Grippe: Häufige Fragen

Was tun bei Grippe Anzeichen & Symptomen?

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Neben kürzeren Tagen mit entsprechend wenig Licht beeinträchtigt auch die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Grippeinfektion in den Wintermonaten unser Wohlbefinden. Im Folgenden sollen neben nützlichen Tipps zur frühzeitigen Linderung der typischen Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auch die medizinischen Hintergründe dieses Krankheitsbildes besprochen werden.

Medizinische Fakten

Eine echte Grippe (saisonale Influenza) geht auf die Ansteckung mit dem Influenzavirus zurück. Diese vollzieht sich im Sinne einer Tröpfcheninfektion beim Anhusten und Anniesen sowie als Schmierinfektion bei einem Händedruck oder beim Anfassen von Türklinken. Niedrige Außentemperaturen sowie die trockene Luft geheizter Innenräume erhöhen das Ansteckungsrisiko, zumal die Viren bei niedriger Luftfeuchtigkeit sowie bei Temperaturen um die 4°C besonders lange infektiös bleiben.[1] Besonders ältere, immungeschwächte Menschen sowie Personen mit chronischen Grunderkrankungen (z. B. COPD, Diabetes oder Rheuma) haben ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Zu den ersten Anzeichen zählen neben einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Leistungsknick auch Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber von 39 bis 40°C. Charakteristisch ist auch, dass die Beschwerden nach einer symptomfreien Inkubationszeit (Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) von 18 bis 72 Stunden gleichzeitig und so plötzlich einsetzen, dass die Betroffenen mitunter die Uhrzeit des Symptombeginns angeben können.[2] Binnen einer Woche verschwinden die Krankheitszeichen schließlich von selbst.

Biologischer Zusammenhang

Das Influenzavirus dringt entweder über winzige Verletzungen (Mikroläsionen) in der Bindehaut der Augen oder über Barrieredefekte der durch Heizungsluft ausgetrockneten Schleimhäute in die Körperzellen ein. Das Immunsystem reagiert im Sinne einer Entzündung umgehend auf den Infekt. Unspezifische Abwehrzellen (Leukozyten) schütten verschiedene Botenstoffe aus, die einerseits die betroffenen Zellen und damit die Viren schädigen sollen und andererseits die oben genannten Symptome hervorrufen. So lassen sich die Kopf- und Gliederschmerzen durch Prostaglandine genannte Gewebshormone erklären, welche die Schmerzrezeptoren des Körpers aktivieren.[3] Das plötzliche Fieber wird durch Interleukine verursacht,[4] welche thermosensible Zellgruppen in einem Teil des Zwischenhirns (Hypothalamus) dazu veranlassen, die Körperkerntemperatur zu erhöhen. Nach wenigen Tagen schafft es der Körper, spezifische Abwehrzellen (zytotoxische T-Zellen) zu bilden,[5] die das Ausheilen der Infektion sowie das Verschwinden der Symptome herbeiführen.

Behandlung und Tipps

Eine Grippe verläuft in der Regel selbstlimitierend, d. h. die Symptome verschwinden nach einer Woche von selbst. Aufgrund dieser Tatsache richten sich sämtliche Behandlungsmaßnahmen zwar lediglich gegen die Symptome, diese können jedoch auch einen wertvollen Beitrag zur Steigerung des Wohlbefindens leisten – besonders dann, wenn damit bereits beim Auftreten der ersten Krankheitszeichen begonnen wird. Neben körperlicher Schonung und vitaminreicher Ernährung sollte man dem erhöhten Flüssigkeitsbedarf mit mindestens zwei Litern Tee oder Mineralwasser pro Tag decken. Für einen ausgeglichenen Salzhaushalt empfiehlt es sich, zusätzlich Hühner- oder Gemüsebrühe zu sich zu nehmen.[6] Homöopathische Therapieansätze belaufen sich auf Globuli und Schüssler Salze, während die Schulmedizin komplizierte Verläufe mit verschreibungspflichtigen Neuraminidasehemmern (z.B. Oseltamivir, Zanamivir) therapiert. Diese Medikamente hemmen das Enym Neuraminidase und blockieren dadurch die Vermehrung der Influenzaviren, was den Krankheitsverlauf verkürzt.

Zu beachten

Sollten die Grippesymptome deutlich länger als eine Woche bestehen bleiben und mit wiederkehrendem Fieber einhergehen, muss unverzüglich ein Arzt zu Rate gezogen werden. In diesem Fall gilt es nämlich, potentiell lebensbedrohlichen Komplikationen wie Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Lungenentzündung (Influenza-Pneumonie) oder Hirnhautentzündung (virale Meningitis) rechtzeitig vorzubeugen bzw. andere Grunderkrankungen auszuschließen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe