Schnupfen: Begleiterscheinungen

Schnupfen und Erkältung

© Alexander Raths - Fotolia

Schnupfen (Rhinitis) ist eine typische Begleiterscheinung bei einer Erkältung. In den weitaus meisten Fällen wird er von harmlosen Viren verursacht und verläuft innerhalb von 7 bis 10 Tagen selbstlimitierend. Typische Symptome neben dem Schnupfen können Halsschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen sein.

Medizinische Fakten

Schnupfen ist eine sehr häufige Erscheinung im Rahmen einer Erkältung, kann aber auch eigenständig auftreten. Er ist durch eine Viruserkrankung bedingt, häufig durch Parainfluenza-, RS-, Corona-, ECHO oder Rhinoviren, und wird vermutlich über Tröpfcheninfektion (feuchte Infektion) oder auch Händeschütteln (trockene Infektion) übertragen[1]. Auslösend kann eine allgemeine örtliche Auskühlung (beispielsweise im Winter oder bei Zugluft) sein, da bei niedrigen Temperaturen die Abwehrzellen der Nasenschleimhaut weniger aktiv sind und somit eine erhöhte Anfälligkeit für virale Infekte besteht[2]. Auch eine immunologische Schwächung kann die Entstehung eines Schnupfens begünstigen, zum Beispiel in Phasen erhöhter Belastung und vermehrten Stresses, nach einer kürzlich überwundenen Erkrankung oder bei chronischen Krankheiten und Krebserkrankungen. Typische Symptome sind eine Verlegung der Nasenschleimhaut, ein vorübergehend verminderter Geruchssinn und eine zuerst klare, später schleimige Sekretion. Ein banaler Schnupfen wird in die folgenden drei Stadien eingeteilt:

  • Das Initialstadium beginnt mit körperlicher Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Juckreiz in der Nase und einem allgemeinen Unwohlsein. Bei Kindern kann auch Fieber vorkommen, bei Erwachsenen sind lediglich subfebrile Temperaturen beschrieben.
  • Das katarrhalische Stadium zeichnet sich durch eine behinderte Nasenatmung, eingeschränktes Riechvermögen und eine geschwollene Nasenschleimhaut mit klarem Sekret aus und geht mit einer Verschlechterung des allgemeinen Befindens einher.
  • Das schleimig-eitrige Stadium beginnt meist nach 3-4 Tagen, es kommt zu schleimigen, meist auch eitrigen Sekretabsonderungen aus der Nase. In der Regel folgt in diesem Stadium eine Besserung der Allgemeinsymptome bis der Schnupfen in der Regel nach rund einer Woche selbstlimitierend ist.

Tritt eine bakterielle Superinfektion auf, können gelb-grünlicher Schleim und das Ausbleiben einer Besserung Hinweise für die Beteiligung von Bakterien sein. In diesem Fall ist eine antibiotische Therapie angezeigt und die Symptome verlängern sich um ca. 7 Tage.

Biologischer Zusammenhang

Durch den Befall der Nasenschleimhaut mit Viren kommt es zur Entzündung und Schwellung, da die dort ansässigen Zellen durch die virale Infektion in ihrem Zellzyklus massiv beeinträchtig werden. Durch eine Vielzahl von Signalen wandern Abwehrzellen wie Granulozyten, Monozyten, Natürliche Killerzellen oder Lymphozyten an den Ort der Entzündung ein und bewirken mithilfe ihrer Entzündungsmediatoren eine Schwellung und Rötung der Nasenschleimhaut sowie eine erhöhte Sekretproduktion, um die Keime aus dem Nasenraum zu entfernen .

Sind zusätzlich Bakterien vorhanden und es besteht eine bakterielle Superinfektion, werden neutrophile Granulozyten am Ort der Entzündung „eingeschmolzen“, weshalb es zur Bildung von gelblich-grünem, eitrigem Sekret kommt.

Zu beachten

Ein Schnupfen verläuft in der Regel unkompliziert und selbstlimitierend.

Vor allem Senioren, Schwangere und Immungeschwächte Personen sollten eine Erkältung jedoch ernst nehmen und sich schonen, da es sonst zu einer Verschlimmerung oder weiteren Infekten kommen kann.

Tritt nach einer Woche keine Besserung auf oder besteht eine eitrige gelb-grünliche Sekretabsonderung, sollte ein Arzt konsultiert werden, um eine bakterielle Infektion abzuklären. In diesem Fall ist eine unkomplizierte antibiotische Therapie für einige Tage angezeigt.

Gesunde Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und regelmäßiges Händewaschen können die Ansteckungsgefahr minimieren.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen