Schnupfen: Begleiterscheinungen

Schnupfen u. Kieferschmerzen

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Schnupfen und Kieferschmerzen können auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen hindeuten. Wie sich eine Nasennebenhöhlenentzündung äußert, ob ein biologischer Zusammenhang zwischen den Symptomen besteht und was in diesem Fall beachtet werden muss, erklärt der folgende Text.

Medizinische Fakten:

Kieferschmerzen gehören nicht zu den typischen Symptomen einer Erkältung oder Grippe (Influenza), können jedoch als Komplikation einer solchen Infektion auftreten. Schmerzen im Rahmen einer Erkältung der Oberkiefer und die obere Zahnreihe, kann es sich um eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) handeln. Typisch hierfür sind außerdem eine Behinderung der Nasenatmung, festsitzender, gelegentlich eitriger Schnupfen und frontaler Kopfschmerz, der sich verstärkt, wenn der Kopf nach vorne gebeugt wird. Auch Fieber und ein zeitweiliger Verlust des Geruchssinns können auftreten.[1]

Eine Sinusitis kann im Rahmen eines akuten Atemwegsinfektes entstehen. In den meisten Fällen sind hier Viren die Ursache. Hält die Entzündung länger als 7 bis 10 Tage an und treten Symptome wie eitriger Schnupfen und hohes Fieber auf, wurde die Entzündung wahrscheinlich durch eine bakterielle Infektion ausgelöst oder durch eine Superinfektion verkompliziert.[2]

Von einer chronischen Sinusitis wird dann gesprochen, wenn die Entzündungsdauer trotz Behandlung acht Wochen übersteigt. [3]

Allergien, wie z.B. Heuschnupfen (allergische Rhinitis) oder anatomische Besonderheiten, wie z.B. eine verschobene Nasenscheidewand (Septumdeviation) oder Nasenpolypen können die Entstehung einer Sinusitis begünstigen. Gelegentlich können Kieferschmerzen auch von geschwollenen Lymphknoten oder Erkrankungen der Zähne ausgehen.

Biologischer Zusammenhang:

Der Gesichtsschädel ist von mehreren Höhlen durchsetzt, die sich im Kiefer, in der Stirn und hinter der Nase befinden. Diese Nebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidet, besitzen eine Verbindung zur Nasenhöhle und sind wichtig für die Befeuchtung der Atemluft. Zusätzlich reduziert sich auf diese Weise das Gewicht des Schädels, ohne nennenswert dessen Funktion einzuschränken. Da sich die Nasennebenhöhlen erst im Schulalter entwickeln, sind Kleinkinder nur in seltenen Fällen von Nebenhöhlenentzündungen betroffen.

Im Rahmen eines Infekts schwellen die Schleimhäute an und sondern Sekret ab. Dies geschieht vorrangig in der Nase, kann sich aber auf die Nebenhöhlen ausbreiten. Da die Übergänge zur Nase eng sind, können diese zuschwellen. Die Höhlen werden in diesem Fall nicht mehr ausreichend belüftet, so dass sich Bakterien im angestauten Sekret niederlassen können. Vereitern diese Bereiche, entsteht Druck, der zu den typischen (Kopf-)Schmerzen einer Nasennebenhöhlenentzündung führt.

[4] Die Schwellung der Lymphknoten ist in der physiologischen Immunantwort des Körpers begründet: Bei einer lokalen Entzündung wird der Krankheitserreger von Zellen des Immunsystems (Phagozyten) aufgenommen und abgebaut, so dass Bruchstücke des Erregers auf der Zelloberfläche präsentiert werden können (Antigene). Mit diesen Fragmenten beladen wandern die Zellen in die nächstgelegenen Lymphknoten (im Falle eines oberen Atemwegsinfektes meist in die Lymphknoten des Kiefers und Halses). In den Lymphknoten vermehren sich daraufhin diejenigen Immunzellen (B- und T-Lymphozyten), die den Erreger erkennen und somit unschädlich machen können. Durch die starke Vermehrung der Zellen schwellen die Lymphknoten an und können je nach Lage und Größe z. B. beim Kauen oder Schlucken schmerzhaft auffallen.

Zu beachten:

Treten plötzliche Veränderungen im Krankheitsverlauf auf, beispielsweise Sehstörungen, Doppelbilder oder Bewusstseinsveränderungen, sollte sofort ein Arzt informiert werden, da dies ein Hinweis auf eine Ausbreitung der Entzündung in andere Teile des Schädels sein könnte.

Kommen Nebenhöhlenentzündungen gehäuft vor, können Allergietests und ein Besuch beim HNO-Arzt dabei helfen, prädisponierende Faktoren für eine chronische Sinusitis zu ermitteln und ggf. zu behandeln. So kann eine Septumdeviation korrigiert oder Polypen entfernt werden. Auch eine Desensibilisierungsmaßnahme ist bei vielen Allergietypen möglich.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen