Schnupfen: Begleiterscheinungen

Schnupfen und Nasenbluten

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Ein Schnupfen und daraus resultierendes Nasenbluten (Epistaxis) sind häufig vorkommende Symptome einer Erkältung, die meist auf eine Reizung einfacher anatomische Strukturen zurückgehen. Der folgende Artikel behandelt die medizinischen Fakten, den biologischen Zusammenhang, verweist auf mögliche Gefahren und gibt nützliche Tipps.

Medizinische Fakten

Generell wird zwischen leichtem (stillbaren, nicht behandlungsbedürftig) und schwerem (unstillbar, behandlungsbedürftigen) Nasenbluten unterschieden. Bei Letzterem kann es infolge des Blutverlusts zu einem Blutmangel (hypovolämische Anämie) und sogar zu einem Blutmangelschock kommen. Dies ist jedoch sehr selten bei erkältungsbedingtem Nasenbluten. Dennoch stellt Nasenbluten den häufigsten HNO-Notfall überhaupt dar. Mögliche Ursachen dafür sind mechanische Reize (Nasenbohren, Gewalteinwirkungen), allergischer Schnupfen und Schupfen, der auf eine Grippe zurückgeht – meist gepaart mit sehr trockenen Schleimhäuten (z.B. im Winter).

Hinsichtlich der Qualität des ausgestoßenen Sekrets wird wiederum unterschieden zwischen reinem Nasenbluten (Blut allein) und blutigem Nasenschleim (blutige Rhinorrhoe), der vor allem gemeinsam mit Infekten und Schnupfen auftritt.[1] Das Blut ist dabei hellrot und mit dem schleimig-klare Nasensekret vermengt (bei einer eitrigen Nasennebenhöhlenentzündung kann es ebenfalls zu blutigem Schnupfen kommen). Manchmal kommt es zum Zurückfließen des Blutes in den Rachen oder gar zum Verschlucken, welches weitere Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auslösen kann.[2]

Biologischer Zusammenhang

Schnupfen (Rhinitis) kommt in den meisten Fällen während einer Erkältung vor und wird durch Rhino-, Adeno-, Echo- und Influenzaviren verursacht. Dabei kommt es zum entzündlichen Anschwellen sowie zu einer gesteigerten Durchblutung der ohnehin schon sehr gut durchbluteten Nasenschleimhaut. Dies in Kombination mit der verstärkten mechanischen Reizung beim Schnäuzen und oftmals ausgetrockneten Schleimhäuten führt nicht selten zu Blutungen. Diese treten vorwiegend vorne an der Nasenscheidewand auf. Diese Stelle gilt als besonders verletzlich, da sich hier ein fein gesponnenes Gefäßgeflecht in der Schleimhaut befindet – der sogenannte Locus Kiesselbachi. Aufgrund der sehr oberflächlichen Lage dieser kleinen Blutgefäße werden sie oft durch oben genannte Mechanismen verletzt und eine Blutung tritt ein.[3]

Zu beachten

Die größte Gefahr beim Nasenbluten geht von einer möglichen Aspiration (einatmen von Schleim in Lungenstrukturen) aus, die in weiterer Folge zu Lungenentzündungen (Pneumonitis) aber auch zu Atembeschwerden bis zum Atemstillstand führen kann. Um dieses Risiko zu minimieren, sollte eine aufrechte Körperhaltung eingenommen und der Kopf nach unten geneigt werden. Dies verhindert das Zurückfließen des Blutes. Des Weiteren sind kühlende Beutel bzw. Umschläge im Nacken und diverse Tamponaden für die Nasenhöhlen für eine rasche Blutstillung von Vorteil. Kommt die Blutung innerhalb von 10 Minuten bei Kindern oder 15-20 Minuten bei Erwachsenen nicht zum Stillstand, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Bei vermehrter Häufung von Nasenbluten ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen, da hierbei die Ursache auf verschiedenste Erkrankungzugeführt werden kann, zum Beispiel Bluthochdruck.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen