Halsschmerzen: Im Alltag

Halsschmerzen und Joggen

© PantherMedia / Dmytro Panchenko

Joggen ist Sport, wovon bei Halsschmerzen im Rahmen einer viralen Infektion wie Erkältung oder Grippe (Influenza) abgeraten wird. Die Belastung für den Körper – insbesondere die einhergehende Schwächung des Immunsystems – kann die Heilung verzögern und den Verlauf verschlimmern.[1]

Welcher biologische Zusammenhang hinter diesem Phänomen steckt und was es bei der Kombination von Halsschmerzen und dem Joggen zu beachten gibt, soll im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten

Halsschmerzen sind meist der Ausdruck für eine Entzündung des Rachens. Dabei können die Schleimhäute (Pharyngitis) oder auch die Mandeln (Tonsillitis oder Angina tonsillaris) betroffen sein. Husten, Fieber und eitriger Geschmack im Mund können Begleitsymptome sein. Oft liegt diesen Symptomen eine virale oder bakterielle Infektion zugrunde.

Es ist das körpereigene Immunsystem, das die Krankheitserreger bekämpft. Das unspezifische Immunsystem umfasst neben antibakteriellen und antiviralen Substanzen in Körperflüssigkeiten auch sogenannte Fresszellen (Phagozyten). Letztere nehmen die Keime in sich auf und töten sie mit Hilfe von Enzymen ab.

Bereits leichtes und mäßiges Laufen kann den Organismus überanstrengen und das unspezifische Immunsystem schwächen und somit einen komplikationsreichen Verlauf begünstigen.

Biologischer Zusammenhang

Bei körperlicher Belastung gehen Zellen kaputt, sodass Substanzen im Körperinneren freigesetzt werden, die sonst innerhalb der Zellen verborgen liegen. Dies löst kleine Entzündungen (Akute-Phase-Reaktionen) im ganzen Körper aus, wobei das Immunsystem vom eigentlichen Krankheitsgeschehen abgelenkt wird.

Gleichzeitig wird beim Joggen das sympathische Nervensystem des Körpers aktiviert, sodass die beiden Stresshormone Adrenalin und Cortisol vermehrt ans Blut abgegeben werden.[4] Cortisol vermindert die Herstellung bestimmter Entzündungsbotenstoffe (Interleukine), die die Fresszellen (Phagozyten) für eine schnelle Bekämpfung der Viren benötigen.

In den Körpersekreten (Speichel, Bronchialsekret) finden sich weniger Substanzen zur Erregerabwehr (IgA), sodass möglicherweise weitere Viren und Bakterien den Rachen besiedeln.[5]

Zu beachten

Halsschmerzen können sich zunächst als leichte Rötung im Rachen darstellen und dann in ein Stadium mit eitrigen Belägen übergehen. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt bei folgenden Beschwerden:

  • Luftnot (Dyspnoe)
  • starke Schmerzen
  • hohes Fieber[6]
  • Hautausschlag (Exanthem)[7]

Zu möglichen Komplikationen gehören Abszesse der Mandeln (Peritonsillarabszesse), eine Blutvergiftung (Sepsis), Entzündung von Herz (Endo-, Peri- und Myokarditis) und Nieren (Glomerulonephritis).[3]

Im Allgemeinen sollte deshalb bei Halsweh auf Sport verzichtet werden, ruhiges Spazierengehen kann sich durch das Ankurbeln des Kreislaufs und die Erwärmung des Körpers jedoch positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Nach dem Abklingen der Symptome kann das Joggen wieder aufgenommen werden. Es kann jedoch zwei bis vier Wochen dauern, bis die volle Leistungsstärke wiederhergestellt ist.[8]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen