Husten: Ursachen

Husten durch HIV?

© PantherMedia / Sebastian Kaulitzki

Lang anhaltender, starker und meist trockener Husten (Tussis) kann ein Symptom einer Infektion mit dem HI-Virus (human immunodeficiency virus) sein. Eine Selbstdiagnose bei dieser Erkrankung ist aber in keinem Falle möglich, zur genauen Ursachenabklärung muss immer ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Prozesse dabei im Körper des Betroffenen ablaufen und welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, wird im Folgenden beschrieben.

Medizinische Fakten

Bei vielen Betroffenen kommt es nach der Infektion mit HIV zum Auftreten diverser unspezifischer Symptome. Meist werden diese als grippeähnlich beschrieben und können mit lang anhaltendem, trockenem Husten einhergehen.

Aufgrund der allgemeinen Immunschwäche, die durch HIV hervorgerufen wird, kann es im Verlauf der Erkrankung zu heftigen, sich wiederholenden Infekten kommen, welche wiederum oft mit Husten einher gehen.[1]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Der HI-Virus befällt spezifische Zellen des Immunsystems (sog. T4-Helferzellen, Leukozyten). Bei der Vermehrung des Virus werden die Zellen zerstört, so dass deren Anzahl im Blut dramatisch absinkt. Das Immunsystem wird dadurch stark geschwächt und Krankheitserreger können sich im Körper leichter ausbreiten.[2] Eine Haupteintrittspforte für Bakterien und Viren sind dabei die Atemwege. Sonst harmlose Keime, die vom menschlichen Immunsystem abgetötet werden, können sich ungebremst ausbreiten. HIV Patienten erkranken deshalb gehäuft an banalen Entzündungen der oberen Atemwege (Bronchitiden) und wiederholten Lungenentzündungen (Pneumonien).[3]

Hinzu kommen einige Erkrankungen, die gehäuft bei einer HIV Infektionauftreten (sog. AIDS definierende Erkrankungen). Hierzu zählen das Kaposi-Sarkom, Lymphome sowie eine spezielle, durch einen Pilz verursachte Lungenentzündung (Pneumocystis jiroveci Pneumonie, PjP).[4] Durch chronische Reizzustände kommt es auch bei diesen Erkrankungen zu trockenem Husten.

Die durch sogenannte Mykobakterien hervorgerufene Tuberkulose tritt ebenfalls häufig bei HIV Infektionen auf. Bei dieser Erkrankung kommt es auch zu Husten gegebenenfalls mit Auswurf (Sputum)[5]

Risiken

Das Risiko, eine der oben genannten Erkrankungen der Atemwege zu bekommen, steigt mit dem Fortschritt der HIV Infektion. Je mehr das Immunsystem geschädigt ist, desto wahrscheinlicher ist auch das Auftreten der Erkrankungen, die Husten hervorrufen.

Bei längerem, trockenen Husten, dem keine mögliche Ursache zugeordnet werden kann, sowie dem Verdacht auf eine mögliche Ansteckungsquelle sollte ein HIV-Test gemacht werden. HIV ist nach wie vor nicht heilbar, je früher jedoch HIV diagnostiziert wird, desto besser kann die Krankheit behandelt werden.[6]

Auch sollte der Arzt konsultiert werden, wenn weitere Symptome bemerkt werden:

  • geschwollene Lymphknoten
  • weiße Beläge auf Schleimhäuten
  • blutiger Auswurf

Selbst einfacher Husten, dem normalerweise eine relativ ungefährliche Infektion zugrunde liegt, erfordert bei HIV positiven Personen eine spezielle Behandlung. Bleibt diese aus, kann dies je nach Fortschritt der HIV Infektion bis zum Tod führen.