Schnupfen: Begleiterscheinungen

Festsitzender Schnupfen u. Kopfschmerzen

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Anhaltender (chronischer) Schnupfen kann durch unterschiedlichste Ursachen hervorgerufen werden und geht nicht selten mit immer wieder auftretenden Kopfschmerzen einher. Obwohl der Schnupfen meist nicht gefährlich ist, schränkt er die Betroffen häufig störend bei der Nahrungsaufnahme, beim Schlafen und in Alltagssituationen ein. Der nachfolgende Text erklärt mögliche Ursachen und die biologischen Zusammenhänge.

Medizinische Fakten:

Während Schnupfen und Kopfschmerzen klassische Symptome einer Erkältung oder Grippe sind, sollte bei über Wochen anhaltenden Beschwerden nach anderen Gründen gesucht werden.

Typisch für anhaltenden Schnupfen sind die Absonderung von klarem, nicht-eitrigem, Sekret und das Gefühl einer „verstopften“ Nase. Hinzukommen können Kopfschmerzen und, durch die veränderte Atmung, Schlafprobleme, Durst und Konzentrationsstörungen.

Einflüsse wie Hitze, Kälte und chemische Reize, denen man beispielsweise in bestimmten Berufen (z.B. bei Verbrennungsprozessen) ausgesetzt ist, führen häufig zu chronischem Schnupfen. Anatomische Besonderheiten, etwa Engen im Nasengang oder eine verschobene Nasenscheidewand (Septumdeviation) können dies zusätzlich begünstigen.[1]

Hormonelle Veränderungen, wie die Einnahme von empfängnisverhütenden Medikamenten (Kontrazeptiva), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder in manchen Fällen auch in der Schwangerschaft, können gelegentlich zu persistierendem Schnupfen führen.[2][3]

Auch als Arzneimittelnebenwirkung kann ein festsitzender Schnupfen mit Begleit-Kopfschmerzen auftreten. Hier seien insbesondere Schmerzmittel wie ASS oder Ibuprofen zu nennen, auch Medikamente gegen Bluthochdruck (ACE-Hemmer, Beta-Blocker u.a.) können die Reizung der Nasenschleimhaut begünstigen.[4]

Ein chronischer Schnupfen sollte erst dann diagnostiziert werden, wenn ein allergischer Auslöser ausgeschlossen werden konnte.

Biologischer Zusammenhang:

Irritierende Stoffe wie Staub, Ruß, aber auch Hitze oder Kälte reizen die Nasenschleimhaut und führen zur Erweiterung der Gefäße. Dadurch schwillt die Schleimhaut an und Flüssigkeit tritt aus den durchlässigeren Gefäßen aus.

In der Schwangerschaft produziert der Körper Östrogene, welche wiederum die Schleimproduktion im ganzen Körper, und somit auch in der Nase anregen. Außerdem erhöht sich das Blutvolumen, was die kleinen Gefäße der Nase anschwellen lässt. Ähnliche Effekte lassen sich bei der äußerlichen Hormonzufuhr durch empfängnisverhütende Medikamente beobachten.

Gründe für Schnupfen als Arzneimittelnebenwirkung sind vielfältig, umfassen aber beispielweise im Falle von ACE-Hemmern die Anreicherung der Hormone Bradykinin und Substanz P. Diese Stoffe führen zu der Ausschüttung von Histaminen, mit welchem sie zusammen zu den oben bereits erwähnten Entzündungsreaktionen führen.[5]

Werden die Schleimhäute der Nase gereizt, liegen die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen nicht weiter. Hier wiederum führen die veränderten Druck-Verhältnisse, sowie die Nähe und Reizung der Hirnnerven, die das Gesicht sensibel versorgen (Trigeminus-Nerven) nicht selten zu begleitenden Vorderkopfschmerzen.

Zu beachten:

Von einer langfristigen, Tage andauernden Selbstmedikation mit abschwellenden Nasensprays und/oder Schmerzmitteln sollte abgesehen werden, da beide Medikamentengruppen die Symptomatik noch begünstigen können.

Bei Verdacht auf eine Arzneimittelunverträglichkeit sollte vor einem selbstständigen Absetzen des Medikaments unbedingt mit dem verschreibenden Arzt Rücksprache gehalten werden.

Folgt der Schnupfen einer gewissen Saisonalität, tritt er beispielsweise vermehrt im Frühling auf, oder ist ein spezifischer Auslöser, wie Kontakt mit Tieren, auszumachen, ist eine Allergietestung beim HNO-Arzt angeraten.

Bleibt ein festsitzender Schnupfen lange unbehandelt, besteht die Gefahr, eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mittelohrentzündungen (Otitis media) oder Schleimhautpolypen zu entwickeln.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen