Husten: Ursachen

Husten durch Nasennebenhöhlenentzündung?

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Im Rahmen einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung (sog. Sinusitis acuta) kann es zu Husten kommen. Häufiger ist ein Zusammenhang mit einer chronischen Sinusitis. Im Folgenden wird erklärt, wie es zu diesem Symptom kommen kann.

Medizinische Fakten

Husten, der als reine Nebenerscheinung einer akuten Sinusitis auftritt, ist selten. Viel häufiger ist Husten durch eine zusätzliche Infektion der unteren Atemwege bedingt. Sind neben dem Husten keine deutlichen Erkältungssymptome vorhanden, kann jedoch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung die Ursache sein.

Die Sinusitis wird durch Erkältungsviren und oftmals durch eine zusätzliche bakterielle Infektion ausgelöst. Diese Krankheitserreger werden meist durch Schmierinfektion, das heißt durch Berühren infizierter Oberflächen, oder durch Tröpfcheninfektion, das Einatmen von Krankheitserregern in der Luft, von Mensch zu Mensch übertragen. Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung äußert sich zunächst durch Schnupfen. Das Sekret wird im Verlauf der Krankheit zunehmend dickflüssig und teilweise gelblich-grün, was auf einen eitrigen Verlauf hindeutet. Als weitere Symptome kommen häufig Kopf- und Gesichtsschmerzen hinzu. Oftmals treten Druckempfindlichkeit in der Nasenregion und Fieber auf. Mögliche seltenere Begleiterscheinungen sind Husten und Zahnschmerzen im Oberkiefer. [1]

Husten tritt bei der chronischen Sinusitis häufiger auf als bei der akuten. Bei der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung treten mehr als viermal im Jahr oder über 3 Monate hinaus Beschwerden auf. Es zeigen sich bei einer chronischen Erkrankung die gleichen Symptome wie bei einer akuten Sinusitis, oftmals sind sie jedoch bedeutend schwächer und können deshalb leicht übersehen oder fehlgedeutet werden. [2]

Biologischer Zusammenhang

Sinusitis entsteht in Folge einer Infektion der oberen Atemwege mit Erkältungsviren. Als Reaktion auf den Befall mit Krankheitserregern produzieren die Schleimhäute der Nase Sekret, um die Viren aus dem Körper auszustoßen und schwellen dabei an. Durch diese Schwellung können jedoch auch die Nasennebenhöhlen so stark verengt werden, dass sich in ihnen Sekret sammelt. In diesem schlecht durchlüfteten Bereich können sich bakterielle Krankheitserreger leicht vermehren, die eine Entzündung der Nasenschleimhäute und die Bildung von Eiter verursachen. Der eitrige Schleim fließt sowohl durch die Nasenlöcher als auch durch den Rachen ab. Besonders nachts bildet sich so eine Eiterstraße im Rachen, die bis in die Bronchien gelangen kann. In der Folge werden der Rachen und die Bronchialschleimhaut gereizt. Es kann so Husten auftreten, ohne dass die unteren Atemwege selbst infiziert sind. Bei einer chronischen Sinusitis ist der Rachen oftmals durch die häufige Reizung durch das eitrige Sekret besonders empfindlich. Deshalb tritt in diesem Zusammenhang häufiger Husten auf. [3]

Zu beachten

Bei einer Ausbreitung der Entzündung, die sich durch hohes Fieber und starke Kopfschmerzen, verschwommenes oder doppeltes Sehen und Schwellungen im Augen- und Kieferbereich ausdrücken kann, empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen. Kinder sind häufiger von komplizierten Verläufen der akuten Sinusitis betroffen, weil sich die Nebenhöhlen bei ihnen noch nicht vollständig ausgebildet haben und die Wege zu den Augenhöhlen und zum Mittelohr deshalb kurz sind. Aus diesem Grund sollte bei Verdacht auf eine Sinusitis bei Kindern ein Arzt aufgesucht werden.

Auch der Verdacht auf eine chronische Sinusitis, ungewisse Ursachen von Husten und Beschwerden, die ohne deutliche Besserung länger als drei Wochen anhalten, sollten ärztlich abgeklärt werden.

Rauchen, auch Passivrauchen, kann eine Infektion begünstigen und die Heilung erschweren. Insbesondere erkrankte Menschen sollten sich deshalb von Tabakrauch fernhalten.