Grippe: Häufige Fragen

Schwere Grippe was tun?

© PantherMedia / Andriy Popov

Eine Grippe wird durch Influenzaviren verursacht und bedarf in der Regel keiner spezifischen Behandlung, lediglich in sehr schweren Fällen kann in einem kurzen Zeitfenster nach Erkrankungsbeginn eine antivirale Therapie sinnvoll sein. Meist sind allerdings körperliche Schonung, viel Schlaf und genügend Flüssigkeit ausreichend. Im Folgenden soll auf die medizinischen Fakten, den biologischen Zusammenhang, die Behandlung und mögliche Risiken einer Grippe eingegangen werden.

Medizinische Fakten

Eine „echte Grippe“ (Influenza) wird durch Influenzaviren von Typ A, B und C verursacht, wobei Typ A den schwersten Verlauf zeigt und Typ C meist klinisch sehr mild abläuft. Das Thogoto- Virus wird ebenfalls zu den Influenzaviren gezählt, ist für den Menschen aber nicht pathogen. Während das Typ B- Virus nur Menschen befällt, infiziert die Influenza A auch Tiere.

Die Bandbreite der Infektion einer Influenza reicht von harmlosen Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen oder einer verstopfte Nase bis hin zu schweren Verläufen mit sehr hohem Fieber, Atemnot oder Brustschmerzen. Charakteristisch ist allerdings der plötzliche Beginn („von einer Minute auf die andere“) mit Gliederschmerzen, Fieber über 38,5°C, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Auch ein gerötetes Gesicht, Übelkeit mit Erbrechen und trockene, heiße Haut sind beschrieben. Nach 1-2 Tagen geht diese allgemeine Symptomatik in der Regel in ein Stadium mit Halsschmerzen, Schnupfen und starkem Husten über. Sehr selten und vor allem bei Risikogruppen wie chronisch Kranken, Schwangeren oder älteren Menschen sind schwere Verläufe beschrieben. Hierbei sind vor allem die Atemwege betroffen, durch das Virus selbst oder durch eine bakterielle Superinfektion kann es zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) kommen. Zeichen eines schweren Verlaufes sind die folgenden:[2]

  • mindestens drei Tage kontinuierlich anhaltendes hohes Fieber > 38,5°C
  • Luftnot, Kurzatmigkeit, oder Schwierigkeiten beim Atmen
  • Blutiger Auswurf, Brustschmerzen oder Abfall des systolischen Blutdruckes < 90 mmHg
  • Schläfrigkeit, Lethargie, Schwäche oder Verwirrtheit
  • starke Dehydratation mit verminderter Harnausscheidung

Bei rund einem Drittel der Erkrankten kommt es zu einem fieberhaften Verlauf, ein Drittel zeigt einen milden Verlauf und ein Drittel ist hingegen überhaupt beschwerdefrei. Die Krankheitsdauer beträgt in der Regel 7 Tage, allerdings kann sie in Abhängigkeit von Komplikationen und Risikofaktoren auch deutlich länger sein.

Die Diagnose kann meist anhand der Beschwerden gestellt werden, alternativ kann ein Erregernachweis durch einen Antigenschnelltest erfolgen, bei dem ein Abstrich aus Rachen oder Nase verwendet wird.

Biologischer Zusammenhang

Influenzaviren können in die Nasen- und Rachenschleimhaut eindringen und dort eine lokale Entzündung auslösen. Dadurch wird eine Reihe von Entzündungsmediatoren freigesetzt, die zur Einwanderung von Immunzellen wie Granulozyten, Lymphozyten oder Monozyten führen. Diese Zellen schütten ihrerseits Botenstoffe aus, es kommt zu einer verstärkten Durchblutung mit Rötung und Schwellung der Schleimhaut, was zu den charakteristischen Halsschmerzen führt. Während bei bakteriellen Infekten vor allem Granulozyten aktiv sind, spielen bei viralen Infekten wie der Influenza Lymphozyten und natürliche Killerzellen eine entscheidende Rolle für die Elimination der Erreger.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt fast immer rein symptomatisch. Bettruhe, Vermeiden von Stress aller Art, viel Flüssigkeit und Schlaf können zu einer raschen Genesung beitragen.[3]

Gegen hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können fiebersenkende Medikamente eingesetzt werden, bei einer bakteriellen Superinfektion ist eine antibiotische Therapie angezeigt.

Zu beachten

In der Regel ist eine Grippe selbstlimitierend, zur Unterstützung der Heilung ist körperliche Schonung dringend angezeigt, da es ansonsten zu einer Verschlimmerung der Beschwerden kommen kann.

In sehr schweren Fällen sowie bei Risikopatienten sollte eine spezifische Therapie durch einen Arzt initiiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe