Grippe: Häufige Fragen

Grippe Fieber senken

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Eine Grippe (Influenza) wird häufig von Fieber begleitet. Dieses Symptom ist Bestandteil der natürlichen Abwehrreaktion des Körpers gegen das Virus. Deswegen kann leichtes Fieber auch unbehandelt toleriert werden [3]. Bei hohem Fieber über 39 °C besteht allerdings die Option, das Fieber mit Medikamenten oder Wadenwickeln zu senken.Ab 40 °C sollte ein Arzt aufgesucht werden, der Arzneimittel zur Senkung des Fiebers verschreibt [1]. Die Mittel bekämpfen aber ausschließlich das Fieber und haben keinen Effekt auf den Krankheitsverlauf einer Grippe.

Definition

Von Fieber sprechen Mediziner erst, wenn die Körpertemperatur mehr als 38,3 °C beträgt. Körpertemperaturen darunter, ab circa 37,7 °C, werden oft als subfebril oder „erhöhte Temperatur“ bezeichnet, sind aber bei der akuten Grippe irrelevant [6].

Am Anfang steht immer die korrekte Messung der Körpertemperatur. Diese kann an verschiedenen Stellen ermittelt werden. Am genauesten ist die Messung im After(rektal) [3], aber auch Messungen unter der Achsel (axillär) oder unter der Zunge (sublingual) sind möglich und relativ zuverlässig. Mit modernen Digitalthermometern besteht außerdem die Möglichkeit der Temperaturbestimmung im Ohr oder an der Stirn.

Früher wurde die Grenze, ab der von Fieber gesprochen wurde, an den Messort angepasst. So sprach man bei einer axillär bestimmten Temperatur bereits ab 37,3 °C von Fieber. Heutzutage ist dies aber aufgrund nur minimal festzustellender Unterschiede nicht mehr üblich [6].

Ab wann Fieber senken?

Da Fieber ein Teil unserer Immunreaktion, also unseres Schutzsystems gegen Krankheitserreger und ungebetene Eindringlinge, ist, sollte nicht jedes Fieber direkt medikamentös unterdrückt werden. Mit der höheren Temperatur stellt der Körper sicher, dass die Zellen und Enzyme unseres Immunsystems optimal arbeiten können [3].

Leichtes Fieber bis 39 °C muss also nicht gesenkt werden. Ab diesem Punkt können die unten aufgeführten Mittel hilfreich sein, um das Fieber nicht zu hoch werden zu lassen, denn höhere Temperaturen können den Kreislauf belasten [1][2].

Steigt das Fieber über 40 °C oder hält es für mehr als drei Tage an, sollte ein Arzt zurate gezogen werden, der die Ursache für das Fieber zu finden versucht und das Fieber medikamentös senken kann [1]. Dies gilt vor allem für junge, sonst gesunde Menschen. Anders sieht es bei starkem Krankheitsgefühl, langfristig Erkrankten, Schwangeren und Kindern aus. Da Temperaturen über 38,5 °C bei Schwangeren einen negativen Einfluss auf das Ungeborene haben könnten, wird bereits frühzeitig versucht, das Fieber zu senken [3].

Bei Kindern sollte bei einer gemessenen Temperatur über 39 °C oder Fieber, das länger als einen Tag anhält, der Kinderarzt aufgesucht werden, da bei ihnen das Risiko von Fieberkrämpfen besteht [1][4].

Nichtmedikamentöse Behandlung von Fieber

Durch die erhöhte Temperatur und das Schwitzen verliert der Körper deutlich mehr Flüssigkeit als sonst. Aus diesem Grund ist viel zu trinken eine der wichtigsten Therapien. Als Faustregel gilt: Für jedes Grad über der Normaltemperatur von 37 °C braucht der Körper einen zusätzlichen halben Liter Wasser [1]. Trinkmengen von zweieinhalb bis drei Liter sind dementsprechend angebracht.

Ein erprobtes Hausmittel stellen Wadenwickel dar. Dazu sollten lauwarme, auf keinen Fall kalte, Tücher locker anliegend um die Waden gelegt werden. Diese können mit einem trockenen Tuch bedeckt werden. Wadenwickel dürfen nur angewendet werden, wenn die Füße des Patienten warm sind und er nicht fröstelt [1][3]. An der Wade verlaufen die Adern des Beines sehr nahe an der Oberfläche. Somit kann leicht Wärme aus dem Blut an die kühlen Tücher abgegeben und die Körpertemperatur effektiv gesenkt werden. Diese Prozedur kann zwei- bis dreimal am Tag wiederholt werden [1].

Nicht zuletzt helfen vor allem Ruhe und viel Schlaf, um dem Körper eine Chance zu geben, sich selbst zu heilen [3].

Medikamentöse Behandlung von Fieber

Neben dem bekannten Paracetamol hat sich Ibuprofen zur Fiebersenkung bewährt. Beide Wirkstoffe weisen zudem eine schmerzlindernde Wirkung auf [5]. So haben sie auch bei eventuellen Gliederschmerzen einen positiven Effekt. Die Wirkung beider Arzneimittel besteht in der Blockierung eines Enzyms, das an der Produktion der Botenstoffe beteiligt ist, die die entsprechende Schaltstelle im Gehirn dazu veranlassen, die Körpertemperatur heraufzusetzen [5].

Paracetamol ist in Tablettenform zu je 500 mg erhältlich. Es können drei- bis viermal 500 bis 1000 mg pro Tag eingenommen werden. Auf keinen Fall sollten aber mehr als sechs Tabletten täglich geschluckt werden, da dann das Risiko für Leberschäden steigt [3][5]. Ansonsten ist Paracetamol ein gut verträgliches Medikament, das auch während der gesamten Schwangerschaft und von Kleinkindern eingenommen werden kann. Die Dosis muss selbstverständlich angepasst werden [3][5].

Auch Ibuprofen ist gut verträglich und darf bei Kindern zum Einsatz kommen [5]. Es können bis zu drei 400-mg-Tabletten pro Tag eingenommen werden. Bei kurzer Anwendung, im Rahmen einer Grippe, ist nicht mit schweren Nebenwirkungen zu rechnen. Ibuprofen gehört aber zu einer Gruppe von Medikamenten, die bei langer Einnahme zu Magengeschwüren führen können. Die Verwendung von Ibuprofen sollte also zeitlich begrenzt erfolgen [5].

Die Medikamente senken das Fieber und verbessern das Allgemeinbefinden, einen verkürzenden oder positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben sie jedoch nicht. Letztendlich wird nur das Symptom, nicht die Ursache behandelt.

Beide Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, sich vor dem Kauf in der Apotheke gründlich zu Anwendung und Dosierung beraten zu lassen. Zu beachten sind dabei auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe