Grippe: Häufige Fragen

Schnelle Hilfe bei Grippe

© PantherMedia / Kirill Ryzhov

Im Winter hat Grippe Hochsaison. Prinzipiell kann sie jeden treffen, jedoch besteht für Ältere, Immungeschwächte oder Personen mit bestehenden chronischen Grunderkrankungen wie z.B. Asthma bronchiale, Rheuma oder Diabetes ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Das Wissen über die Übertragungswege sowie über die biologischen Zusammenhänge kann dabei helfen, sich vor einer Infektion zu schützen bzw. den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Neben nützlichen medizinischen Hintergrundinformationen sollen im Folgenden daher nicht nur die klassischen Symptome und ihre Entstehung besprochen werden, sondern auch, wie man diese möglichst schnell wieder los wird.

Medizinische Fakten

Hinter einer echten Grippe (saisonale Influenza) steckt eine Infektion mit demInfluenzavirus. Die Übertragung der Grippe vollzieht sich als Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen sowie als Schmierinfektion durch Händeschütteln oder Anfassen von Türgriffen. Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber bis 40C° setzen neben einem ausgeprägten Krankheitsgefühl mitunter so plötzlich ein, dass die Betroffenen die konkrete Uhrzeit des Symptombeginns angeben können. Binnen einer Woche verschwinden die Krankheitszeichen in den meisten Fällen von selbst (selbstregulierend).[1]

Biologischer Zusammenhang

Geheizte Innenräume, die selten gelüftet werden, weisen eine niedrige Luftfeuchtigkeit auf und bieten Influenzaviren dadurch ideale Bedingungen, um lange infektiös zu bleiben. Auch kalte Außentemperaturen von etwa 4°C kommen dem Überleben der Viren zugute.[2] Die Schleimhäute der Atemwege sowie die Bindehaut der Augen dienen den Erregern als Eintrittspforte. In den entsprechenden Arealen befallen sie Körperzellen und zwingen diese dazu, weitere Viren zu produzieren. Das Immunsystem erkennt die befallenen Zellen und geht im Sinne einer als Entzündung bezeichneten Immunreaktion gegen sie vor. Dabei werden verschiedene Botenstoffe frei, die für die klassischen Begleiterscheinungen verantwortlich sind. So gehen Kopf- und Gliederschmerzen auf die Ausschüttung bestimmter Gewebshormone (Prostaglandine)[3] zurück, welche die Empfindlichkeit von Schmerzrezeptoren steigern. Die sogenannten Interleukine[4] veranlassen thermosensible Zellgruppen in einem speziellen Teil des Zwischenhirns (Hypothalamus) dazu, die Körpertemperatur anzuheben, was man als Fieber bezeichnet.

Behandlung und Tipps

Zumal eine saisonale Grippe wie oben erwähnt in den meisten Fällen von selbst ausheilt, richten sich Therapieansätze lediglich gegen die Symptome. Wer diese schnell und effizient lindern möchte, sollte neben körperlicher Schonung, einer ruhigen Atmosphäre und der Vermeidung psychischer oder körperlicher Stressfaktoren vor allem auf einen ausgeglichenen Flüssigkeits- und Salzhaushalt achten. Es empfiehlt sich daher, neben mindestens zwei Litern Tee oder Mineralwasser pro Tag außerdem Hühner- oder Gemüsebrühe zu sich zu nehmen. Zusätzlich können auch spezifischehomöopathische Globuli oder Schüssler Salze einen Beitrag dazu leisten, das Wohlbefinden zu steigern.[5] Schwere Verläufe, bei denen eine hohes Risiko für ernste Komplikationen besteht, werden schulmedizinisch durch so genannte Neuraminidasehemmer (z. B. Oseltamivir, Zanamivir) behandelt, wodurch die Vermehrung der Viren unterbunden wird.[6] Besonders Schwangeren, älteren Personen, Abwehrgeschwächten sowie Personen mit bestehenden chronischen Grunderkrankungen (z.B. Diabetes, Rheuma oder Asthma bronchiale) wird zu einer jährlichen Schutzimpfung geraten.[7]

Zu beachten

Einen komplizierten Verlauf erkennt man daran, dass sich die Symptome entweder schlagartig signifikant verschlechtern oder dass die Krankheitszeichen deutlich länger als eine Woche anhalten. In diesem Fall muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden, weil neben möglichen Komplikationen wie Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Lungenentzündung (Influenza-Pneumonie) oder Hirnhautentzündung (virale Meningitis) auch mögliche andere Grunderkrankungen ausgeschlossen werden müssen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe