Grippe: Allgemein

Grippeimpfung nasal

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Ein neuer Grippeimpfstoff ist seit Kurzem für Kinder und Jugendliche verfügbar. Das Besondere an dieser Grippeimpfung besteht in der nasalen Injektion. Der Lebendimpfstoff wird durch die Nase in Form eines Nasensprays verabreicht und soll Kinder und Jugendliche vor Infektionen mit Influenza schützen.[1]

Im Folgenden werden die biologischen Hintergründe der Influenza Impfung erläutert sowie über die Anwendung und mögliche Risiken informiert.

Medizinische Fakten

Die Grippe ist eine akute Atemwegserkrankung, welche durch Infektionen der Schleimhäute (Tunica mucosa) des Atmungstrakts (Apparatus respiratorius) mit Influenza-Viren ausgelöst wird. Sowohl Schleimhautzellen der oberen als auch der unteren Atemwege können von den Erregern infiziert werden. Für gewöhnlich ist eine Grippe selbstlimitierend und heilt innerhalb von 1-2 Wochen vollständig aus. Symptome wie Husten (Tussis) und Abgeschlagenheit können über mehrere Wochen persistieren. Bei bestimmten Personengruppen kann die Influenza auch einen schwereren Verlauf mit Komplikationen nehmen.[2]

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt die saisonale Grippeschutzimpfung als einzige Prävention einer Infektion mit Influenza-Viren bzw. zur deutlichen Abschwächung des Krankheitsverlaufs. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt den sogenannten Risikogruppen die saisonale Grippeschutzimpfung. Für gewöhnlich wird die Impfung in Form eines Totimpfstoffs injiziert, d.h. abgetötete Viren bzw. deren Oberflächengene werden eingesetzt.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat nun für Kinder und Jugendliche im Alter von 2-17 Jahren einen neuen Influenzaimpfstoff freigegeben. Es wird ein Lebendimpfstoff, d. h. lebende Viren, nasal verabreicht. Der Wirkstoff soll gegen die gewöhnlichen Influenza-Stämme, wie bei den bisher herkömmlichen Schutzimpfungen gemäß WHO, schützen.

Präventionsmaßnahmen

Durch den Lebendimpfstoff „Fluenza“ soll eine natürliche Immunantwort auf die Grippeerreger ausgelöst werden. Durch die Applikation werden geringe Mengen von Viren oder Virenanteile verabreicht. Die Viren sind insofern attenuiert (abgeschwächt), dass die Krankheit bei immunkompetenten Personen nicht zum Ausbruch kommen soll. Infolge der infizierten Schleimhautzellen durch die Viren wird eine entsprechende Immunantwort ausgelöst und es kommt zur Bildung von spezifischen Antikörpern gegen die Antigene der Viren. Im Falle einer richtigen Infektion mit einem der Viren, die in der Schutzimpfung enthalten sind, werden die Erreger von dem Immunsystem wiedererkannt und abgetötet.[3]

[â] Bisher wurden Lebendimpfstoffe mittels Spritzimpfung (Injektion) oder Schluckimpfung (oral) verabreicht. Der Impfstoff „Fluenz“ wird hingegen nasal, d. h. mittels Nasenspray durch die Nase appliziert. Hierdurch soll eine Immunität der nasalen Schleimhautzellen erzielt werden (mucosale Immunität).[4]

Zu beachten

Der Impfstoff ist nur für Kinder und Jugendliche zwischen 2-17 Jahren freigegeben. Bei Erwachsenen konnte keine hinreichende Wirksamkeit nachgewiesen werden. Für Kinder unter 24 Monaten ist der Lebendimpfstoff nicht geeignet, da die erforderliche Immunkompetenz noch nicht ausreichend gewährleistet ist. In den Studien kam es in solchen Fällen nach der Impfung zu Infektionen und Hospitalisierungen.[5]

Durch den Impfstoff hervorgerufene Nebenwirkungen können beinhalten:

  • Kopfschmerzen
  • laufende Nase (Rhinorrhoe)
  • Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit

Weiterhin ist von der Schutzimpfung abzusehen, insofern die Kinder und Jugendlichen Salicylate einnehmen. Salicylate (entzündungshemmende, schmerzlindernde und fiebersenkende Arzneimittel, bspw. Aspirin) in Verbindung mit einer Influenza Infektion können das Reye-Syndrom mit schweren Leber und Gehirnschäden auslösen.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe