Husten: Ursachen

Husten (ohne Auswurf) – Lungenkrebs?

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Husten (Tussis) kann auf vielerlei Arten auftreten. Es kann grob zwischenproduktivem Husten mit und unproduktivem Husten ohne Auswurf unterschieden werden. Ein solcher trockener Reizhusten kann eine Reihe von Ursachen haben; die häufigsten sind Erkrankungen der Atemwege wie eine Erkältung (grippaler Infekt) oder eine Bronchitis. Aber gerade auch chronischer Reizhusten kann auf eine schwerwiegendere Erkrankung hindeuten:Lungenkrebs. Warum Lungenkrebs eine Ursache für Husten ohne Auswurf sein kann, welche Prozesse im Körper ablaufen und welche Risiken beachtet werden müssen, zeigt der folgende Text.

Medizinische Fakten

Husten ist eine natürliche Reaktion auf die Reizung der Atemwegsschleimhäute, die dazu dient, mögliche Fremdkörper, Staub, Schleim und Krankheitserreger aus dem Körper zu entfernen. Dieser Reflex stellt eineSchutzfunktion dar. Daher wird Husten meist von Auswurf begleitet, der aus den zu entfernenden Stoffen besteht. Trockener Husten wird nicht von Auswurf begleitet, er ist meistens von hoher Intensität und raubt den Betroffenen vor allem nachts den Schlaf. Reizhusten kommt vor allem im Rahmen von Infekten, z. B. einer Erkältung, vor. Er tritt in der ersten Phase der Erkrankung auf, in der noch kein auszuhustender Schleim gebildet wurde. In diesem Fall wird er als akuter Husten bezeichnet. [1]

Tritt trockener Husten chronisch auf, kann dies auch schwerwiegendere Ursachen haben, z. B. Lungenkrebs. Lungenkrebs ist eine recht häufige Krebserkrankung, die meist erst sehr spät durch Symptome auffällt. Mögliche Symptome sind Husten, Luft- und Atemnot, Gewichtsverlust oder Schmerzen in der Brust oder den Knochen. Letztere treten allerdings oft erst nach der Ausbreitung des Krebses auf. [2]

Allgemeiner Husten, der mehr als drei Wochen andauert, oder chronischer Husten wie z. B. Raucherhusten, der sich verschlimmert, können ein Zeichen für Lungenkrebs sein. Weitere, erst später hinzukommende Symptome können sein: [3]

  • länger anhaltender Auswurf mit und ohne Blutbeimengung
  • unklare Fieberschübe (Pyrexie)
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Brustschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Leistungsminderung und Gewichtsverlust
  • Heiserkeit (Dysphonie) sowie Schluckbeschwerden
  • Knochenschmerzen
  • Lymphknotenschwellungen oberhalb des Schlüsselbeins

Biologischer Zusammenhang

Lungenkrebs beginnt meist in den Zellen der unteren Atemwege, den Bronchien. Deswegen wird er auch als Bronchialkarzinom bezeichnet. [4] Der Tumor selbst oder auch durch die Erkrankung angeschwollene Lymphknoten im Bereich der Lunge verursachen eine Kompression (ein Zusammenpressen) der großen Luftwege, Lungenmetastasen oder Pleuraergüsse. [5] Aufgrund dieser Verengung entsteht der Husten: Die Fühler in den Atemwegen werden gereizt und senden ein Signal zum Gehirn, das den Hustenreiz auslöst. [1] Durch die teilweise unzureichende Belüftung des Lungengewebes kann sich in einigen Fällen auch eine Lungenentzündung entwickeln, die ebenfalls Husten verursacht und als weiterer Hinweis auf die Krebserkrankung dienen kann. [5]

Zu beachten

Zunächst einmal muss chronisch auftretender Reizhusten nicht gleich eine vorliegende Lungenkrebserkrankung bedeuten. Er kann viele Ursachen haben. Trockener Husten, der bis drei Wochen andauert, kann vorerst ruhig beobachtet werden. Sollte er allerdings länger anhalten und trotz ärztlicher Behandlung keine Linderung eintreten, sollte explizit Rücksprache mit dem behandelnden Arztgehalten und Lungenkrebs in die Auswahl möglicher Ursachen mit einbezogen werden. [5]

Personen, die regelmäßig den folgenden Risikofaktoren ausgesetzt sind, sollten besonders aufmerksam sein:

  • Rauchen
  • Arbeiten in den Bereichen Bau, Bergbau und Metallverarbeitung aufgrund der Feinstaubbelastung (Asbest, Quarzstäube, Arsen-, Chrom- und Nickelverbindungen)
  • Umweltbelastungen wie Luftschadstoffe oder radioaktive Stoffe (Edelgas Radon) [6]

Treten bei Personen dieser Risikogruppen typische Symptome wie der trockene Husten auf, sollte schnell ärztlicher Rat eingeholt werden und eine differenzierte Diagnose erfolgen. Im Fall von Lungenkrebs ist eine frühestmöglicheBehandlung lebenswichtig.