Husten: Ursachen

Husten (Krankheits-Erreger)

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Husten (Tussis) kommt bei einer Vielzahl von Krankheiten vor. So kann sich praktisch jede Atemwegserkrankung mit Husten äußern.[1] Hier wird allgemein die Entstehung des Hustenreizes erklärt. Anhand wichtiger Beispiele wird dargestellt, welche Krankheiten mit Husten einhergehen können und welche Erreger sie verursachen.

Entstehung des Hustenreizes

Der Hustenreiz ist lebenswichtig. So können z. B. eingeatmete Fremdkörper die Sauerstoffversorgung unseres Körpers gefährden. Husten hilft dabei, die Atemwege frei zu halten.[2] Über spezielle Fühler werden entsprechende Reize in den Atemwegen registriert und ins zentrale Nervensystem weitergeleitet. Dort werden automatisch die Bewegungsabläufe veranlasst, die das Husten auslösen. Dazu gehören das tiefe Einatmen, das Verschließen der Stimmritze, das Zusammenziehen der Atemmuskeln und ein rasches Ausstoßen der Luft beim erneuten Öffnen der Stimmritze.[3] Die Reizung der Atemwege auf andere Weise kann aber ebenfalls den Hustenreflex auslösen. So können bestimmte Krankheitserreger die Zellen an der Oberfläche der Atemwege befallen. Diese sind normalerweise für die Reinigung der Atemwege zuständig und können dann diese Aufgabe nicht mehr erfüllen. Bei gestörtem Reinigungsmechanismus setzt der Hustenreiz als natürlicher Schutzmechanismus ein.[4]

Mögliche Erreger und Krankheitszeichen

In 95% aller Fälle wird Husten durch Viren im Rahmen einer Erkältungen oder Grippe verursacht.[5] Erreger der echten Grippe ist das Influenza-Virus.[6]Erkältungen hingegen können durch verschiedene andere Viren hervorgerufen werden. Die häufigsten sind Rhinoviren, gefolgt von Coronaviren. Weitere virale Krankheitserreger sind Adeno-. Coxsacki- und Parainfluenzaviren.[7] Die Symptome bei der echten Grippe und einem bloßen grippalen Infekt können sehr ähnlich sein. Husten, Schnupfen, Heiserkeit und erhöhte Körpertemperatur sind nur einige Beispiele. Dennoch kann anhand des Krankheitsverlaufs vieler Grippekranker versucht werden, Unterschiede zu einer Erkältung zu erkennen. Bei der echten Grippe beginnt das Krankheitsgefühl zumeist schlagartig. Typisch sind Körpertemperaturen über 38,5°C, ausgeprägte Abgeschlagenheit und Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Erkältung kündigt sich dagegen meistens mit zunehmendem Unwohlsein wie Kratzen im Hals oder einer immer stärker laufenden Nase an. Auch ist das Krankheitsgefühl zumeist nicht ganz so stark ausgeprägt. Husten kann indes bei Grippe und Erkältungen auftreten.[8] Wirklich zuverlässig ist diese Unterteilung nicht, denn es gibt insbesondere bei der Grippe ungewöhnliche schwere, aber auch sehr milde Verläufe.[9] Husten kann auch Zeichen einer durch Bakterien verursachten Krankheit sein. Als Leitsymptom ist Husten namensgebend für Keuchhusten (Pertussis), dessen Erreger die Bakterien Bordetella pertussis oder Bordetella parapertussis sind. Beim Keuchhusten zeigen sich in der Anfangsphase nur untypische Zeichen, wie eine entzündete Nasen- und Halsschleimhaut. Nach etwa einer Woche setzen die charakteristischen plötzlichen Hustenattacken ein. Es kann zu Atemnot und einem pfeifenden Geräusch beim Einatmen kommen (Ispiratorischer Stridor). Diese Krankheitsphase kann viele Wochen anhalten, bis die Hustenanfälle immer seltener und milder werden. Obwohl Keuchhusten oft als Kinderkrankheit bezeichnet wird, können auch Erwachsenen schwer daran erkranken. Gegen Pertussis können Antibiotika eingenommen werden, außerdem steht ein Impfstoff zur Verfügung.[10] Eine gefährliche Krankheit, die oft mit Husten einhergeht, ist die bakterielle Lungenentzündung (Pneumonie). Nicht selten nimmt sie einen lebensbedrohlichen Verlauf. Erfolgt die Ansteckung mit einem Lungenentzündungserreger als Patient eines Krankenhauses (nosokomial erworbene Pneumonie), sind andere Bakterien als Erreger wahrscheinlich, als bei Ansteckung außerhalb der Klinik (ambulant erworbene Pneumonie). Bei den ambulant erworbenen Pneumonien ist das Bakterium Streptokokkus pneumoniae, auch Pneumokokken genannt, der häufigste Erreger.[11] Oft beginnt die Erkrankung plötzlich mit hohem Fieber und Schüttelfrost. Die Atmung ist Schmerzhaft und Betroffene müssen husten.[12] Der Husten wird oft von schleimigem Auswurf begleitet. Beim Abhören der Lunge sind in der Regel feuchte Rasselgeräusche zu hören.[13] Bei älteren Patienten kann die Krankheit verkannt werden, da die Symptome bei ihnen teilweise nicht so ausgeprägt sind. Bei ihnen zeigt sich häufig nur ein schwacher Husten, eine rasche Atmung und Abgeschlagenheit. Nicht immer ist Fieber vorhanden. Vorbeugend empfiehlt sich bei Kleinkindern, älteren und chronisch kranken Menschen eine Schutzimpfung gegen Pneumokokken.[14] Ambulant erworbene Pneumonien werden unter anderem auch von Bakterien wie Mycoplasma und Chlamydia pneumoniae, sowie Haemophilus influenzae verursacht.[15] Bei einer bakteriellen Pneumonie ist die Einnahme eines Antibiotikums erforderlich.[16] Bei den nosokomial erworbenen Pneumonien sind Enterobacteriaceae, Pseudomonas aeruginosa und Staphylokokkus aureus Beispiele für häufige Erreger.[17] Problematisch ist, dass viele dieser Erreger nicht mehr durch die gängigen Antibiotika bekämpft werden können, weil siedagegen resistent geworden sind.[18] Steht bei Husten eine so schwere Erkrankung wie eine Pneumonie im Raum, ist ärztliche Hilfe unabdingbar.