Husten: Ursachen

Husten nach Joggen (Sport)

© PantherMedia / Ashok Tholpady

Husten ist ein sehr häufiges Krankheitsbild, das vor allem während der Wintermonate und auch nach Sport im Freien, wie beispielsweise beim Joggen auftreten kann. Auch Halsschmerzen und Schnupfen können nach körperlicher Aktivität im Winter vermehrt auftreten, da die Schleimhaut der Atemwege durch die kalte, trockene Luft stark gereizt werden. Im Folgenden soll auf die medizinischen Fakten, den biologischen Zusammenhang und die Behandlung eingegangen werden.

Medizinische Fakten

Ein Husten ist ein bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftretendes Beschwerdebild, das vor allem in der kalten Jahreszeit äußerst häufig ist. Auslösend sind meist virale Infekte durch Rhino-, Adeno, Influenza-, oder Coronaviren[1], die eine Entzündung der Rachenschleimhaut hervorrufen und dadurch zu Husten führen können. Die Erkältung dauert dann meist rund 7 Tage. Ein direkt nach dem Joggen im Freien auftretender Reizhusten wird oft durch die vermehrte Atmung im Rahmen der körperlichen Belastung und durch die trockene, kalte Luft hervorgerufen, da die Schleimhaut dabei austrocknet und stark gereizt wird. Meist klingt dieser Husten aber spätestens am nächsten Tag ab[2].

Chronischer Reizhusten hingegen wird oft durch Schadstoffe (Gase, Staube, Chemikaliendämpfe, die im Rahmen der beruflichen Tätigkeit inhaliert werden) hervorgerufen, die eine Entzündung der Bronchialschleimhaut (Bronchitis) triggern[3]. Auch Raucher sind häufig von chronischem Husten betroffen. Aber auch Allergien, vor allem Hausstaubmilben- und Nahrungsmittelallergien können durch ständige Reizung der Atemwege zu starkem Husten führen. Eine weitere Ursache ist die Refluxkrankheit, bei der durch eine Schwäche des unteren Schließmuskels der Speiseröhre Magensäure zurück in die Speiseröhre fließen kann. Der Magensaft kann sogar bis in die Luftröhre zurückfließen und dort eine Entzündung provozieren.

Ein Reizhusten kennzeichnet sich durch nicht schleimfördernde, unproduktive Hustenanfälle und kann ein Fremdkörpergefühl im Hals hervorrufen. Betroffene klagen meist über einen stechenden Schmerz und einen trockenen Hals. Die Hustenanfälle bewirken dabei keine Linderung der Beschwerden, der Reiz besteht weiterhin.

Biologischer Zusammenhang

Durch regelmäßige sportliche Aktivität kann die Immunabwehr gestärkt werden, da der Körper durch die Belastung einem erheblichen Stress ausgesetzt wird und dadurch viele kleine Entzündungen entstehen. Im Prinzip hat Sport also eine ähnliche Wirkung wie Infektionen, die ebenfalls Stress für das Immunsystem bedeuten. Durch häufige sportliche Belastung wird die Immunabwehr „trainiert“ und so die Aktivität der unspezifischen Abwehr erhöht: Abwehrzellen wie Granulozyten (die häufigsten weißen Blutzellen), Monozyten und Natürliche Killerzellen sind vermehrt aktiv und die Toleranz gegenüber oxidativem Stress steigt[4]. Durch die regelmäßige Forderung der körpereigenen Abwehr kann diese so im Rahmen eines Infektes effektiver auf eindringende Erreger reagieren.

Vor allem während der Wintermonate sind Erkältungsbeschwerden nach Joggen häufig, da durch die zumeist leichte Bekleidung und die äußeren Einflüsse die Körpertemperatur sinkt. Es kommt zu einer peripheren Auskühlung des Körpers und die Durchblutung der Extremitäten, der Haut und vor allem der Schleimhaut nimmt ab, was zu einer verminderten Aktivität der Immunzellen führt. Weiters wird die durch den Mund eingeatmete Luft im Gegensatz nur Atmung durch die Nase nicht erwärmt und gefiltert. Dadurch kommt es durch die gesteigerte Atemfrequenz bei sportlicher Belastungen zur Auskühlung und Austrocknung der Atemwege[[5]] . Daraus resultiert wiederum eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Erregern wie Viren oder Bakterien.

Als Schutzmechanismus wird im Rahmen einer Entzündung oder starken Reizung des Rachens ein Impuls an spezielle Areale im Gehirn weitergeleitet, dort umgeschaltet und so nachfolgend der Hustenreflex ausgelöst.

Behandlung

Akut nach dem Joggen auftretender Husten bedarf keiner Behandlung, meist sind die Beschwerden am Folgetag verschwunden. Auch virale Infekte, die neben Husten auch typische Erkältungssymptome wie Schnupfen, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit verursachen, sind in der Regel selbstlimitierend und klingen nach rund einer Woche ab. Körperliche Schonung, Heißgetränke und Lutschtabletten können den Verlauf dabei positiv beeinflussen. Bei Ausbleiben einer Besserung nach einer Woche, gelb-grünlichem Schleimauswurf oder eitrig belegten Mandeln liegt eine bakterielle Infektion nahe, was die Konsultation eines Arztes und eine antibiotische Therapie notwendig macht.

Dauert der Husten länger als 3-4 Wochen wird er als chronisch bezeichnet und eine fachärztliche Abklärung ist angezeigt. Je nach Ursache sollte dann eine spezifische Therapie erfolgen, wie beispielsweise das Tragen einer Schutzmaske bei beruflicher Exposition zu Schadstoffen oder das Vermeiden bestimmter, allergieauslösender Nahrungsmittel.

Zu beachten

Bestehen bereits Erkältungszeichen wie Abgeschlagenheit, Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen sollte von sportlicher Aktivität abgesehen werden, da es zu einer Verschlimmerung des bestehenden Infekts kommen kann.

Bei Aktivitäten im Freien während der Wintermonate sollte auf eine entsprechende Bekleidung inklusive Kopfbedeckung geachtet werden, um ein übermäßiges Auskühlen zu verhindern.