Grippe: Allgemein

Grippe trotz Impfung

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Weltweit sterben jährlich bis zu 500.000 Menschen an den Folgen einer Influenza-Infektion, der echten Grippe.[1] Vor allem alten und immungeschwächten Menschen wird daher eine Grippeimpfung empfohlen. Dennoch sind Fälle bekannt, bei denen grippegeimpfte Personen an Influenza erkranken.[2] Im Folgenden wird die Wirkweise einer Impfung erklärt und aus welchen Gründen eine Erkrankung an Grippe trotz Grippeschutzimpfung möglich sein könnte. Zudem wird erläutert, welche Voraussetzungen für eine wirksame Grippe-Impfung gegeben sein sollten.

Wirkweise der Grippeschutzimpfung in Grundzügen

Für viele Infektionskrankheiten gilt, dass Menschen zumindest einige Zeit nach überstandener Krankheit diese Erkrankung nicht mehr bekommen können und somit immun sind. Bei einer Impfung wird der Körper ebenso immun.[3] Um diesen Effekt bei der Virusgrippe zu erreichen, werden in Deutschland in der Regel sog. Totimpfstoffe verwendet. Dies sind Bruchstücke des Virus (Aktivimpfung), die üblicherweise in einen Muskel gespritzt werden. Da es sich nicht um lebensfähige Viren handelt, wird durch die Impfung selbst keine Grippeerkrankung verursacht.[4][5] Bestimmte Abwehrzellen bilden anschließend Antikörper gegen den fremden Stoff. Antikörper sind Eiweiße, die exakt zu den geimpften Virus-Bruchstücken passen. Sie sind ein extrem wichtiger Bestandteil der spezifischen Abwehr von Krankheitserregern und können im Fall einer Infektion aus den Gedächtniszelle des Immunsystems wieder mobiliert werden. Gelangen lebende Viren in den Körper, stehen auf diese Weise rasch die passenden Antikörper zur Verfügung und die Zerstörung der Krankheitserreger kann sofort beginnen.[6] Oft zeigen sich dann keine oder kaum Symptome – es besteht Immunität.[7]

Gründe für eine Erkrankung an Grippe trotz Impfung

Nach einer Impfung kann es bis zu 14 Tage dauern, bis das Immunsystem einen ausreichenden Schutz gegen das Virus entwickelt hat. Infiziert sich ein Geimpfter in diesem Zeitraum mit dem Erreger, kann eine Grippe zum Ausbruch kommen. Die Krankheitsverläufe sind jedoch oft milder bei vorbestehender Impfung. Zu weiteren Einschränkungen des Impfschutzes kann es kommen, wenn das Immunsystem nicht optimal arbeitet. Dies kann z.B. bei chronisch Kranken oder alten Menschen der Fall sein. Dennoch sollte gerade bei diesen Menschen versucht werden, durch eine Impfung schwerwiegende Folgen einer Grippeinfektion zu verhindern.[8] Hinzu kommt, dass zahlreiche weitere Erreger grippeähnliche Symptome verursachen können. Husten, Schnupfen und Fieber sind nicht spezifisch für das Influenza-Virus. Die Grippe-Impfung kann aber nur vor der echten Grippe, schützen. Sie schützt nicht vor Erkältungen, die von anderen Viren verursacht werden.[9] Ein bis zwei Tage nach einer Impfung ist es außerdem nicht untypisch, grippeartige Symptome zu haben. Erhöhte Körpertemperatur, Müdigkeit oder Kopfschmerzen sind Beispiele für Beschwerden, die nach Angaben des Robert Koch Instituts auch einfach Zeichen einer Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff sein können.[10] Da das Virus zudem sehr wandelbar ist und der Impfstoff viele Monate vor der Grippe-Saison entwickelt wird, kann es sein, dass dieser nicht schützt. Die Zusammenstellung des Impfstoffes ist daher immer eine Prognose, wie der Grippe-Erreger in der aktuellen Grippe-Saison beschaffen sein wird. Trifft diese nicht zu, dann passen die Antikörper des Immunsystems nach der Impfung nicht zum Virus und eine Infektion ist möglich. Aus der Wandelbarkeit des Virus folgt auch, dass jährlich ein neuer Impfstoff entwickelt und verabreicht werden muss.[11]

Voraussetzungen einer wirksamen Grippeschutzimpfung

Bei keiner Impfung kann die Wirksamkeit uneingeschränkt garantiert werden. Damit das Immunsystem angemessen auf die Impfung reagieren kann, sollte eine Grippeschutzimpfung aber frühzeitig, am Gesunden durchgeführt werden.[13] Genauere Fragen zur Wirksamkeit, den Risiken und wer sich impfen lassen sollte, sind individuell im ärztlichen Gespräch zu klären.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe