Grippe: Häufige Fragen

Grippe schnell loswerden

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Zur Kehrseite idyllischer Winterlandschaften und festlich beleuchteter Fußgängerzonen zählen in der Winterzeit Husten, Schnupfen und Fieber – also Symptome, die klassischerweise bei Grippe auftreten. Gerade in den Feiertagen, wo viele Verpflichtungen und organisatorische Herausforderungen anstehen, sind Betroffene selbstverständlich sehr daran interessiert, ihre Beschwerden schnell wieder loszuwerden. Im Folgenden sollen neben medizinischen Hintergrundinformationen daher nützliche Tipps für eine rasche Genesung gegeben werden.

Medizinische Fakten

Bei einer echten Grippe (saisonale Influenza) handelt es sich um eine Infektion mit dem Influenzavirus. Betroffen sind alle Altersklassen, jedoch besteht für ältere,immunschwache sowie chronisch kranke Personen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Die Ansteckung vollzieht sich als Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen. Neben einem allgemeinen Schwächegefühl äußert sich die Grippe vor allem durch Kopf- und Gliederschmerzen, erkältungsähnliche Beschwerden und abrupt hohes Fieber von 39 bis 40°C. Charakteristisch ist auch, dass die Symptome so plötzlich einsetzen, dass die Betroffenen deren Beginn mitunter eine Uhrzeit zuweisen können. Binnen etwa sieben Tagen verschwinden die Krankheitszeichen von selbst (selbstlimitierend).[1]

Biologischer Zusammenhang

Um in den Körper eindringen zu können, nutzen die Influenzaviren zum Beispiel die gestörte Barrierefunktion der durch die Heizungsluft ausgetrockneten Schleimhäute der Atemwege, aber auch winzige Verletzungen (Mikroläsionen) der Augenbindehaut. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit, wie sie in geheizten Innenräumen vorherrscht, sowie bei kalten Außentemperaturen um die 4°C sind die Viren besonders lange Zeit infektiös.[2] Das Immunsystem geht im Normalfall umgehend gegen die befallenen Körperzellen vor. Bei dieser als Entzündung bezeichneten Reaktion schütten verschiedene unspezifische Abwehrzellen (Leukozyten), die gegen keinen bestimmten Erreger gerichtet sind, spezielle Botenstoffe aus, die neben der Vernichtung der infizierten Zellen auch die oben genannten Grippesymptome verursachen. So gehen die Kopf- und Gliederschmerzen auf Prostaglandine genannte Gewebshormone zurück,[3]welche die Schmerzrezeptoren des Körpers sensibilisieren. Das Fieber wird durch Interleukine verursacht. Diese veranlassen spezielle Zellgruppen in einem Teil des Zwischenhirns (Hypothalamus) die Körperkerntemperatur zu erhöhen.[4] Mit der Bildung spezifischer Abwehrzellen (zytotoxische T-Zellen)[5] gelingt es dem Körper schließlich, gezielt gegen die infizierten Zellen vorzugehen, wodurch die Krankheitszeichen von selbst verschwinden.

Behandlung und Tipps

Zumal eine Grippe wie die meisten viralen Infekte selbstlimitierend verläuft, richtet sich die Mehrzahl der Therapieansätze lediglich gegen die Symptome. Um eine Grippe schnell wieder loszuwerden, empfiehlt es sich beispielsweise, die Viruslast in der Raumluft durch regelmäßiges Lüften zu senken. Neben körperlicher Schonung in einer ruhigen Atmosphäre sollten auch psychische Stressfaktoren vermieden werden. Bei Fieber bewähren sich mitunter kühle Wickel. Auch auf einen ausgeglichenen Flüssigkeits – und Salzhaushalt ist zu achten, weswegen es sinnvoll ist, täglich mindestens zwei Liter Tee oder Mineralwasser zu trinken und zwischendurch Gemüse- oder Hühnerbrühe zu sich zu nehmen. Zusätzlich können homöopathische Globuli oderSchüssler Salze einen Beitrag dazu leisten, das Wohlbefinden schnell wiederherzustellen.[6] In der Schulmedizin kommen bei komplizierten Verläufen verschreibungspflichtige Neuraminidasehemmer (z. B. Oseltamivir, Zanamivir) zum Einsatz.[7] Diese antiviralen Medikamente blockieren die Vermehrung der Viren, indem sie das dafür benötigte Enzym Neuraminidase hemmen und so schließlich ein Abklingen der Symptome herbeiführen.

Zu beachten

Zu den schwerwiegenden Komplikationen einer Grippe zählen Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Lungenentzündung (Influenza-Pneumonie) und Gehirnhautentzündung (virale Menigitis). Bei lang anhaltenden Beschwerden mit Fieberspitzen unklarer Ursache muss also umgehend ein Arzt konsultiert werden, um einen komplizierten Verlauf entsprechend zu therapieren bzw. um mögliche andere Grunderkrankungen auszuschließen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe