Husten: Ursachen

Husten – Kehlkopfentzündung als Ursache?

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Husten ist ein Symptom, das auf eine Vielzahl an zugrunde liegenden Erkrankungen oder Störungen verweisen kann. Zu unterscheiden ist zwischen Husten als Begleiterscheinung einer Infektion oder einer Entzündung, als Reaktion auf das Eindringen bestimmter Stoffe sowie als Symptom bei Schäden im Bereich der Lunge oder anderer Organe.

Husten als Begleiterscheinung von Infektionskrankheiten

Allgemein bekannt ist Husten als Begleiterscheinung von Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten. In beiden Fällen wird die Erkrankung durch Viren verursacht. Während eine Erkältung mit eher leichten Symptomen verbunden ist, kann eine Grippe (Influenza) einen schweren Verlauf nehmen, bei dem hohe Körpertemperaturen und starke Gliederschmerzen den Erkrankten stark zusetzen. Ebenfalls durch Viren ausgelöst wird der sogenannte Pseudo-Krupp, eine Entzündung im Kehlkopfbereich, die überwiegend Kinder erleiden. Die Hustenanfälle treten häufig nachts auf, beim Einatmen wird ein fiependes Geräusch (Stridor) hörbar, es kann zu Erstickungsängsten kommen.

Nicht nur Viren, auch Bakterien lösen Erkrankungen aus, die mit Husten einhergehen. Hierzu zählt die Diphtherie, die in hiesigen Breitengraden jedoch nur noch selten auftritt. Bleibt die Erkrankung unerkannt oder wird sie falsch behandelt kann dies zu bleibenden Schäden an den inneren Organen führen. Typische Symptome einer Diphtherie sind der harte, bellende Husten, das Anschwellen von Schleimhäuten und Lymphknoten, Fieber, ein grau-weißer Belag im Mund- und Rachenraum sowie starker Mundgeruch.

Tuberkulose und Keuchhusten sind ebenfalls bakteriell verursachte Erkrankungen der Atemwege. Die Tuberkulose äußert sich in anhaltendem Husten, der unbehandelt schließlich von blutigem Auswurf begleitet wird. Typische Anzeichen für Keuchhusten (Pertussis) sind nächtliche, von Krämpfen begleitete Hustenanfälle, die vom Anschwellen und einer bläulichen Färbung des Gesichtes begleitet sein können, außerdem wird ein glasiger Schleim abgesondert.

Entzündungskrankheiten und Husten

Bei den von Husten begleiteten Entzündungskrankheiten sind die Atemwege, die Lunge oder das Rippenfell betroffen. Atemwegsentzündungen liegen bei einer Bronchitis, bei Asthma bronchiale und bei einer chronisch-obstruktiven Lungenentzündung (COPD) vor. Die Erkrankten leiden unter anhaltendem Husten mit oder ohne Auswurf, bei Asthma und COPD kommt eine Verengung der Atemwege hinzu. 

Auch die Schleimhäute der Nasenhöhle sowie die Lunge oder das Rippenfell können von einer chronischen Entzündung betroffen sein. Eine Nasennebenhöhlenentzündung äußert sich durch Schnupfen, Husten und ein starkes Druckgefühl an Stirn und Wangen. Die Lungenentzündung (Pneumonie) beginnt mit Husten, im weiteren Krankheitsverlauf treten hohes Fieber und starke Atembeschwerden auf. Bei einer Entzündung des Rippenfells (Pleuritis) fallen neben dem trockenen Husten die flache Atmung und die auf eine Seite beschränkten Schmerzen im Brustbereich auf.

Husten als Reaktion auf das Eindringen schädlicher oder allergener Stoffe

Werden Substanzen eingeatmet, die die Schleimhäute reizen, kommt es zu einem anfallartigen Husten. Chronischer Husten kann sich aber auch infolge von Allergien einstellen. Die Einnahme bestimmter Medikamente kann das Auftreten von Hustenanfällen ebenfalls begünstigen. Wer regelmäßig Kortison in höherer Dosierung einnehmen muss, wird zudem darüber aufgeklärt, dass das Medikament den Verlauf von Atemwegsinfektionen erschweren kann.

Husten als Symptom für Organschäden oder Stoffwechselerkrankungen

Tritt Husten in Verbindung mit Atemnot auf, so kann dies auf eine Schädigung der inneren Organe/Atemwege deuten. Geplatzte Lungenbläschen beispielsweise führen zu einer Schädigung des Lungenflügels und infolgedessen zu einer abnormen Luftansammlung, die in den sogenannten Lungenkollaps (Pneumothorax) übergeht. Auch die Lungenembolie wird durch Atemnot und weitere Symptome begleitet. Ausgelöst wird sie durch ein Blutgerinnsel, das sich infolge eines verstopften Blutgefäßes bildete. 

Gerade die Lungenbläschen erweisen sich als besonders anfällig für Erkrankungen; rund 200 mögliche Störungen werden als „interstitielle Lungenkrankheiten“, bei denen die Bläschen betroffen sind, zusammengefasst. Bei Mukoviszidose handelt es sich dagegen ursächlich um eine Stoffwechselerkrankung, die aber mit einer starken Schleimbildung und der Erweiterung der Bronchien (Bronchiektasie) einhergeht. Auch hier kommt es zu Husten und Atemnotanfällen. Beim umgangssprachlich als „Lungenkrebs“ bezeichneten Lungen- und Bronchialkarzinom kommt es im Lungenbereich zu einer bösartigen Tumorbildung. Als Symptom kann Husten zudem auf eine Herzinsuffizienz oder auf eine Störung der Magenverschlussklappe verweisen.