu einer Schädigung der Schleimhäute. Andererseits bieten Klimaanlagen aufgrund ihrer technischen Beschaffenheit gute Überlebens- und Vermehrungsbedingungen für Keime.[2,3]

Die Symptome einer Erkältung, die durch Klimaanlagen hervorgerufen wird, ähneln grundsätzlich denen einer gewöhnlichen Atemwegsinfektion. Es kann zu Schnupfen, Atembehinderungen durch eine verstopfte Nase, Halskratzen – oder -schmerzen und Husten kommen. In weiterer Folge sindHeiserkeit, Schluckbeschwerden, ein schweres Krankheitsgefühl sowie Kopfschmerzen undFieber möglich. Darüber hinaus kann es auch zu muskulären Verspannungen kommen, wenn freiliegende Haut und die darunterliegende Muskulatur durch die Zugluft abgekühlt wird.[4]

Biologischer Zusammenhang

Klimaanlagen erzeugen oftmals große Unterschiede zwischen Außen- und Innenraumtemperatur. Der Körper hat Schwierigkeiten, sich großen Schwankungen in kurzer Zeit anzupassen: DieSchleimhäute von Nasen-, Mund- und Rachenraum kühlen ab, außerdem entziehen Klimaanlagen der Luft Feuchtigkeit, wodurch die Schleimhäute austrocknen.[1] Diese Mechanismen führen dazu, dass die oberen Atemwege anfälliger für Erkältungsviren wie Rhinoviren, Adenoviren, Parainfluenza-Viren und andere Erreger werden und vermehrt Erkältungserscheinungen verursachen.[5]

Das Funktionsprinzip einer Klimaanlage beinhaltet, dass sie der warmen Luft Feuchtigkeit entzieht.[2] Die Wärme und Feuchtigkeit müssen abgeleitet werden und so ergeben sich aus technischen Gründen ein warmer und ein kalter Bereich an einer Klimaanlage.[2] Dieses gemischte Milieu bietet sehr gute Überlebens- und Wachstumsbedingungen für Keime (Verkeimung). Daher werden Klimaanlagen oftmals auch als „Virenschleudern“ bezeichnet.[3] Ist eine Klimaanlage zudem schlecht gewartet und besonders feucht, bieten sich noch bessere Bedingungen für Erkältungserreger.[3]

Zu beachten

Als vorbeugende Maßnahme ist es sinnvoll, den Einsatz der Klimaanlage zu vermeiden oder – wenn möglich – diese nicht unter 20 Grad Celsius einzustellen. [2,4] Der Unterschied der Außentemperatur zur Innenraumtemperatur sollte nicht mehr als sechs Grad Celsius betragen.[2,4]Wärmende und/oder hochgeschlossene Kleidungsstücke sowie ein Schal können helfen, den kalten Luftstrom abzuwehren. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr (z.B. durch vermehrtes Trinken warmer Tees) beugt der Austrocknung der Schleimhäute vor. Auch das Befeuchten der Raumluftkann diesbezüglich hilfreich sein.[6]

Bei jungen und gesunden Menschen nimmt eine Erkältung in der Regel einen leichteren Verlaufund die Beschwerden klingen normalerweise innerhalb von einer Woche ab. Bei ihnen sind meistsymptomorientierte, lindernde Maßnahmen ausreichend. Menschen mit einem vorgeschädigten Immunsystem, beispielsweise ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungendes Herzens oder der Lunge, können schwerere Erkrankungsverläufe aufweisen. Beispielsweise kann eine Erkältung in eine Lungenentzündung übergehen. Dies trifft ebenso auf Säuglinge und Kleinkinder zu, deren Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Bei länger andauernden Beschwerden, Beschwerdezunahme, Fieber über 39° Celsius, ausgeprägtem Krankheitsgefühl, Lymphknotenschwellungen und Schluckbeschwerden sollte in jedem Fall ein Hausarzt aufgesucht werden.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung