Grippe: Häufige Fragen

Was tun bei Grippe ohne Fieber?

© PantherMedia / Arne Trautmann

Wenn draußen die Temperaturen fallen, steigt die Anzahl von Grippe-Fällen in der Bevölkerung in gleichem Maße. Neben erkältungsähnlichen Symptomen gehört Fieber normalerweise zu den klassischen Krankheitszeichen, obwohl es auch fieberfreie Verläufe geben kann. Im Folgenden sollen neben den medizinischen Hintergründen dieses Phänomens auch bewährte Behandlungstipps bei Grippe besprochen werden.

Medizinische Fakten

Bei einer echten Grippe (saisonale Influenza) liegt eine Infektion mit dem Influenzavirus der Gruppe A, B oder C vor. Die Erreger bleiben bei niedrigen Außentemperaturen von etwa 4°C besonders lange infektiös. Daneben erhöhen auch die heizungsbedingt niedrige Luftfeuchtigkeit sowie die erhöhte Viruslast in geschlossenen Räumen das Infektionsrisiko.[1] Die Ansteckung selbst vollzieht sich im Sinne einer Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen, aber auch als Schmierinfektion wie zum Beispiel bei einem Händedruck. Nach einer Inkubationszeit (das ist der Zeitraum zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Ausbruch der Erkrankung) von 18 bis 72 Stunden treten die typischen Symptome meist schlagartig und heftig in Erscheinung. Zu diesen Beschwerden zählen Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie abrupt einsetzendes Fieber von 39 bis 40°C. Jedoch gibt es auch leichtere Grippeformen, in denen es zu keiner signifikanten Erhöhung der Körpertemperatur kommt und die dadurch einer Erkältung (gripplaer Infekt) ähneln.[2] Wie die meisten viralen Erkrankungen verläuft auch eine echte Grippe selbstlimitierend, was bedeutet, dass die Symptome nach etwa einer Woche von selbst verschwinden.

Biologischer Zusammenhang

Die Viren dringen über die Schleimhäute der Atemwege aber auch über die Bindehaut der Augen in den Körper ein und befallen Zellen, um diese dazu zu veranlassen, weitere Viren zu produzieren. Das Abwehrsystem des Körpers erkennt die befallenen Areale jedoch als Gefahr und geht mittels verschiedener Gruppen von Abwehrzellen gegen sie vor. Bei dieser als Entzündung bezeichneten Reaktion werden verschiedene Botenstoffe frei, die wiederum die oben genannten Begleiterscheinungen einer Grippeinfektion hervorrufen. So sind Gewebshormone wie die Prostaglandine für die charakteristischen Kopf- und Gliederschmerzen verantwortlich, zumal diese die Schmerzrezeptoren des Körpers aktivieren.[3] Das plötzlich auftretende Fieber geht auf Interleukine zurück, die temperatursensible Zellgruppen in einem spezifischen Bereich des Zwischenhirns (Hypothalamus) dazu veranlassen, die Körperkerntemperatur zu erhöhen.[4] Bei milden Verläufen mit einer geringen Viruslast werden entsprechend wenig Interleukine ausgeschüttet, sodass das Signal an die thermoregulatorischen Zellen im Zwischenhirn schwach ausfällt und es zu keiner Temperaturerhöhung kommt.

Behandlung und Tipps

Wie bereits erwähnt heilt eine Grippe in der Regel binnen einer Woche von selbst aus, weswegen sich etwaige Behandlungsmaßnahmen lediglich gegen die Symptome richten und darauf abzielen, das Allgemeinbefinden zu verbessern. Prinzipiell sollten Betroffene darauf achten, ihren Salz- und Flüssigkeitshaushalt im Lot zu halten. Eine ausreichende Trinkmenge von mindestens zwei Litern Tee oder Mineralwasser sowie von Hühner- oder Gemüsebrühe sind empfehlenswert. Auch körperliche Schonung sowie das Schaffen einer entspannenden, lärmfreien Atmosphäre machen die Symptome erträglicher. Bei schweren Verläufen kommen mitunter so genannte Neuraminidasehemmer (z.B. Oseltamivir, Zanamivir) zum Einsatz,[5] die vom Arzt verordnet werden müssen. Diese Medikamente hemmen das Enzym Neuraminidase, welches die Vermehrung des Influenzavirus erlaubt, wodurch die Beschwerden gelindert werden. Besonders Schwangere, ältere, immunschwache Menschen sowie Personen mit chronischen Grunderkrankungen (z. B. Diabetes, Rheuma, entzündliche Darmerkrankungen oder COPD) profitieren außerdem von einer jährlichen Grippe-Schutzimpfung.[6]

Zu beachten

Sollten die Krankheitszeichen deutlich länger als eine Woche bestehen bleiben oder signifikant an Intensität zunehmen, gilt es, schnellstmöglich einen Arzt zu konsultieren, um schwerwiegende Komplikationen wie Lungenentzündung (Influenza-Pneumonie), Hirnhautentzündung (virale Menigitis) oder eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) abzuwenden. Außerdem müssen andere mögliche Grunderkrankungen ausgeschlossen werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe