Grippe: Allgemein

Grippeimpfung per Nasenspray

© PantherMedia / Elvira Gerecht

In der kalten Jahreszeit steigen die Grippefälle rasant an. Jährlich erkranken viele Menschen an der Virusgrippe. Vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen. Insbesondere den sogenannten Risikogruppen wird daher eine jährliche Grippeimpfung empfohlen, die für gewöhnlich in Form eines Totimpfstoffs verabreicht wird.

Neuerdings ist ein Lebendimpfstoff erhältlich, welcher mittels Nasenspray in die Nase appliziert wird. Nachfolgend wird auf die Wirkungsweise dieses neuen Impfstoffs eingegangen und die Anwendung erläutert.

Medizinische Fakten

Die Influenza ist eine Virusgrippe, welche eine ernsthafte Erkrankung darstellt und akute Atemwegsinfektionen auslöst. Der Grippe können die 3 Untergruppen Influenza A, B und C zugeteilt werden, wobei die Influenza A als gefährlichste Form für den Menschen gilt.

Die Influenza-Viren sind hochpathogen (stark krankmachend) und hochansteckend, wobei bereits eine geringe Dosis eine Infektion einleiten kann. Die Viren gelangen als feine Partikel über die Atemluft, sogenannte Aerosole, durch Mund und Nase auf die Schleimhäute (Tunica mucosa) des Nasopharynx (Nasenrachenraum). Hier infizieren sie Epithelzellen der oberen und unteren Atemwege.

Etwa 1-3 Tage nach der Infektion treten die Krankheitssymptome plötzlich und fulminant in Erscheinung. [2]

Präventionsmaßnahmen

Neben Hygienemaßnahmen gilt nach wie vor die Grippeimpfung als einzige wirksame Prävention, welche jedes Jahr auf die aktuell zirkulierenden Virenstämme angepasst und neu durchgeführt werden muss.

Seit kurzer Zeit ist eine neue Impfung in Form eines Lebendimpfstoffs verfügbar, der sich von den gewöhnlichen Totimpfstoffen unterscheidet und eine bessere Wirksamkeit gewährleisten soll. Die Grippeerreger werden attenuiert (abgeschwächt) verabreicht, sodass es bei immunkompetenten Personen nicht zu einem Ausbruch der Krankheit kommen soll. Es soll jedoch eine natürliche Immunantwort auf die Viren ausgelöst und Antikörper gegen die spezifischen Oberflächenantigene gebildet werden.[3]

[â] Das Besondere an dem Impfstoff Fluenz ist die nasale Verabreichung mittels Nasenspray durch die Nase. Somit treten die Viren, wie auch bei einer echten Infektion, in direkten Kontakt mit den Schleimhäuten (Tunica mucosa) des Nasenrachenraumes (Nasopharynx). Eine Immunität der Schleimhautzellen (mucosale Immunität) soll hierdurch erreicht werden.[4]

Zu beachten

Dieser vielversprechende Lebendimpfstoff ist ausschließlich für Kinder und Jugendliche zwischen 2-17 Jahren durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. Für Kinder unter 2 Jahren ist dieser Lebendimpfstoff nicht geeignet, da die Immunkompetenz noch nicht gewährleistet ist. Bei Erwachsenen konnte in den Studien keine hinreichende Wirksamkeit dieser Impfung nachgewiesen werden.

Insofern die Kinder Salicylate (entzündungshemmende, schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente) einnehmen, darf der Lebendimpfstoff nicht verabreicht werden. Salicylate können in Verbindung mit einer Influenza das Reye-Syndrom mit schweren Leber- und Gehirnschäden auslösen.[5]

Im Rahmen der Impfung kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • laufende Nase (Rhinorrhoe)
  • Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe