Grippe: Häufige Fragen

Grippe im Anflug was tun?

© PantherMedia / Luca Santilli

Die klassische Grippe ist eine virale Infektionskrankheit, die durch die sogenannten Influenzaviren übertragen wird. [1] Die Virusgrippe tritt in jahreszeitlicher Abhängigkeit auf und geht häufig mit den Symptomen hohes Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen und Husten einher. Charakteristisch ist ein plötzlicher Beginn der Symptomatik. [2]

Im Folgenden werden zunächst die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Grippe dargestellt, die sich im Anflug befindet. Im Verlauf wird dann auf mögliche vorbeugende Maßnahmen eingegangen, die im Zusammenhang mit einer solchen Erkrankung bestehen.

Ursachen der Grippe

Ursächlich entsteht eine Grippe durch die Übertragung desInfluenzavirus. Drei verschiedene Virustypen, die Serotypen A, B und C, sind bekannt. Abhängig von Proteinen (Eiweißen) auf der Virusoberfläche wird der Serotyp A in verschiedene weitere Subtypen unterteilt. Die Übertragung der Viruspartikel erfolgt per Tröpfcheninfektion. In den europäischen Breitengraden tritt die Virusgrippe vor allem imWinter auf, hat also eine saisonale Häufung. In tropischen Klimazonen hingegen kann sie das gesamte Jahr über vorkommen. [3]

Mit einer Inkubationszeit von ungefähr 2 Tagen treten meist sehr plötzlich Symptome wie hohes Fieber, häufig trockener Husten, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Halsschmerzen sowie eine laufende Nase auf. Innerhalb einer Woche können alle genannten Symptome bis auf den Husten abklingen. Der Husten kann zwei oder mehr Wochen andauern. [3] Bei Kindern kann es zu Dauerschreien oder Nahrungsverweigerung im Rahmen einer beginnenden Grippe kommen. [7]
Im Verlaufe der Erkrankung können ein sogenanntes Fehlriechen (Parosmie) und symptomatisches Nasenbluten auftreten. [8]

Behandlung einer Grippe

Einer Grippe kann man eventuell mit allgemeinen Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystemsvorbeugen; eine regelmäßige sportliche Betätigung, Saunieren oder die zusätzliche Einnahme von Vitamin C können hier empfohlen werden. [8][12]

Auch bei einer bereits beginnenden Grippe kann noch mit entsprechenden Verhaltensweisen dem Krankheitsverlauf entgegengewirkt werden. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung ist dabei genauso wichtig wie eintiefer und erholsamer Schlaf. [11][12] Da es während der Anfangsphase einer Grippe häufig bereits zu Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen kommen kann, sollte der Patient sich körperlich schonen; somit sind sportliche Betätigung oder körperliche Arbeit in dieser Zeit zu vermeiden. Nach 3–5 fieberfreien Tagen kann erneut mit einer leichten körperlichen Belastung begonnen werden. [7] Zur Fiebersenkung können verschiedene Hausmittel wieWaden- oder Quarkwickel, zur Behandlung des möglicherweise auftretenden Hustens auch Brustwickel,angewendet werden. [12] Wird durch die genannten Maßnahmen keine hinreichende Fiebersenkung erreicht, kann eine medikamentöse Therapie mit Cyclooxygenase-Hemmern (-Inhibitoren) vonnöten sein. Die Cyclooxygenase ist an der Produktion der Prostaglandine beteiligt. Dies sind spezielle Botenstoffe, die im Organismus vielfältige Funktionen haben. So vermitteln sie u. a. die Entstehung von Entzündungen und Fieber. Cyclooxygenase-Inhibitoren hemmen die Synthese (Produktion) der Prostaglandine und wirken so enzündungshemmend und fiebersenkend. [14] Zur Fiebersenkung kommen die Cyclooxygenase-Hemmer Paracetamol, Ibuprofen und Metamizol in Betracht. [10]

Traten die ersten Grippesymptome vor weniger als 48 Stunden auf, kann der Patient mit antiviralen Medikamenten behandelt werden; dies ist unabhängig davon, ob es sich um eine saisonal auftretende oder eine über mehrere Länder verbreitete Grippe (sogenannte pandemische Grippe) handelt. [3][4][7] Zur Prophylaxe und gleichzeitigen Therapie der durch den Serotyp A verursachten Grippe werden sogenannte Amantadineeingesetzt, welche das Freisetzen der viralen Erbanlagen (Uncoating) unterdrücken und damit den gesamten viralen Vermehrungszyklus beenden. [4][6] Des Weiteren existieren sogenannte Neuraminidase- Hemmstoffe wie Oseltamivir und Zanamivir. [6] Als Neuraminidasen werden Proteine bezeichnet, die sich auf der Oberfläche der Virushülle befinden und durch chemische Spaltung in der Lage sind, Viruspartikel aus infizierten Zellen freizusetzen. [5] Wird diese Spaltung nun durch die Neuraminidase-Hemmstoffe unterdrückt, können die Viruspartikel folglich nicht freigesetzt werden. Die weitere Ausbreitung des Virus wird so verhindert. [6]

Zu beachten

Um eine Verbreitung des Virus über die Luft einzudämmen, sollten Husten und Niesen in ein Taschentuch erfolgen oder ein Mundschutz getragen werden. Außerdem ist es wichtig, auf eine regelmäßige Händehygiene zu achten. [3]

Seit mehr als 60 Jahren gibt es zudem die Grippeschutzimpfung. Jährlich verabreicht, dient sie der Primärprävention (Vorsorge) einer Virusgrippe. [3] Mit dem Grippevirus kann sich praktisch jeder infizieren; eine Impfung wird jedoch besonders Kindern im Alter von 5 Monaten bis 2 Jahren, älteren Menschen ab 60 Jahren, Patienten mit chronischen Erkrankungen und Schwangeren empfohlen. Zusätzlich sollten Personen geimpft werden, die im Gesundheitssystem tätig sind. [3][13]

Eine Virusgrippe ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, vor der gegebenenfalls eine jährliche Impfung schützen kann! Können angewendete Hausmittel die auftretenden Symptome nicht lindern, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe