Husten: Ursachen

Husten durch Pollen

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Wenn Husten durch Pollen ausgelöst wird, dann hat dies meist ein allergisches Asthma als Ursache. Asthma kommt aus dem griechischen und bedeutet „Atemnot“ oder „Beklemmung“. In Deutschland leiden 10% aller Kinder und 5% aller Erwachsenen darunter. Im Kindesalter ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung der Atemwege. Das allergische Asthma beginnt oftmals bereits im Kindesalter und tritt bei Jungen doppelt so häufig wie bei Mädchen auf.

Im Folgenden wird auf medizinische Informationen, biologische Zusammenhänge und Behandlungsmöglichkeiten des Asthmas eingegangen[1].

Medizinische Fakten

Kinder in Entwicklungsländern leiden nachgewiesen weniger an allergischem Asthma und Allergien als Kindern in Industrienationen. Hierfür gibt es viele Theorien. Eine ist die sogenannte „Hygienetheorie“, welche besagt, dass je weniger Kinder mit Mikroorganismen (Bakterien, Viren) in Kontakt kommen, sie um so eher ein allergisches Asthma bekommen. Die Theorie bedeutet, dass bei starker Hygiene das Immunsystem nicht ausreichend ausgelastet und trainiert wird. Dieses fängt an, sich auf untypische Reize zu sensibilisieren (Pollen). Das Immunsystem reagiert sozusagen mit einer Überempfindlichkeitsreaktion auf ansonsten untypische Reize wie Pollen. Die deutsche Atemwegsliga definiert das allergische Asthma als eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege. Diese ist charakterisiert durch eine Überempfindlichkeit der luftleitenden Wege in der Lunge (Bronchien) und eine Verengung der Luftwege bei Kontakt mit den auslösenden Partikel (Pollen). Diese Verengung ist meist rückgängig, kann aber durch die Entzündung auch länger anhalten. Es gibt viele verschiedene Pollen, welche im Laufe des Jahres in der Luft sind. Das allergische Asthma ist anfangs meist gegen bestimmte Pollen gerichtet, zum Beispiel: Birke mit der Hauptblüte im April; Ambrosia mit Hauptblüte Oktober/November[1].

Biologischer Zusammenhang

Falls beide Elternteile an Asthma leiden, dann haben die Kinder ein Erkrankungsrisiko von 60-80% auch an Asthma zu erkranken. Selbst wenn das Kind „nur“ unter allergischem Schnupfen leidet, kommt es bei jedem vierten Kind zu einem Pollenasthma nach 10 Jahren. Dies nennt man „Etagenwechsel“ von der Nase zu den Atemwegen. Dies zeigt, dass Asthma vererbt werden kann. Jedoch gibt es nicht das „eine Gen“, welches das allergische Asthma auslöst und leicht identifiziert werden kann. Sondern an der Entstehung von einem allergischen Asthma sind viele Gene beteiligt (Polygenie). Aus noch unbekannten Gründen erkrankt nicht jeder, der diese auslösenden Gene trägt. Diese veränderten Gene können nicht nur das allergische Asthma auslösen, sondern auch Neurodermitis (atopische Dermatitis) und Heuschnupfen (allergische Rhinitis). Diese Erkrankungen kommen oftmals zusammen vor und werden als Komplex als atopische Erkrankungen bezeichnet.

Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine vermehrte Bildung von Abwehrstoffen (Immunglobulin E), welche speziell Pollen erkennen. Diese Abwehrstoffe lagern sich an Mastzellen an, welche sich unter anderem in der Atemwegsschleimhaut befinden. Kommt der auslösende Pollen, dann erkennen die Abwehrstoffe (Immunglobulin E) auf der Mastzelle diese, setzen ihre Entzündungsstoffe frei (Histamin, Leukotriene, Bradykinin). Diese Stoffe lösen einesofortige Verengung der Luftwege aus. Dies ist eine Sofortreaktion und wird tritt anfallartig bei Kontakt mit der auslösenden Polle auf.

Symptome äußern sich wie folgt:

  • Anfallartiges Auftreten von Atemnot (Leitsymptom!)
  • Starker Husten
  • Verlängerte Ausatmung (durch die verengte Atemwege und die überblähte Lunge)
  • Herzrasen
  • Lautes Geräusch beim Einatmen (Stridor)

Neben dieser Sofortreaktion, kommt es durch die Freisetzung der Entzündungsmediatoren zu einer Spätreaktion (6 bis 12 Stunden später) mit einer Entzündung der Atemwege,bronchiale Überempfindlichkeit und anhaltende Verengung. Eine anhaltende Entzündung führt zu einer Überproduktion von zähem Schleim, Umbauvorgänge der luftleitenden Wege und Krampf der Atemwegsmuskulatur. Bei andauerndem Kontakt zu dem auslösenden Pollen kann sich die Überempfindlichkeit auf andere Partikel übertragen(Zigarettenrauch, trockene Luft etc)[1].

Behandlung

Falls der Verdacht auf ein allergisches Asthma besteht, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen und die auslösenden Pollen zu identifizieren. Je nach Schwere des Asthmas muss eventuell mit Medikamenten interveniert werden. Es gibt jedoch einige Allgemeinmaßnahmen, welche das Pollenasthma verbessern können[1].

Medikamentöse Therapie

Grundlegend sollte jeder Patient, egal wie schwer das Pollenasthma ausgeprägt ist, ein schriftlichen Therapieplan und eine Asthmaschulung erhalten. Für die Medikamente gibt es einen 5-Stufenplan, je nach Stärke des Asthmas kommt dieser zur Anwendung. Grundlegend werden antientzündliche Medikamente verabreicht. Bei Bedarf (im Anfall) werden Notfallmedikamente eingenommen, welche zu einer Atemwegsentkrampfung führen und damit die Luftnot lindern.
Ziel der Behandlung ist nicht, nur ein Medikament zu verabreichen, sondern die Vorteile der verschiedenen Wirkstoffe zu kombinieren. Darüber hinaus kann ein Asthmatagebuch geführt werden, welches den Verlauf der Erkrankung über das Jahr und die Wirkung der Medikamente protokolliert. Möglicherweise können weiter auslösende Pollen so identifiziert werden. In der Patientenschulung lernt der Patient mit der Erkrankung umzugehen und die Selbstanwendung eines Messgerätes. Dieses Gerät misst die Atemstromstärke (Liter Luft pro Sekunde). Die Beurteilung erfolgt im Ampelschema[1]:

  • Grün: 100-80% der persönlichen Bestleitung:
    Beschwerdefreiheit
  • Gelb: 80-60% der persönlichen Bestleistung: Beschwerden, dringender Handlungsbedarf entsprechend des Stufenplans
  • Rot: <60% der persönlichen Bestleitung: Notfallmedikamente und sofort Arzt konsultieren!

Allgemeinmaßnahmen

Psychische Faktoren

Asthma ist keine psychische Erkrankung, jedoch kann eine aufgebrachte Psyche (Wut oder Ärger) sich negativ auswirken. Entspannung spielt eine zentrale Rolle. Besonders empfehlenswert zur Bewältigung des stressigen Alltags sind daher Atemübungen, Entspannungstechniken und Joga. Regelmäßige Ausflüge ans Meer oder in die Berge (Pollensaison beachten!) können einen psychischen Ausgleich schaffen und die Atemwege beruhigen. Rehabilitationsmaßnahmen können von Asthmatikern auch in Anspruch genommen werden. Die Klimaveränderung ersetzt die medikamentöse Therapie jedoch nicht[2][3]!

Sport

Grundlegend ist moderat betriebener Sport möglich und auch sehr nützlich. Asthmatiker sind auch sehr leistungsfähig unter der Voraussetzung einer kontinuierlichen medizinischen Behandlung und eines angepassten Trainings. Wer rastet, der rostet. Durch viel Bewegung werden das Herzkreislaufsystem, die Muskeln und die Sauerstoffaufnahme gestärkt. Wer trainiert, benötigt für die gleiche Anstrengung weniger Luft und Sauerstoff und hat dadurch weniger Atemnot. Besonders eignen sich:Schwimmen, Gymnastik, Wandern[2][3].

Begleitende Maßnahmen

Falls sich das Asthma zunehmend verschlimmern, können selbst untypische Reize wie Zigarettenrauch, Bakterien, Staub und Duftstoffe einen Anfall hervorrufen. Es ist ratsam die Umgebung reinlich zu halten und natürliche Reinigungsmittel zu verwenden. Auf herkömmliche Parfüms, Lufterfrischer und starke Putzmittel sollte vorerst verzichtet werden.

Viele Nahrungsmittel sind bekannt, eine entzündungshemmende Wirkung zu entfalten. Hierunter zählen unter anderem Zwiebeln, Knoblauch und einige Kräuter (Kurkuma, Ingwer und Rosmarin), die einen hohen Gehalt an Antioxidantien und Sulfiden haben. Die Antioxidantien fangen freie Radikale, welche durch die Entzündung entstehen und die betroffenen Schleimhäute weiter schädigen können.
Eine basische vitaminreiche Ernährung kann die Verlauf der Erkrankung auch positiv beeinflussen[2][3].


Vitamin D lindert allergisches Asthma

Der menschliche Körper kann Vitamin D selbst bilden, wenn dieser genug Sonne (UV-Licht) bekommt. Vitamin D stärt die Immunabwehr, schützt vor Infekten und kann sich auf die Lungenfunktion auswirken. Viele Aufenthalte an der frischen Luft und Sonne füllen den Vitamin D Vorrat des menschlichen Körpers wieder auf und können das Asthmaleiden verringern[4].

Zu beachten

Wenn eine Atemkrise auftritt (anfallartige Luftnot), dann soll eine atemerleichternde Körperposition eingenommen werden und die Lippenbremse genutzt werden. Bei der Lippenbremse wird gegen die locker aufeinander liegenden Lippen ausgeatmet. Dies erhöht den Luftdruck in den Bronchien und kann helfen, diese weiterhin offen zu halten.

Falls dies nichts bringt, sollen die luftwegeerweiternden Bedarfsmedikamente eingenommen werden.
Wenn auch dies versagt, muss nach wenigen Minuten die Notfallmedikamente eingenommen werden, nach Therapieplan.

Hilft dies nicht, dann muss ein Notarzt sofort informiert werden[2].