Halsschmerzen: Im Alltag

Halsschmerzen und Sport

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Halsschmerz tritt häufig als eines der Leitsymptome bei viral bedingten Infekten wie Erkältung oder Grippe (Influenza) auf. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis). Während solch einer Erkrankung Sport zu treiben, birgt die Gefahr, den Körper – speziell das Immunsystem – zu schwächen und den Heilungsverlauf zu verzögern.[1] Im Extremfall gelangen Krankheitserreger in die Blutbahn und greifen Herz und Nieren entzündlich an.

Welche Risiken mit Halsschmerzen und Fitness genau verbunden sind, welcher biologische Zusammenhang dahintersteckt und was es zu beachten gilt, wird im Folgenden geklärt.

Medizinische Fakten

Die einzige Waffe bei Virusinfekten wie Erkältung und Grippe ist das körpereigene Immunsystem. Während einer sportlichen Aktivität werden Hormone in die Blutbahn abgegeben, die die Abwehr schwächen. Für gesunde Personen stellt dies kein Problem dar, jedoch bei bereits Betroffenen kann die Symptomatik verschlimmert werden. Grundsätzlich spielen dabei auch die Fitness der betroffenen Person und der Sportumfang eine Rolle.[2]

Generell ist die moderate Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems nicht schädlich. Durch leichte Spaziergänge an der frischen Luft wird der Körper durchwärmt und die Durchblutung gesteigert.[5] Die Wärme aktiviert das Immunsystem und bei stärkerem Durchfluss des Blutvolumens durch den Körper passieren mehr Abwehrzellen (Leukozyten) den Entzündungsort im Rachen.

Zwei bis vier Wochen nach überstandener Krankheit ist der Körper wieder voll leistungsfähig.[6]

Biologischer Zusammenhang

Halsweh ist das Zeichen für eine Entzündung im Rachenraum. Es können die oberen Schichten der Schleimhäute (akute Pharyngitis) oder die Mandeln (Tonsillitis oder Angina tonsillaris) betroffen sein.[7] Das Immunsystem verursacht nach der Besiedelung durch Krankheitserreger eine lokal begrenzte Entzündung, um die Erreger mit Hilfe von Fresszellen (Phagozyten) schnell zu eliminieren.

Sport stellt eine körperliche Belastung dar, bei der eine Entzündung (Akute-Phase-Reaktion) im Bewegungsapparat ausgelöst wird. In der Regel dauert diese Phase nur einen Tag an. Gleichzeitig werden die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet.[8] Letzteres hemmt die Herstellung bestimmter Entzündungsbotenstoffe (Interleukine) und begrenzt damit die Immunantwort:[9]

  • herabgesetzte Aktivität der Phagozyten
  • verminderte Fähigkeiten der Phagozyten und NK-Zellen (natürliche Killer-Zellen), Krankheitserreger abzutöten
  • weniger Abwehrstoffe (IgA) in Speichel und Bronchialsekret

Das Immunsystem muss an verschiedenen Orten gleichzeitig arbeiten und wird in seinem Handlungsspielraum begrenzt. Sport stellt während eines Virusinfekts daher schnell eine Überlastung dar.

Zu beachten

Unbedingt auf Sport verzichtet werden muss, wenn der Rachen nicht mehr nur gerötet ist, sondern bereits eitrige Beläge zu sehen sind. Bei starken Schmerzen sollte auch der Arztbesuch in Erwägung gezogen werden. Dies gilt ebenso, wenn Beschwerden wie Luftnot (Dyspnoe), starke Schluckbeschwerden, hohes Fieber oder Hautausschlag (Exanthem) auftreten. Personen mit Vorerkrankungen (z.B. Asthma bronchiale) ist bei Unsicherheit zum Arztbesuch zu raten.

Kann das Immunsystem die Viren nicht bekämpfen, kommt es häufig zu einem komplizierten Verlauf mit einer sekundären bakteriellen Superinfektion. Es können sich im Hals an den Mandeln Abszesse bilden (Peritonsillarabszesse) oder die Erreger gelangen in die Blutbahn (Blutvergiftung, Sepsis). Das Herz-Kreislauf-System pumpt sie durch den gesamten Körper, wo sie weitere Entzündungen auslösen. Besonders gefährlich sind Schädigungen von Herz (Endo-, Myo- oder Perikarditis) und Nieren (Glomerulonephritis).[3][4]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen