Halsschmerzen: Im Alltag

Halsschmerzen (im Sommer)

© PantherMedia / Edyta Guhl

Halsschmerzen stellen einen häufigen Beratungsanlass in Allgemeinarztpraxen dar und treten nicht selten im Zuge von Erkältungskrankheiten in Erscheinung.

Doch obwohl erkältungsbedingte Halsschmerzen häufig zu kühleren Jahreszeiten beobachtet werden, besteht auch im Sommer das Risiko einer Infektion mit Erkältungsviren. Auch wenn das Beschwerdebild sehr häufig auf einen zugrunde liegenden grippalen Infekt zurückgeführt werden kann, ist das Spektrum anderer in Frage kommender Ursachen vielfältig.
So können sich hinter dem Symptom der Halsschmerzen auch Erkrankungen verbergen, die einer schulmedizinischen Behandlung bedürfen.

Ursachen von Halsschmerzen

Ursachen der Begleiterscheinung/ Ausprägung

Im Rahmen einer Erkältungskrankheit auftretende Halsschmerzen werden von Betroffenen oft als sehr unangenehmes Symptom empfunden. Diese verlaufen aber zumeist selbstlimitierend und klingen in vielen Fällen nach wenigen Tagen ohne besondere Therapie wieder ab.
Insbesondere Begleitsymptome, wie Schnupfen (Rhinitis) oder Hustenbeschwerden (Tussis) können auf einen grippalen Infekt als Ursache hindeuten. Dabei wird die überwiegende Mehrheit der grippalen Infekte durch akute Virusinfektionen der oberen Atemwege hervorgerufen.[1]
Bei den auslösenden Erregern handelt es sich häufig um Rhino- oder Coronaviren. Das Spektrum möglicher ursächlicher Erreger ist hier jedoch breit gefächert.[2]
Auch wenn vor allem in kälteren Jahreszeiten ein Hoch an Erkältungserkrankungen verzeichnet wird, besteht auch zu sommerlichen Jahreszeiten das Risiko, an einem grippalen Infekt zu erkranken. Ob bei einer Autofahrt mit offenem Fenster oder die trockene Luft einer Klimaanlage – auch bei heißen Außentemperaturen kann es zu einem Austrocknen von Schleimhäuten der oberen Atemwege kommen, was die Anfälligkeit für eine Erkältungskrankheit erhöht.[3] Während Halsschmerzen zwar in vielen Fällen auf einen banalen grippalen Infekt zurückzuführen ist, kann die Symptomatik jedoch ebenfalls auf dem Boden einer Rachenschleimhautentzündung(Pharyngitis), einer Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsillitis) oder einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) in Erscheinung treten.[4]
Auch Entzündungen des Kehlkopfdeckels (Epiglottitis) oder der Speiseröhre (Ösophagitis) können sich durch Halsbeschwerden äußern. Darüber hinaus können sich Halsschmerzen ebenfalls auf dem Boden von Reizungen der Atemwegsschleimhäute durch Rauchen oder durch Überbeanspruchung der Stimme entwickeln. [5]
In Anbetracht der Vielzahl in Betracht kommender Auslöser, soll im Folgenden auf den Verlauf und die Behandlung der häufigsten Halsschmerzen, der erkältungsbedingen Halsschmerzen, eingegangen werden.

Verlauf der Erkrankung je Ursache

In unkomplizierten Fällen verläuft ein grippaler Infekt in der Regel innerhalb von zwei Wochen selbstlimitierend und beginnt nicht selten mit einem leichten Kratzen im Hals.[6]
Ein Trockenheitsgefühl im Nasen- und Halsbereich mit einem Kitzeln in der Nase, sowie vermehrtem Niesreiz kann das Beschwerdebild begleiten.
Im weiteren Verlauf kommt es nicht selten zu einem Anschwellen der Schleimhäute der oberen Atemwege mit Heiserkeit (Dysphonie), Hals- und Schluckbeschwerden (Dysphagie), sowie trockenem Reizhusten (Tussis) und einer Absonderung von Sekreten. Der anfängliche Husten ohne Auswurf (unproduktiver Husten) kann sich nach einigen Tagen zu einem produktiven Husten mit Schleimlösung entwickeln.
Mit Fortschreiten einer Erkältung gewinnt das Sekret eine zunehmend zähe Konsistenz, bis die Schwellung der Schleimhäute häufig nach etwa fünf Tagen wieder rückläufig wird.[7]

Zusätzliche Symptome

Im Rahmen eines grippalen Infektes kann es zu begleitendem Fieber (Pyrexie) und Gliederschmerzen kommen. Auch Abgeschlagenheit, durch Husten oder Schnupfen bedingte Schlafstörungen (Insomnie), sowie eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit gehören zu den häufig beklagten Begleiterscheinungen einer Erkältungskrankheit.
Bei starker Ausprägung der Beschwerden, einer Verschlimmerung der Symptome oder bei zusätzlich auftretendem Fieber, empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren.

Behandlung von Halsschmerzen

Eine ursächliche Therapie eines grippalen Infektes steht nicht zur Verfügung. Da unkomplizierte Erkältungskrankheiten in der Regel selbstlimitierend verlaufen, wird in vielen Fällen allenfalls eine Behandlung der Symptome notwendig.[2]

Erkältungskrankheiten

Zur Linderung von Halsschmerzen, die im Rahmen einer Erkältungskrankheit zutage treten, können neben bewährten Hausmitteln auch Arzneimittel Linderung verschaffen. Der Honig gilt als entzündungshemmendes und antibakterielles Hausmittel, weswegen er häufig als altbewährte Anwendung bei Halsschmerzen und Hustenbeschwerden eingesetzt wird. So kann er pur oder aber in Teezubereitungen gelöst angewendet werden. Dabei kann sich Honig beruhigend auf die Schleimhäute auswirken und vor allem quälenden Hustenreiz lindern.
Eine gesteigerte Wirksamkeit wird dabei dem Manuka-Honig zugesprochen, der über eine erhöhte Konzentration an Methylglyoxal verfügt, was sich bereits in geringer Konzentration hemmend auf das Bakterienwachstum auswirken kann. Der Honig wird vorwiegend aus Blütenpollen der Manuka-Pflanze (auch:Neuseelandmyrte) gewonnen, die sowohl in Neuseeland als auch im südöstlichen Australien beheimatet ist.
Isländisch Moos (Cetraria islandica) verfügt über einen hohen Gehalt an Schleim- und Bitterstoffen und kann sich reizlindernd auf angegriffene Schleimhäute im Bereich des Mund- und Rachenraumes auswirken. Die in Europa verbreitete Strauchflechte kann als Teezubereitung zum mehrmals täglichen Gurgeln angewendet werden und gilt zudem als schleimhautauskleidend (mucilaginös), entzündungshemmend (antiphlogistisch) und schwach antimikrobiell (gegen Mikroorganismen gerichtet).
Für die Zubereitung des Tees sollen 1-2 Teelöffel der fein zerschnittenen Pflanze mit heißem Wasser übergossen und eine Ziehzeit von etwa 5 Minuten eingehalten werden.[9]
Auch das Gurgeln mit einem warmen Aufguss auf Basis von Kamille und Salbei kann zur Reizlinderung beitragen. Die in beiden Pflanzen enthaltenen ätherischen Öle verfügen über eine entzündungshemmende Wirkung. Salbei kann sich antiseptisch (gegen Keime gerichtet) und adstringierend (zusammenziehend) auswirken und besitzt darüber hinaus antientzündlich wirkende Gerbstoffe (Rosmarinsäure).
Für die Zubereitung einer Gurgellösung mit Salbeiblättern oder Kamillenblüten wird empfohlen einen Teelöffel (etwa 3 g) mit etwa 150ml heißem Wasser zu überbrühen, eine Ziehzeit von etwa 10 Minuten abzuwarten und die Flüssigkeit anschießend mit Hilfe eines Siebes abzuseihen.[5]

Allgemeine Maßnahmen

Im Falle eines grippalen Infektes sollte zur beschleunigten Genesung auf eine körperliche Schonung und ausreichend Schlaf geachtet werden. Auf Alkohol- und Nikotinkonsum sollte verzichtet werden.
Eine gute Handhygiene und frühzeitiges Entsorgen benutzter Taschentücher kann das Infektionsrisiko für andere Menschen in näherer Umgebung reduzieren [2].

Vorbeugende (prophylaktische) Maßnahmen

Durch regelmäßiges Händewaschen, insbesondere nach dem Berühren öffentlicher Gegenstände (Türgriffe oder Haltestangen in Bussen), kann das Übertragungsrisiko von Erkältungsviren deutlich minimiert werden.
Zudem gilt es einen engeren Kontakt zu Infizierten zu vermeiden [2]

Zu beachten

Halsschmerzen, die über einen Zeitraum von mehr als 7 Tagen bestehen, begleitendem Fieber, sowie bei besonders ausgeprägten Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden. Dadurch können mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt und angemessen behandelt werden.[5]

Wird ein eitriger Auswurf, weißliche Beläge auf den Gaumenmandeln oder druckschmerzhafte, angeschwollene Lymphknoten am Hals beobachtet, sollten die Beschwerden ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.[5] Im Falle einer bakteriellen Infektion kann eine Therapie mit Antibiotika notwendig werden.

Ungeklärte Beschwerden bei Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern sollten ebenfalls einem Arzt vorgestellt werden.[5]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen