Schnupfen: Begleiterscheinungen

Schnupfen u. tränende Augen

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Tränende Augen (Epiphora) im Zusammenhang mit einem Schnupfen (akute Rhinitis) können Hinweis auf eine Verlegung der Tränenabflusswege sein oder auf eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) hinweisen.

Im folgenden Text werden dazu die wesentlichen medizinischen Fakten aufgeführt und die biologischen Zusammenhänge erläutert.

Medizinische Fakten

Ein akuter Schnupfen wird meist durch Viren ausgelöst. Die Erreger können sich aufgrund der anatomischen Nähe auch auf das Auge ausbreiten und so zu einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) führen. Diese stellt sich häufig durch charakteristische Symptome wie etwa stark gerötete Augen, Jucken, Hornhautepithelläsionen oder einer Schwellung der Bindehaut und zum Teil behindertem Lidschluss dar. Es kann zu einem verstärkten Tränenfluss kommen.

Weiterhin kann auch eine allergische Reaktion eine ähnliche Symptomatik mit laufender Nase und Augentränen auslösen. Häufigste Ursache ist die Heuschnupfenkonjunktivitis.[1]

Biologischer Zusammenhang

Das Auge steht mit der Nase durch die Tränenabflusswege in Verbindung. Dabei fließt die Tränenflüssigkeit über die im oberen und unteren Augenlied liegenden Mündungsöffnungen des Tränenkanälchens (Puncta lacrimalis) in den Tränensack (Saccus lacrimalis). Dieser mündet über die sogenannte Hasner Klappe (Plica lacrimalis) in den unteren Nasengang. Bei einer starken Schwellung der Nasenschleimhäute, im Zuge einer Entzündung der Nase, kann es zur Verlegung der Ausführungsgänge, insbesondere der Hasner-Klappe, kommen. Die Tränenflüssigkeit kann nicht mehr ausreichend abfließen. Ist die Speicherkapazität des Tränensackes überschritten, resultiert ein Rückstau der Tränenflüssigkeit ins Auge und es kommt zu tränenden Augen.[2]

Nehmen die Erreger des Schnupfens den umgekehrten Weg – also von der Nase zum Auge –, können sie zu einer Infektion der Bindehaut führen. Es kommt zur Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit einer direkten Reizung des Auges und durch die Eiteransammlung und die damit verbundene Verstopfung der Abflusswege zum Augentränen.[3]

Bei der Allergie dagegen führt der Kontakt mit dem sogenannten Allergen (der die Allergie auslösenden Substanz), zu einer Reaktion aller Schleimhäute. Somit sind sowohl das Auge, als auch die Nase betroffen. Es zeigt sich ein Symptomkomplex mit Augentränen und laufender Nase. Dabei können die Beschwerden in unterschiedlichem Ausmaß ausgeprägt sein, entwickeln sich in der Regel allerdings schneller als bei einer Infektion.[1]

Zu beachten

Einseitige Herpesviren- oder schwere bakterielle Konjunktividen sind meist von einem schweren Verlauf geprägt und äußerst ansteckend, sodass auf gründliche Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und Benutzen von getrennten Handtüchern geachtet werden sollte. Beidseitige Symptome deuten eher auf eine Allergie hin und sind als weniger gefährlich einzustufen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen