Halsschmerzen: Im Alltag

Halsschmerzen (Abends)

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Halsschmerzen sind ein Symptom, das häufig durch eine viral (80%) oder bakteriell (20%) verursachte Entzündung hervorgerufen wird [1].

Besonders im Herbst und Winter ist die Luft trocken, wodurch die Schleimhaut schlechter durchblutet wird und schneller austrocknet. Das erleichtert es den Erregern, sich im Mund- und Rachenraum auszubreiten.

Halsweh ausschließlich am Abend ist jedoch eher ungewöhnlich. In diesem Artikel wird auf allgemeine Ursachen und Behandlungen eingegangen, aber mit besonderem Augenmerk auf abendliche Beschwerden.

Ursachen für Halsschmerzen am Abend

Neben einer Erkältung können auch andere Faktoren zu Halsschmerzen führen.

Mechanische Beanspruchung verursacht manchmal Halsschmerzen. Es reicht bei bereits gereizter Schleimhaut lautes Reden, Staub oder Rauchen (auch passiv) aus, um sie auszulösen.
Es sollte darauf geachtet werden, ob bestimmte Situationen den Halsschmerz verstärken oder verursachen.

Tritt der Halsschmerz besonders in der Wohnung oder verrauchten Räumen auf? Dann könnte die trockene Luft oder die Schmutzpartikel eine Ursache sein.

Wurde vorher etwas gegessen? Es gibt, besonders bei Baumpollenallergikern, eine Unverträglichkeit gegen rohes Obst (Kiwi, Apfel, Melone) und Nüsse. Diese äußert sich meist sofort in Schwellungen, Juckreiz oder Brennen des Mund- und Rachenbereichs. Reaktionen auf den Magen- Darm- Trakt und die Haut treten oft erst später auf, wodurch sie schwieriger einzuordnen sind. Grund für diese allergieassoziierte Lebensmittelunverträglichkeit ist eine Kreuzreaktion. Die Baumpollen werden vom Körper bekämpft, wobei er Antikörper gegen die Pollenproteine bildet. Die Proteine der nicht vertragenen Lebensmittel sehen denen der Pollen so ähnlich, dass der Körper auch auf sie reagiert. Eine Kreuzreaktion tritt bei 60% der Pollenallergiker auf [2].

Sollte eine Allergie bekannt sein, ist es sinnvoll herauszufinden, welche Lebensmittel nicht vertragen werden [3].

Wenn zusätzlich Heiserkeit auftritt, könnte das auf eine Entzündung des Kehlkopfes hindeuten (Laryngitis). Diese entsteht durch eine Entzündung und Schwellung auf den Stimmlippen, wodurch ihre Schwingfähigkeit eingeschränkt wird. Das führt zu einer fehlerhaften Tonbildung, was sich in einer heiseren Stimmbildung zeigt. In den meisten Fällen handelt es sich um eine akute, meist durch Viren hervorgerufene Entzündung. Es kann sich jedoch auch chronifizieren oder durch Sodbrennen entstehen [4].

Sodbrennen bezeichnet das Zurückfließen (Reflux) der Säure aus dem Magen. Gefördert wird dies besonders durch bestimmte Lebensmittel, aber auch durch Rauchen. Der Reflux äußert sich in einem unangenehmen, brennenden Schmerz im Halsbereich [5]. Werden säurefördernde Maßnahmen vor allem am Abend gemacht, könnte das die Ursache sein.

Infektiöse Ursachen

Durch die Atemluft gelangen häufig Bakterien und Viren in den Körper, doch nicht jeder Erreger macht krank. Im Mund- und Rachenraum gibt es viele lymphatische Drüsen, wie die Mandeln. Sie gehören zum Immunsystem und bekämpfen die Eindringlinge schon frühzeitig [6].

Ist das Immunsystem geschwächt, wird diese natürliche Schranke von manchen Erregern überwunden. Dann besiedeln sie die Rachenschleimhaut, Mandeln, Stimmbänder und den Kehlkopf und lösen eine Entzündungsreaktion aus. Der Körper wehrt sich gegen die Eindringlinge, indem er die Durchblutung erhöht und Abwehrzellen in den betroffenen Bereich schickt. Dadurch erscheint der Hals rot, manchmal sogar eitrig und das Gewebe schwillt an. Durch die Schwellung werden Nerven gereizt, die dann den Schmerz verursachen [5].

In der Regel halten Halsschmerzen ca. 3–5 Tage an und klingen dann von selbst wieder ab [7].

Sind die Mandeln befallen, dauert die Erkrankung meist länger. Eine Mandelentzündung (Tonsillitis) wird häufig durch gerötete Mandeln und Schluckbeschwerden angezeigt [8].

Sollten jedoch weitere Symptome dazukommen (plötzliche, wiederkehrende Halsschmerzen, hohes Fieber, massive Schluckbeschwerden, Atemnot etc.), sollte direkt ein Arzt aufgesucht werden [7].

Behandlung von Halsschmerzen am Abend

Allgemeine Maßnahmen

Im Vordergrund stehen allgemeine Maßnahmen. Der Betroffene sollte darauf achten, seinen Körper zu schonen und genügend Pausen einzulegen.

Wenn die betroffene Person raucht, sollte sie das besonders am Abend unterlassen oder minimieren. Rauch trocknet die Schleimhaut zusätzlich aus und reizt sie. Bei trockener Raumluft können breite Schalen mit Wasser Abhilfe schaffen. Das verdunstete Wasser feuchtet die Luft an. Auch viel Lüften oder mit offenem Fenster schlafen kann sich positiv auf die Schleimhäute auswirken. Viele kleine Trinkportionen über den Tag hinweg helfen, den Hals zu befeuchten und Erreger wegzuspülen. Abends sollte direkt vor dem Schlafen gehen noch etwas getrunken werden.
Bei Sodbrennen sollte man am Abend auf säurefördernde Speisen verzichten (Schokolade, fettiges Essen, Kaffee, Alkohol) [9]. Hilfreich ist es auch, nicht direkt vor dem Schlafen zu essen und den Oberkörper beim Schlafen erhöht zu lagern. So läuft die Säure nicht so schnell in die Speiseröhre. Wenn die Beschwerden sehr unangenehm werden, sollte man Rat beim Gastroenterologen suchen (Facharzt für den Bereich Magen-Darm).

Die Kreuzreaktion einer Allergie lässt sich nicht direkt therapieren. In erster Linie sollte das Nahrungsmittel gemieden werden. Bei Obst entsteht die Reaktion oft nur im rohen Zustand. Ein frischer Apfel wird nicht vertragen, während ein Apfelkuchen oder Apfelmus keine Beschwerden bereiten. Man sollte aber nicht komplett auf alles verzichten, da es zu Mangelernährung kommen kann. Vielmehr sollte vorsichtig die persönliche Toleranzschwelle oder Alternativen gefunden werden [2]. Die Reaktion ist nicht auf alle Nahrungsmittel gleich stark. Sogar die Sorte des Apfels kann eine Rolle spielen [10].

Es kann auch versucht werden, die Allergie gegen Pollen zu therapieren. Dabei werden meist die Reaktionen des Körpers auf Lebensmittel verringert. Um das zu erreichen werden heute Hyposensibilisierungen durchgeführt. Das Prinzip ist es, den Körper mit monatlich höheren Dosen an Allergenen zu konfrontieren. Dabei soll sich der Körper daran gewöhnen und die allergische Reaktion geringer werden [11].

Zu beachten

Halsschmerzen und Heiserkeit sind Warnsignale des Körpers. Sollten sie nicht nach vier Wochen verschwunden sein, ist die Vorstellung bei dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt ratsam, um die genaue Ursache zu ergründen und seltene Tumore auszuschließen.

Bei akuter oder zunehmender Atemnot muss sofort ein Notarztgerufen werden [7]!

Besonders bei Lebensmittelunverträglichkeit sollte darauf geachtet werden, denn die Lebensmittel können in seltenen Fällen (sogar beim ersten Kontakt) eine starke allergische Reaktion auslösen und sogar zu massiver Luftnot führen [2].

Auch wenn Fieber wieder ansteigt, der Mund nicht mehr richtig öffnet und die Sprache „kloßig“ wirkt, ist die Ursache eher infektiös und es sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte sich um einen Abszess handeln, eine Komplikation der Mandelentzündung, bei der sich tief im Gewebe Eiter ansammelt [12].


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen