Schnupfen: Begleiterscheinungen

Schnupfen u. Kopfschmerzen

© PantherMedia / Andres Rodriguez

Ein normaler Schnupfen (akute Rhinitis) geht in der Regel nicht mit Kopfschmerzen einher, erst wenn auch die Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) betroffen sind, kann es zu Druckgefühl und Kopfschmerzen kommen.

Im Folgenden werden medizinische Fakten und biologische Zusammenhänge zur Entstehung näher erläutert und zu diesem Thema Zusatzinformationen gegeben.

Medizinische Fakten

Die meist viral bedingte Rhinitis geht in einigen Fällen mit einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) einher, die zu ausgeprägten Kopfschmerzen mit Spannungsgefühl, Druckschmerzhaftigkeit, gelegentlich auch Ohren- und Zahnschmerzen einhergehen kann. Die Sinusitis dagegen als primäre Erkrankung ist fast immer von einer Nasenbeteiligung begleitet, sodass sie korrekt als Rhinosinusitis bezeichnet werden muss. Auch hier sind das Rhino-, Adeno- und RS- (Respiratory Syncytial)Virenspektrum, aber auch Bakterien wie Streptokokken und Hämophilusbakterien beteiligt. In 10-40% bleibt die Ursache aber unklar.[1]

Kopfschmerzen können aber auch ohne Nasennebenhöhlenbeteiligung als allgemeines Krankheitssymptom mit Abgeschlagenheit auftreten.

Biologischer Zusammenhang

Die Nasenhöhle ist über enge Kanäle mit belüfteten Nasennebenhöhlen verbunden: Der Kieferhöhle (Sinus maxillaris), der Stirn- (Sinus frontalis) und Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidales) und den Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales). Sie sind mit Schleimhäuten ausgekleidet und sorgen für die Belüftung des Schädels mit Resonanz- und Klangbildung.[2] Die Erreger der Nase können über die Drainagewege mit Ausführungsgängen (Ostium) an der seitlichen Nasenwand in die Sinus aufsteigen und dort zu einem Infekt mit vermehrter Sekretproduktion führen. Dieser wiederum verstopft die engen Ostien, sodass nur eine unzureichende Belüftung und Abfluss stattfinden kann. Durch Sekretstau ändert sich vor Ort das Milieu, das in ungünstigen Fällen bei herabgesetzter Abwehrlage zu einer Superinfektion mit der natürlichen bakteriellen Flora führen kann. Diese begünstigt wiederrum eine Eiterbildung. Es entsteht ein sogenannter Circulus vitiosus, ein Teufelskreis, mit weiter verstopften Ausführungsgängen.[3] Da die Nasennebenhöhlen gut von Nerven durchzogen sind (insbesondere des Nervus Trigeminus und seiner Äste) ist die Rhinosinusitis von starken Schmerzen begleitet. Insbesondere der Befall der Stirnhöhle führt dabei zu Kopfweh.

Des Weiteren entsteht eine ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit der Nervenaustrittspunkte und durch Verbindungen gelegentlich auch eine Beteiligung der Ohren und Schmerzausstrahlung in die Zähne. Diese können die Kopfschmerzsymptomatik weiter verstärken.

Zu beachten

Eine manifeste Sinusitis sollte bei Eiterproduktion durch einen Arzt therapiert werden. Dabei ist gerade bei einer ausgeprägten Sinusitis frontalis eine konsequente Behandlung aufgrund der Nähe zu den Hirnräumen mit einem gewissen Durchbruchrisiko wichtig. Weitere Symptome bei denen ein Arztbesuch obligat wird sind unter Anderem: Fieber, gelb-grüner Schnupfen und eine akute Verschlechterung des Allgemeinzustandes.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen