Halsschmerzen: Im Alltag

Halsschmerzen und Rauchen

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Halsschmerzen sind ein häufiges Symptom bei den verschiedenen Erkrankungen der oberen Atemwege wie Erkältung oder Grippe (Influenza). Rauchen ist währenddessen unbedingt zu unterlassen, da nicht nur die Entzündung verstärkt, sondern auch die Selbstreinigung der Lunge behindert wird. Der meist viral bedingte Infekt hält möglicherweise länger an und die Krankheitserreger können tiefer in die Lunge vordringen.

Rauchen begünstigt auch bei Gesunden die Entstehung von Infektionskrankheiten der oberen Atemwege und damit auch von Halsschmerzen.[1] Welcher biologische Zusammenhang dahinter steckt und was es unbedingt zu beachten gibt, wird im Folgenden näher ausgeführt.

Medizinische Fakten

Halsschmerzen sind ein Hinweis auf eine Entzündung im Rachenraum. Zahlreiche Erkrankungen können die Ursache sein: oberflächliche Schleimhautentzündung (Pharyngitis), Scharlach (Entzündung infolge einer Infektion mit A-Streptokokken), Diphtherie oder Mandelentzündung (sog.Tonsillitis oder Angina tonsillaris). Die banale Erkältung und die Grippe (Influenza) werden durch Viren hervorgerufen.

Wie Wissenschaftler an der Universität in Yale herausfanden, fördert es bei viral bedingten Infekten die Entzündung der Rachenschleimhaut, sodass die Symptomatik verschlimmert wird.[2] 

Biologischer Zusammenhang

Sog. Flimmerhärchen kleiden Teile der Atemwege aus und transportieren das Bronchialsekret, das als Barriere des Immunsystems fungiert, zusammen mit Pathogenen (Keimen) und Staub in Richtung Rachen (Mukoziliäre Clearance). Von dort kann es abgehustet oder heruntergeschluckt werden. Die Lunge reinigt sich mit diesem Mechanismus selbst.[3] Da Aktivität der Flimmerhärchen unter Nikotin herabgesetzt wird, können Erreger schlechter eliminert werden und es resultiert eine erhöhten Infektanfälligkeit.

Gleichzeitig wird die Produktion von Bronchialsekret gefördert, sodass die Krankheitserreger und Staubpartikel in den Atemwegen festgehalten werden können. Da der Abtransport unterbrochen ist, entstehen lokal immer wieder Entzündungsherde. Das Immunsystem ist ständig beschäftigt und kann sich nicht an einer Stelle auf die Bekämpfung der Viren konzentrieren. [4]

Zu beachten

Bei Halsweh zu rauchen, birgt nicht nur die Gefahr, dass die Grunderkrankung länger bestehen bleibt, sondern auch dass der Infekt tiefer in die Atemwege vordringt. Bei Symptomen wie hohem Fieber, Luftnot (Dyspnoe) und Hautausschlag (Exanthem) sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.[5]

Die Komplikationen, die sich aus dem Rauchen ergeben, betreffen vorrangig dieLunge. Aber auch eine sekundäre Besiedlung mit Bakterien kann die Halsschmerzen verschlimmern.

  • Akute und chronische Bronchitis
  • Lungenentzündung (Pneumonie)[6]
  • Sekundäre bakterielle Infekte: Scharlach, eitrige Mandelentzündung (Tonsillitis) bis zum Peritonsillarabszess

Nicht nur das Rauchen kann beim Infekt problematisch sein, sondern auch ein Zigarettenentzug. Je nach vorherigem Konsum können physische und psychische Entzugserscheinungen auftreten. In diesem Fall sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.[7]

Generell ist vom Rauchen abzuraten, besonders gilt dies verständlicherweise für Kinder und Personen mit Vorerkrankungen an Herz und Lunge.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen