Grippe: Häufige Fragen

Grippe & Rückenschmerzen was tun?

© PantherMedia / Lars Zahner

Während sich Grippefälle vor allem in der kalten Jahreszeit häufen, haben Rückenschmerzen in Deutschland ganzjährig Saison: Etwa 40% der Menschen in Deutschland leiden darunter, ein beträchtlicher Teil davon ist sogar chronisch.[1] Oft treten Grippe und Rückenprobleme kombiniert auf, weswegen im Folgenden nicht nur die medizinischen Hintergründe der beiden Krankheitsbilder vorgestellt werden sollen, sondern auch mögliche Therapieansätze.

Medizinische Fakten

Bei einer echten Grippe (saisonale Influenza) handelt es sich um eine Infektion mit dem Influenzavirus. Die Ansteckung vollzieht sich im Sinne einer Schmier- bzw. Tröpfcheninfektion beim Anniesen oder Anhusten, aber auch durch einen Händedruck. Besonders lange infektiös bleiben die Viren bei kühlen Außentemperaturen von etwa 4° C sowie bei niedriger Luftfeuchtigkeit, wie sie im Winter in geheizten Räumen vorkommt.[2] Nach etwa sieben Tagen verschwinden die Krankheitszeichen von selbst (selbstlimitierend). Zu diesen zählen klassischerweise Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie erkältungsähnliche Beschwerden und Fieber. Rückenschmerzen gehen meist von der Lendenwirbelsäule auf und werden nach ihrer Dauer und Auftretenswahrscheinlichkeit in folgende Gruppen unterteilt:[3]

  • Akute Rückenschmerzen dauern kürzer als sechs Wochen und treten zum ersten Mal oder nach mindestens sechsmonatiger Beschwerdefreiheit auf.
  • Subakute Rückenschmerzen dauern sechs bis zwölf Wochen an, ehe sie endgültig verschwinden oder an weniger als 183 Tagen im Jahr erneut auftreten.
  • Chronische Rückenschmerzen dauern länger als 12 Wochen und bestehen an mehr als 183 Tagen pro Jahr.

Biologischer Zusammenhang

Die Schleimhäute des Atemtraktes dienen den Influenzaviren als Eintrittspforte. Die befallenen Zellen werden von dem Erreger dazu veranlasst, weitere Viren zu produzieren. Das Immunsystem des Körpers erkennt die infizierten Zellen jedoch als Gefahr und geht im Sinne einer als Entzündung bezeichneten Immunreaktion gegen diese vor. Dabei werden verschiedene Botenstoffe frei, die für die klassischen Grippe-Beschwerden mit verantwortlich sind. Diese Prostglandine genannten Gewebshormone sensibilisieren beispielsweise die Schmerzrezeptoren des Körpers und rufen Kopf- und Gliederschmerzen hervor.[4] Die erkältungsähnlichen Symptome wie eine erschwerte Nasenatmung gehen auf den Einfluss von Leukotrienen zurück, die dazu führen, dass die Gefäße der Nasenschleimhäute sich erweitern, was zu einer gesteigerten Durchblutung und einer lokalen Schwellung des Gewebes führt.[5] Das Fieber bei Grippe geht unter anderem auf so genannte Interleukine zurück, die nach Bindung an Andockstellen auf Zelloberflächen (Rezeptoren) in einem bestimmten Teil des Zwischenhirns (Hypophysenvorderlappen) zu einer Erhöhung der Körperkerntempertaur führen.[6]

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Im Falle eines Bandscheibenvorfalls beispielsweise werden die Nerven, die beidseits aus den Wirbelkörpern austreten (Spinalnerven) eingeengt, weil der gallertartige Kern Bandscheiben (Nucleus pulposus) den Faserring der Zwischenwirbelscheiben durchbricht (Bandscheibenprolaps). Bei Vorliegen eines Gleitwirbels werden die Austrittsöffnungen der Nerven durch das Verrutschen der Wirbelkörper gegeneinander verschmälert, was sich einmal mehr im schmerzhaften Zusammendrücken (Kompression) der Nerven äußert. Daneben kann auch der Rückenmarkskanal im Zentrum der Wirbelkörper beispielsweise durch Abnutzungserscheinungen verengt sein. Muskuläre Verspannungen können ebenfalls für Rückenschmerzen verantwortlich sein, besonders wenn gleichzeitig eine psychische ‚innere Anspannung‘ besteht.[7]

Behandlung und Tipps

Wie bereits erwähnt, verläuft eine Grippe wie die meisten viralen Erkrankungen selbstlimitierend, sodass sich eventuelle Behandlungsmaßnahmen lediglich gegen die Symptome richten. Beliebte Hausmittel wie mindestens zwei Liter Tee oder Mineralwasser pro Tag zur Deckung des gesteigerten Flüssigkeitsbedarfs sind dafür ebenso geeignet, wie kühle Wickel zur Fiebersenkung. Bei gereizten Atemwegen empfehlen sich Inhalationen, während eine kräftige Hühnersuppe den Bedarf an Salzen (Elektrolyte) zu decken vermag.[8] Medikamentös kann man auf verschiedene homöopathische Globuli zurückgreifen, während schulmedizinische Virenhemmer (z. B. Oselamivir) nur bei schweren Verläufen durch den Arzt verordnet werden.[9] Besonders chronisch Kranken und älteren Menschen sowie Schwangeren wird außerdem die jährliche Grippeschutzimpfung empfohlen. Gegen Rückenschmerzen bewähren sich Bäder und Wärmeanwendungen, aber auch Massagen können nützlich sein.

Zu beachten

Sollten die Symptome bei Grippe persistieren oder akut an Stärke zunehmen, ist umgehend ein Arzt zu konsultieren, zumal abgeklärt werden muss, ob es sich um einen komplizierten Verlauf oder eine andere Grunderkrankung handelt. Massagen und Wärmeanwendungen bei Rückenschmerzen dürfen nicht bei Fieber angewendet werden.[10]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe