Grippe: Allgemein

RKI Grippeimpfung

© PantherMedia / Sven Hoppe

Die Grippe (saisonale Influenza) bezeichnet eine Infektion mit dem Influenzavirus. Dieses Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen, sei es durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen), sei es durch Schmierinfektion (Händedruck, Anfassen von Gegenständen, z. B. Türgriffe). Prinzipiell kann jeder, vorzugsweise während einer Grippewelle, daran erkranken. Die Symptome ähneln der einer Erkältung: Müdigkeit, Gliederschmerzen, Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, eine laufende Nase. Üblicherweise klingen diese Symptome oft nach einigen Tagen oder Wochen von selbst ab (selbstlimitierend). Bei bestimmten Personen kann jedoch eine normale Grippe weitaus schwerere Folgen haben. Sie kann sich beispielsweise bei geschwächten Personen bis zu einer schweren Lungenentzündung ausweiten. Die Influenza führt häufig zu einer Übersterblichkeit – also einer höheren Rate an Todesfällen als erwartet[1]. Für Personen mit einem erhöhten Risiko, einem schweren Verlauf der Grippe zu unterliegen, ist eine Impfung gegen das Influenzavirus sinnvoll [2].

Personen, die sich impfen lassen sollten

Die STIKO (Ständige Impfkommission) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt eine jährliche Impfung für folgende Personen:

  • Personen, die älter sind als 60 Jahre: Sie haben ein schwächeres Immunsystem, als jüngere Menschen.
  • Personen mit chronischen Krankheiten : Vor allem chronische Erkrankungen der Atemwege, Herz- und Kreislaufkrankheiten, Nieren- und Leberschaden, Immundefizienz, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose; auch Kinder und Jugendliche sollten sich dann impfen lassen.
  • Personen, die häufig Kontakt mit Geflügeltieren haben: Eine doppelte Ansteckung mit Grippevirus und der Vogelgrippe soll vermieden werden.
  • Schwangere in der Influenzazeit: Hier wird ein frühzeitiger Schutz des Kindes vor einer Ansteckung mit dem Virus gewährleistet.

Weiterhin wird empfohlen, Menschen mit häufigem Kontakt zu Risikopersonen zu impfen.

  • Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhaus oder Altersheimen
  • Personen, die in Altersheimen leben

Für Personen, die nicht in die genannten Kategorien fallen, wird die Impfung nicht ausdrücklich empfohlen. Sie schadet jedoch auch nicht [2].

Informationen zum Impfstoff

Normalerweise werden Totimpfstoffe verabreicht. Dies sind Moleküle, welche mit verschiedenen Antigenen – also Strukturen identisch mit denen auf der Oberfläche eines Virus – bestückt sind. Dadurch sind diese Moleküle nicht krankmachend und gewährleisten trotzdem eine Immunisierung des Organismus. Es werden Gedächtniszellen gebildet, welche bei einer etwaigen Infektion mit dem Influenzavirus schnell spezifische Antikörper bilden können. Jede Saison wird der Impfstoff neu konstruiert – die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) berücksichtigt hierbei die aktuelle Beschaffenheit der Influenzaviren, die im Umlauf sind. Es gibt Impfstoffe, wie Fluenz [4] oder Fluad [5] die wohl eine erhöhte Schutzwirkung gegenüber herkömmlichen Totimpfstoffen wie Afluria oder Bergripal [4] aufweisen. Dies sind zum Einen Impfstoffe mit zugesetzten Wirkverstärkern (Adjuvantien), welche die Immunantwort vor allem von älteren Personen verstärken sollen, zum anderen Lebendimpfstoffe, die vor allem für Kinder und Jugendliche bis 6 Jahren wirksam sein sollen [2].

Wirkt der Impfstoff tatsächlich?

Die Impfung bietet keinen 100-prozentigen Schutz gegen die Erkrankung mit der Grippe. Krankmachend ist das Virus bei Geimpften trotzdem, wenn sich diese kurz vor der Impfung oder vor Ausbildung der vollständigen Wirkung innerhalb von 10 bis 14 Tagen nach Impfung anstecken. Auch bei älteren Leuten oder Personen mit abgeschwächtem Immunsystem ist auch trotz Impfung eine Erkrankung möglich. Jedoch sind dann die Krankheitsverläufe milder als bei Personen, die keinen Impfschutz haben. Daher ist auch hier das Ziel der Impfung erreicht [2].

Nebenwirkungen der Impfung

Nebenwirkungen sind selten und mild. Diese können lokale Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung und Schwellung sein. Weiterhin ist es möglich, aufgrund der sich bildenden Immunantwort auf den Impfstoff, grippeähnliche Symptome zu bekommen. Dazu zählen Kopf- und Gliederschmerzen, fieberhafte Schübe und Müdigkeit. Allergische Reaktionen sind selten und bei Empfindlichkeit gegenüber Hühnereiweißen zu beobachten [2].

Modalitäten zur Impfung

Die beste Impfzeit ist vor dem Beginn der Grippewelle im Oktober oder November. Die Impfwirkung lässt jedoch bereits nach einer Saison nach, da sich Viren stets wandeln und neue Oberflächenproteine präsentieren. So ist es möglich, dass Influenzaviren Antigene tragen, die der eigene Körper noch nicht kennt, da im Impfstoff des vorigen Jahres gegen andere Oberflächenproteine immunisiert wurde. Deswegen wird unter Berücksichtigung der aktuellen Virenlage jährlich neu überprüft, welche Zusammensetzung des Impfstoffes sinnvoll ist. Die Impfung soll darum am besten jährlich neu erfolgen. Personen, die Fieber haben (> 38,5°C) sollten sich nicht impfen lassen. Weiterhin sollten Personen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß nach einem Impfstoff fragen, welcher diese Komponente nicht enthält. Kinder mit einer Immunschwäche sollten auf einen Lebendimpfstoff verzichten und sich mit dem Totimpfstoff impfen lassen [2].

Bezahlt die Krankenkasse?

Die Grippeimpfung gehört nicht zu den Pflichtimpfungen, sie wird jedoch ausdrücklich von der STIKO für bestimmte Personengruppen empfohlen, weswegen viele Krankenkassen die Impfung bezahlen. Es ist zu empfehlen, sich bei der eigenen Krankenkasse zu erkundigen [3].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe