Husten: Ursachen

Husten durch Herz-Erkrankung?

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Nicht immer liegt dem Husten eine Infektion oder Asthma zu Grunde. Auch einige kardiale (Herz-) Erkrankungen wie eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) oder ein AV- Block, auf welche im Folgenden näher eingegangen wird, können Atemnot sowie Husten hervorrufen.[1]

Medizinische Fakten

Zu ca. 95% ist der Husten banal und verläuft selbstlimitierend. In nur ca. 4- 5% der Fälle liegt dem Husten ein ernstes, behandlungsbedürftiges Leiden zu Grunde. In diesem Text werden zwei dieser ernsten Erkrankungen beschrieben welche unbedingt ärztlich behandelt werden sollten.[2]

Herzinsuffizienz:

Von einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) wird gesprochen, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, periphere Organe in ausreichender Menge mit Blut und somit mit Sauerstoff oder Substraten zu versorgen.[3]

[3] Die häufigste Ursache ist die chronische Überlastung des Herzens, wie sie z.B. bei einem arteriellen Bluthochdruck (art. Hypertonie) besteht, dicht gefolgt von der koronaren Herzerkrankung. Zahlreiche Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Rauchen, Alkolholabusus, erhöhtes Cholesterin (Hypercholesterinämie) und Fettleibigkeit (Adipositas) begünstigen die Entstehung einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) bzw. einer koronaren Herzerkrankung (Erkrankung der Herzkranzgefäße) und somit auch die Entwicklung einer Herzinsuffizienz.

Je nachdem ob die rechte (Rechtsherzinsuffizienz) oder linke Kammer (Linksherzinsuffizienz) betroffen ist treten unterschiedlichste Symptome auf.

Das rechte Herz nimmt venöses, sauerstoffarmes Blut aus dem Körperkreislauf auf und pumpt es in den Lungenkreislauf. Dort erfolgt die Abgabe von Kohlendioxid und Anreicherung mit Sauerstoff. In dieser Form gelangt das nun sauerstoffreiche Blut über die Venae pulmonales (Lungenvenen) aus der Lunge in das linke Herz von wo aus es dann wieder in den Körperkreislauf gepumpt wird.

Bei einer Insuffizienz des rechten Herzens kommt es somit zu einem Blutrückstau in den Körperkreislauf und dadurch zu einer gesteigerten Filtration von Flüssigkeit aus dem Blut ins Gewebe was zu Schwellungen (Ödeme), vor allem in den Beinen bzw. Füßen, führt.[4]

[4] Bei einer Linksherzinsuffizienz kommt es zum Rückstau in den Lungenkreislauf was in weiterer Folge zu einer Ansammlung von filtrierter Flüssigkeit in den Lungenbläschen (Alveolen) mit sich bringt. Die Bereiche, in denen sich die Alveolen mit Flüssigkeit gefüllt haben, können daher nicht mehr richtig belüftet werden was zu einer chronischen Sauerstoffunterversorgung des Organismus führt. Diese manifestiert sich neben kühlen Händen und Füßen unter anderem alsBlaufärbung der Schleimhäute (Zyanose).

Bei einer leichten bzw. beginnenden Herzinsuffizienz kommt es nur bei Anstrengung zu Atemnot. Die chronische Herzschwäche, führt zu trockenem Husten und zu Atemnot. In sehr schwären akuten Fällen kommt es durch das Lungenödem zu Husten mit schaumig- blasigen Auswurf und zu Zuständen schwerer Atemnot.[5]

AV- Block:

Der AV-Knoten ist einer der Taktgeber der Herzfrequenz durch die Übermittlung von schwachen elektrischen Impulsen. Die Einteilung eines AV- Blocks erfolgt in mehreren Stadien. Es lässt sich jedoch sagen, dass ihm immer eine gestörte Reizüberleitung im Bereich des AV- Knotens (Übergang von Vorhof zu Herzkammer) zu Grunde liegt. Dieser Defekt führt zu einer mehr oder weniger ausgeprägten bradykarden (Unterschreitung dem Alter entsprechenden physiologischen Herzfrequenz) Herzrhythmusstörung. Dadurch sinkt das Blutvolumen welches das Herz pro Minute fördert und es kann zu einempulmonalen Rückstau (Lungenstauung) bzw. zu einem Lungenödem kommen, was wie bei der Linksherzinsuffizienz zum oben beschriebenen Husten führt.[6]

[6] Andererseits wird vermutet, dass massives Husten, das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus auf die Seite des Parasympathikus verschiebt (Vagotonie) und dadurch auch einen AV- Block auslösen kann.

Biologischer Zusammenhang

In der Lunge bzw. in den Alveolen befinden sich verschiedene Rezeptoren welche auf diverse Reize reagieren. Zum Beispiel lösen die so genannten juxtakapillären Rezeptoren, bei einer Flüssigkeitsansammlung in den Alveolen, einereflektorische Verengung der Bronchien, eine gesteigerte Sekretion von Schleim, sowie eine flache und schnelle Atmung (Hyperventilation) aus, was im weiterem den Hustenreiz hervorruft.[7]

Zu Beachten

Sollten neben dem Husten weitere Symptome wie Luftnot, Kurzatmigkeit, Zyanose, Schwellungen in der Extremitäten oder von außen hörbare rasselnde bzw. keuchende Atemgeräusche in Erscheinung treten, könnte dies auf ein Lungenödem hinweisen und es muss umgehend medizinische Hilfe in Anspruchgenommen werden.[8]

[8] Auch bei plötzlicher Verschlimmerung der Symptome eines bereits bekannten (chronischem) Lungenödems sollte möglichst rasch ein Arzt konsultiert werden.