Grippe: Allgemein

Nach Grippeimpfung ansteckend?

© PantherMedia / Edward Bartel

In den Wintermonaten steigt die Anzahl der Grippeerkrankungen. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt vor allem den Risikogruppen, d. h. insbesondere Personen mit geschwächtem Immunsystem, eine jährliche Grippeschutzimpfung.[1]

Ob der Betroffene nach einer solchen Grippeimpfung ansteckend ist, sowie über Hintergrundwissen wird im Folgenden aufgeklärt.

Medizinische Fakten

Eine Grippe ist eine virale Atemwegsinfektion. Diese sog. Influenzaviren können in Influenza A, B und C eingeteilt werden. Sie besitzen ein segmentiertes Genom, welches durch einen Eiweißmantel geschützt ist. In der Hülle befinden sich spezifische Oberflächenantigene: Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) für die Aufnahme und wieder Freisetzung des Virus von der Wirtszelle. Nach diesen werden die Viren weiter klassifiziert- Bsp: H1N1 – das Schweinegrippevirus.[2]

Die hochpathogenen Influenzaviren gelangen durch Mund und Nase in den Nasopharynx (Nasenrachenraum), von wo aus sie Zellen der Schleimhäute(Tunica mucosa) infizieren. Die Infektion breitet sich sowohl in den oberen als auch in den unteren Atemwegen aus.[3]

Prävention

Zur Prävention und Milderung einer Influenzaerkrankung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO und STIKO insbesondere den Risikogruppen die saisonale Grippeschutzimpfung.[4] Für gewöhnlich wird ein Totimpfstoff injiziert oder oral verabreicht (Schluckimpfung), d.h. es werden ausschließlich nicht reproduzierbare Viren bzw. deren Bestandteile appliziert.[5]

Seit Kurzem ist für Kinder und Jugendliche darüber hinaus ein Lebendimpfstoff in Form eines Nasensprays verfügbar. Bei dieser Variante werden attenuierte (abgeschwächte) Viren verabreicht.[6]

Die in der Impfung enthaltenen Oberflächenantigene lösen eine Immunantwort der Patienten aus. Kommt es anschließend zu einer Infektion mit den in der Impfung übereinstimmenden Influenzastämmen, werden die Oberflächenantigene von dem Immunsystem widererkannt und die Viren abgetötet.

Mythen

Oftmals wird angenommen, dass die Schutzimpfung eine Grippeerkrankung auslösen kann und diese ansteckend ist. Eine Influenzaerkrankung kann jedoch nicht ausgelöst werden, da die verabreichten Virenbestandteile beim Totimpfstoff nicht vermehrungsfähig sind und es besteht folglich keine Ansteckungsgefahr. Es können allerdings grippeähnliche Symptome in Erscheinung treten, welche auf die Immunantwort gegen die in dem Impfstoff enthaltenen Antigene zurückzuführen ist.

Bei dem Lebendimpfstoff werden hingegen intakte, reproduzierbare Viren verabreicht. Diese attenuierten Viren werden in geringer Dosis appliziert. Jedoch ist theoretisch eine Übertragung der Viren auf andere Menschen möglich.[7]

Die Schutzimpfung wird als einzige wirksame Prävention angesehen. Eine Infektion mit Influenza lässt sich dadurch jedoch nicht zu 100% vermeiden. Allerdings kann der Krankheitsverlauf dadurch wesentlich milder verlaufen und die Letalität (Sterblichkeitsrate) gesenkt.[8]

Weiterhin schützt die Impfung nicht vor allen Influenzaviren. Aufgrund des instabilen Genoms der Viren unterliegen diese einer hohen Mutationsrate, weshalb es zu ständigen Veränderungen im Genom der zirkulierenden Viren kommt.[9]

Es ist daher möglich, auch nach einer Grippeimpfung an Influenza zu erkranken, welche ansteckend ist.

Risiken

Bei Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffes sollte von der Impfung abgesehen, bzw. auf einen anderen Impfstoff ausgewichen werden.

Bei einem akuten Infekt oder Fieber sollte die Impfung erst nach der Genesung erfolgen.

Mögliche Nebenwirkungen einer Grippeimpfung können umfassen:

  • Schwellung und Rötung der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen
  • erhöhte Temperatur
  • Krankheitsgefühl

Da stetig neue Varianten entstehen, sollte die Impfung jährlich neu durchgeführt werden, um einen hinreichenden Schutz zu gewährleisten.[10]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe