Grippe: Häufige Fragen

Grippe auskurieren

© PantherMedia / David Castillo Dominici

In den Wintermontanen ist die körperliche Leistungsfähigkeit nicht nur wegen des kürzeren Tageslichts eingeschränkt, sondern auch aufgrund von Infekten, die in der kalten Jahreszeit deutlich häufiger auftreten. Neben Erkältung hat vor allem Grippe Hochsaison. Im Folgenden sollen die medizinischen Hintergründe dieses Krankheitsbildes besprochen werden sowie Tipps zum raschen Auskurieren des Infekts.

Medizinischer Hintergrund

Bei einer echten Grippe (saisonale Influenza) handelt es sich um eine Infektion mit dem Influenzavirus, die prinzipiell Menschen aller Altersstufen treffen kann. Dennoch besteht für Ältere, Immungeschwächte und für Personen mit einer chronischen Grunderkrankungen (z. B. COPD, Asthma bronchiale oder Rheuma) ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Der Ansteckungsmechanismus besteht in einer Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten sowie in einer Schmierinfektion beim Händedruck oder Anfassen von Gegenständen (z.B. Türgriffe). Nach einer symptomfreien Inkubationszeit (das ist der Zeitraum zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Ausbruch der Erkrankung) von bis zu drei Tagen manifestieren sich die klassischen Beschwerden wie ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber von 39 bis 40°C gleichzeitig, plötzlich und heftig. Nach etwa sieben Tagen heilt die Erkrankung von selbst aus (selbstlimitierend).[1]

Biologischer Zusammenhang

Die niedrige Luftfeuchtigkeit in geheizten Innenräumen bietet dem Influenzavirus als Verursacher von Grippe ebenso gute Überlebensbedingungen wie niedrige Außentemperaturen.[2] Hinzu kommt, dass die trockene Heizungsluft die Schleimhäute des Atemtraktes austrocknet, weswegen diese ihre Barrierefunktion nur noch unzureichend erfüllen und so den Viren als Eintrittspforte dienen. Dasselbe gilt für winzige Verletzungen (Mikroläsionen) der Augenbindehaut, durch welche die Viren ebenfalls in den Körper eindringen können. Das Immunsystem geht bei einer Entzündung umgehend gegen die infizierten Zellen vor und entsendet während der Frühphase der Immunreaktion unspezifische Entzündungszellen (Leukozyten), die gegen keinen speziellen Erreger gerichtet sind. Diese schütten verschiedene Botenstoffe aus, die nicht nur die infizierten Zellen schädigen, sondern auch die oben genannten Symptome verursachen. So gehen die charakteristischen Kopf- und Gliederschmerzen auf Prostaglandine genannte Gewebshormone zurück,[3] welche die Schmerzrezeptoren des Körpers aktivieren. Durch das Signal der Interleukine regulieren wärmesensible Zellgruppen in einem Teilbereich des Zwischenhirns (Hypothalamus) die Körperkerntemperatur nach oben und verursachen Fieber.[4] Während der späteren Phase der Immunreaktion bildet der Körper spezifische Abwehrzellen (zytotoxische T-Zellen),[5] die gezielt gegen die infizierten Körperzellen vorgehen und so das Abklingen der Symptome herbeiführen.

Behandlung und Tipps

Um eine Grippe rasch auszukurieren, empfiehlt sich neben körperlicher Schonung in ruhiger Atmosphäre auch die konsequente Vermeidung psychischer Stressfaktoren. Um einen ausgeglichenen Flüssigkeits- und Salzhaushalt zu gewährleisten, sollten täglich mindestens zwei Liter Tee oder Mineralwasser sowie eine Portion Hühner- oder Gemüsebrühe getrunken werden.[6] Zur Fiebersenkung erweisen sich kühle Wickel mitunter als zielführend. Daneben kann die Einnahme bestimmter homöopathischer Globuli oder Schüssler Salze einen Beitrag zur Wiederherstellung des Wohlbefindens leisten.[7] Bei besonders schweren Verläufen werden von schulmedizinischer Seite so genannte Neuraminidasehemmer (z. B. Oseltamivir, Zanamivir) verschrieben.[8] Diese antiviralen Arzneimittel hemmen das Enzym Neuraminidase und damit die Vermehrung des Influenzavirus, wodurch sie zu einer Linderung der Grippe-Beschwerden beitragen.

Zu beachten

Die Komplikationen einer lang anhaltenden (chronischen) Grippeinfektion sind potentiell lebensbedrohlich. Dazu zählen neben Herzmuskelentzündung (Myokarditis) auch Lungenentzündung (Influenza-Pneumonie) und Gehirnhautentzündung (virale Meningitis). Sollten sich die Symptome bei Grippe also signifikant verschlechtern oder aber länger andauern und von wiederkehrendem Fieber unklarer Ursache begleitet sein, muss umgehend ein Arzt konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe