Husten: Ursachen

Husten durch Ozon?

© PantherMedia / Werner Heiber

Husten ist ein wichtiger Schutzmechanismus zur Freihaltung der Atemwege. Allerdings kann eine Reizung der Atemwege auch den Hustenreflex auslösen, ohne diesem Zweck zu dienen.[1] Dieser Text befasst sich mit den medizinischen Fakten rund um das Thema Husten durch Ozon. Es wird der biologische Zusammenhang erläutert und schließlich erklärt, worauf besonders zu achten ist.

Medizinische Fakten

Ozon wird mit der Atemluft in die Lunge aufgenommen und reizt die Schleimhäute. Ab Konzentrationen von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft (µg/m) können gehäuft ozonbedingte gesundheitliche Probleme beobachtet werden. Dazu gehört Husten. Es treten aber beispielsweise auch Heiserkeit, Tränenreiz und Kopfschmerzen auf. Zudem können Asthmaanfälle durch hohe Ozonkonzentration verursacht werden. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Ozon in der Atemluft. Bisweilen können auch schon Konzentrationen von 100 µg/m in der Luft die oben beschriebenen Beschwerden verursachen. Neben diesen Symptomen wird die Lungenfunktion messbar verschlechtert. Bei maximal möglicher Ausatmung kann das sogenannte forcierte Ausatemvolumen gemessen werden.[2][3]

Unter hohen Ozonkonzentrationen in der Atemluft verringert sich dasAusatemvolumen und der Widerstand in den Atemwegen erhöht sich. [3] Wer an chronischer Bronchitis oder Asthma leidet, neigt schon von vornherein zu diesem Zustand und ist daher besonders anfällig gegenüber Ozon. [4] Außerdem macht die Reizung der Atemwege diese anfälliger für Krankheitserreger. Durch Ozon geschädigte Bronchien können leichter von Viren oder Bakterien befallen werden und es kann sich eine Bronchitis entwickeln. [5] Zudem legen Studien nahe, dass hohe Ozonkonzentrationen in der Umgebungsluft auch langfristig negative Folgen für die Gesundheit haben könnten. So wird ein Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungentumoren für möglich gehalten. [6]

Biologischer Zusammenhang

In den Atemwegen kann es durch Ozon zu Entzündungsprozessen kommen.[7]Chemisch betrachtet, wirkt Ozon hier als Oxidationsmittel. Das bedeutet, dass freie Sauerstoffradikale auf die molekulare Struktur der körpereigenen Eiweiße (Proteine) einwirken und diese beschädigen. Damit können die Oberflächenzellen in den Luftwegen ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen. Es kann beispielsweise Flüssigkeit in die Bereiche der Atemwege gelangen, die sonst der Atemluft vorbehalten sind. [8] Zudem antwortet der Körper auf Gewebeschäden mit einer Entzündungsreaktion. [9] Diese Faktoren können eine Schwellung der Schleimhäute und eine Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme) bewirken. Solche Veränderungen in den Atmungsorganen können Symptome wie Husten und Atemnot (Dyspnoe) zur Folge haben. [10]

Insbesondere in den Sommermonaten kann es zu hohen Ozonkonzentrationen in der Atemluft kommen. Dies erklärt sich mit der Entstehung des Ozons. Während der lebensnotwendige Sauerstoff der Luft zwei Sauerstoffatome besitzt (chemische Abkürzung O2), hat das Ozonmolekül drei (O3). Ozon bildet sich unter starker Sonneneinstrahlung. Dazu spaltet das energiereiche UV-Licht, die in der Umgebungsluft enthaltenen Stickstoffdioxide (NO2) in Stickstoffmonoxide (NO) und Sauerstoff (O). Das Stickstoffmonoxid kann nun mit speziellen Luftschadstoffen, häufig mit sog. Peroxiradikalen, z.B. aus Autoabgasen, reagieren. Das übrige Sauerstoffatom hingegen kann mit einem „normalen“ Sauerstoffmolekül (O2) der Atemluft das aggressive Ozon (O3) bilden. [11]

Zu beachten

Über die Medien werden Ozonwarnungen verbreitet, auf die geachtet werden sollte. Nach geltendem EU-Recht wird ab einer Ozonmenge von 180 µg/ m in der Luft eine solche Warnung ausgesprochen. Diese richtet sich vor allem an Menschen mit empfindlichen Atemorganen, z.B. Asthmatiker, aber auch auf Kinder sollte in diesem Fall generell besonders geachtet werden. Da sich Ozon überwiegend in den Sommermonaten bei Einwirkung des UV-Lichts der Sonne bildet, sollte vor allem zur sonnigsten Tageszeit auf körperliche Anstrengung verzichtet werden. Bei Sport zur Mittagszeit können nämlich durch das gesteigerte Atemvolumen größere Ozonmengen in die Lunge gelangen als ohnehin schon. [12] Im Schnitt ist die Ozonbelastung zwischen 14 und 17 Uhr am höchsten. Sportliche Aktivitäten, aber auch das Lüften der Wohnung, sollte am besten am frühen Morgen erfolgen. [13]

Lassen sich Konzentrationen von über 240 µg/ m in der Luft messen, werden außer der Warnung der Bevölkerung auch Maßnahmen zur Senkung der Ozon-Werte eingeleitet, beispielsweise Fahrverbote für Autos. Bei Konzentrationen dieser Größenordnung ist grundsätzlich von einer Gefahr für die menschliche Gesundheit auszugehen. Betroffene Gebiete sollten möglichst gemieden werden. [14]