Husten: Ursachen

Husten bei Grippe

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Husten (Tussis) ist ein Symptom verschiedener Krankheiten und in der Vielzahl der Fälle keine eigenständige Erkrankung. Die Ursachen können vielfältig sein und sogar Erkrankungen, welche nicht direkt die Atemwege betreffen, können damit in Zusammenhang stehen. Sehr häufig hat man es jedoch bei Atemwegserkrankungen mit Husten zu tun. Er tritt häufig im Rahmen von meist milder verlaufenden Erkältungskrankheiten (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) auf, aber auch bei der echten Grippe (Influenza), einer durch Influenzaviren hervorgerufenen schweren Infektionskrankheit.

Medizinische Fakten

Ist eine Influenza die Ursache des Hustens, so tritt dieser zunächst in Form von unproduktivem, trockenem Reizhusten auf. Weitere Influenza-typische Symptome sind plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber (Pyrexie), Halsschmerzen (Pharyngitis), sowie Glieder- und Kopfschmerzen (Cephalgie). Zusätzlich können aber auch Symptome wie allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Nasenlaufen (Rhinorrhoe), Übelkeit (Nausea), Erbrechen (Emesis) und Durchfall (Diarrhoe) auftreten. Diese typische Symptomatik tritt jedoch nicht bei allen Influenza-Infizierten in Erscheinung, wobei etwa ein Drittel der Infektionen einen fieberhaften, ein weiteres Drittel einen leichteren und das letzte Drittel sogar einen asymptomatischen Verlauf aufweisen kann. Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt etwa 5-7 Tage. Kommen jedoch Risikofaktoren oder Komplikationen zum Tragen, so kann sowohl die Dauer als auch der Schweregrad der Influenza in deutlichem Maße verlängert beziehungsweise erhöht sein und in schweren Verlaufsformen resultieren.

Die Erreger der Influenza sind Orthomyxoviren, welche wiederum weiter unterteilt werden in die Typen A, B und C. Davon sind jedoch nur Influenza-A- und -B-Viren als häufig auftretende Humanpathogene (beim Menschen Krankheiten verursachend) bedeutsam und damit von Relevanz. Die Übertragung der Viren erfolgt wahrscheinlich überwiegend durch Tröpfchen, welche vor Allem beim Husten oder Niesen entstehen und aufgrund ihrer Partikelgröße (> 5 µm) über geringe Distanz von wenigen Metern auf die Schleimhäute der Atemwege von Kontaktpersonen gelangen können.

Die Art der Behandlung orientiert sich am Schweregrad der Erkrankung. Liegt der Verdacht auf einen schweren Verlauf vor oder sind Risikofaktoren wie bestimmte Grunderkrankungen oder eine Schwangerschaft vorliegend, so besteht die Möglichkeit einer antiviralen, gegen Viren gerichteten Therapie mit Arzneistoffen aus der Klasse der Neuraminidasehemmer. Bei milderen Verläufen wird die Erkrankung symptomatisch behandelt.[1]

Hier soll nur ein kurzer und allgemeiner Überblick über die medikamentöse Therapie des Hustens, wie er auch bei Grippeauftreten kann, gegeben werden. Zur Therapie des Hustens stehen unter anderem, neben unterstützenden Maßnahmen, Expektoranzien und Antitussiva zur Verfügung. Expektoranzien erhöhen das Sekretvolumen (Sekretolytika) und/oder setzen die Viskosität des Bronchialschleims herab (Mucolytika) und erleichtern somit das Abhusten. Hier kommen verschiedenste pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka), z.B. Extrakte aus Efeublättern oder ätherische Ölebeziehungsweise deren Bestandteile wie Kampfer und Menthol, aber auch chemisch definierte Wirkstoffe wie Ambroxol oder Bromhexin zum Einsatz. Antitussiva hingegen dämpfen den Hustenreiz durch Blockade bestimmter Rezeptoren im Zentralnervensystem. Hier kommen ebenfalls pflanzliche Arzneimittel und chemisch definierte Substanzen wie z.B. Codein und Dextromethorphan zum Einsatz. Welche Mittel letztlich zur Anwendung kommen ist vor allem von der Natur des Hustens abhängig. Grundlegend kann zwischen produktivem (verstärkte Produktion von meist zähflüssigem, schwer abhustbarem Bronchialsekret) und unproduktivem Husten (trockener Reizhusten) unterschieden werden. Expektoranzien können bei beiden Formen, Antitussiva jedoch fast ausschließlich bei der unproduktiven Form eingesetzt werden. Das jeweilige Vorgehen zur Kurierung des Hustensbei Grippe sollte unter ärztlicher Aufsicht geschehen und bezogen auf den Einzelfall beurteilt werden.[2]

Biologischer Zusammenhang

Husten ist ein wichtiger physiologischer Schutzreflex und ein gemeinsames Symptom vieler Atemwegserkrankungen. Über Rezeptoren, die vor allem im Bereich der oberen und unteren Atemwege lokalisiert sind wird der Hustenreiz initiiert und an bestimmte Teile des Zentralnervensystems,beispielsweise das Hustenzentrum der Medulla oblongata, weitergeleitet. Von dort aus werden dann die entsprechenden Organe wie Zwerchfell, Bauch und Thoraxmuskeln , die am Hustenvorgang beteiligt sind, angeregt diesen auszuführen. Husten kann als Reinigungsmechanismus des Bronchialsystems aufgefasst werden und tritt dann in Erscheinung wenn das Bronchialsystem mit Fremdmaterial überflutet wird. Dies ist im Falle der Influenza durch Hypersekretion, vermehrte Produktion von Bronchialsekret infolge des Virusbefalls, gegeben. Der Reinigungsmechanismus dient dazu, diese Fremdstoffe aus den Atemwegen heraus in Richtung Kehlkopf zu befördern und führt zur Entstehung des Symptoms Husten.[3]

Zu beachten

Wichtig ist die Abgrenzung der durch Influenzaviren ausgelösten echten Grippe vom dem im Volksmund häufig als „Grippe“ bezeichneten Erkältungskrankheiten mit meist deutlich milderem Verlauf, welche durch harmlosere Erreger (z.b.Rhinoviren) ausgelöst werden. Bei begründetem Verdacht auf eine echte Grippeinfektion mit Influenzaviren sollte ein Arzt konsultiert werden. Besonders gefährdet für schwerere Verlaufsformen sind Personen mit bestimmten Grunderkrankungen wie z.B. chronischen Herz-, Lungen-, oder Stoffwechselerkrankungen, Immundefekten sowie bei vorliegender Schwangerschaft oder im Kindesalter.[4] Ebenso ist die Konsultation eines Arztes ratsam bei länger andauerndem Husten ungeklärter Ursache. Dies dient der Erörterung der Ursache und gegebenenfalls der Einleitung einer kausalen, ursächlichen Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung.