Halsschmerzen: Klassische Arzneimittel

Dolormin gegen Halsschmerzen

© PantherMedia / Jonathan Ross

Etwa ein Drittel der Bevölkerung leidet mindestens einmal im Jahr unter Halsschmerzen [1]. Dieses typische Erkältungssymptom kann besonders unangenehm sein und der Wunsch nach Schmerzlinderung führt den Betroffenen in die Apotheke oder zum Arzt. Eine geeignete Option ist die Behandlung mit einem allgemeinen Schmerzmittel wie Dolormin. Der enthaltene Wirkstoff Ibuprofen sorgt für eine Entzündungshemmung und Schmerzreduktion. Meist wird das Medikament als Filmtablette eingenommen; außerdem gibt es Granulate und Saftzubereitungen für Kinder. Dolormin Schmerztabletten sind rezeptfrei in der Apotheke zu erwerben.

Medizinische Fakten

Halsschmerzen entstehen meist im Rahmen einer viralen Infektion. Bei 80–90% der Patienten liegt ein viraler Infekt vor oder es lässt sich kein Erreger nachweisen [1]. Dadurch ist eine Antibiotikagabe bei den wenigsten Betroffenen sinnvoll und eine symptomatische Therapie angezeigt. Zur Schmerzreduktion ist der Wirkstoff Ibuprofen gut geeignet und wird den Patienten in der allgemeinmedizinischen Praxis häufig empfohlen. Neben Dolormin enthalten viele weitere Medikamente diesen Wirkstoff (z. B. Ibu-Ratiopharm, Ibudolor, Dolgit). Ibuprofen gehört zu den nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAIDs). Diese hemmen dieCyclooxygenase, ein Enzym, das an der Synthese der Prostaglandine beteiligt ist. Diese Prostaglandine sind Botenstoffe, die u. a. an der Entstehung von Fieber, Schmerz und Entzündungen beteiligt sind. NSAIDs wirken daher schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Es gibt über 50 Medikamente in dieser Wirkstoffgruppe und sie zählen zu den am meisten verwendeten Medikamenten überhaupt. Alternativ zu Ibuprofen können Paracetamol oder Acetylsalicylsäure eingesetzt werden, die der gleichen Medikamentengruppe angehören [2].

Wirkungsweise bei Halsschmerzen

Ibuprofen wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. Die Wirkung ist durch eine Hemmung der Prostaglandinsynthese (Gewebshormon) begründet. Prostaglandine sind u. a. an der Entstehung von Schmerz, Fieber und Entzündung beteiligt. Sie führen dazu, dass Schmerzrezeptoren empfindlicher werden und schon bei kleinen Reizen ein Schmerzsignal ausgelöst wird [4]. Im Fall von Halsschmerzen ist durch eine lokale Infektion ein Entzündungsprozess in Gang gesetzt worden. Hierbei werden Prostaglandine ausgeschüttet; das Halsgewebe schwillt an, eine Rötung wird sichtbar und Schmerzen treten auf. Durch Dolormin wird die Bildung dieser Gewebshormone gehemmt; dadurch nehmen die Entzündung und die Halsschmerzen ab.

Anwendung und Dosierung

Dolormin Schmerztabletten werden üblicherweise 3-mal täglich eingenommen. Hierbei eignet sich die Einnahme vor oder während den Mahlzeiten mit einem Glas Wasser. Das Medikament ist erst für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Für 6–9-Jährige besteht eine Einzeldosis aus 200 mg, dies entspricht einer Filmtablette. Die maximale Tagesgesamtdosis beträgt 600 mg, somit 3 Tabletten. 10–12-Jährige dürfen bis zu 800 mg pro Tag einnehmen; jedoch sollte die Einzeldosis weiterhin 200 mg betragen. Für Jugendliche bis 14 Jahren wird eine Tagesgesamtdosis von 800–1000 mg empfohlen. Eine Einzeldosis kann aus 1–2 Filmtabletten bestehen (200–400 mg). Ab 15 Jahren kann, soweit nicht anders vom Arzt verordnet, eine Einzeldosis von 200–400 mg bzw. eine Tagesgesamtdosis von 1200 mg (maximal 6 Tabletten) eingenommen werden. Für Senioren gibt es keine gesonderten Einschränkungen. Für Schwangere ist, nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, die Einnahme im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel möglich. Im letzten Drittel dürfen Dolormin Schmerztabletten aufgrund möglicher Komplikationen für Mutter und Kind nicht mehr verwendet werden. Weiterhin ist zu beachten, dass ohne ärztlichen Rat das Medikament maximal 4 Tage in Folge eingenommen werden darf [5].

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Bei der Einnahme von Dolormin kann eine Vielzahl an Nebenwirkungen auftreten. Wenn ein Patient eine Nebenwirkung feststellt, sollte er das Medikament absetzen und unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Häufig (1–10% der Fälle) führt die Einnahme zu gastrointestinalen (den Magen-Darm-Trakt betreffenden) Beschwerden, da Prostaglandine eine schützende Wirkung auf die Schleimhaut haben. Es können Sodbrennen, Übelkeit, Blähungen, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung und geringfügige Magen-Darm-Blutverluste auftreten. Gelegentlich (0,1–1%) kommt es zu schwereren Formen dieser Nebenwirkungen, wie Magen-Darm-Geschwüre (peptische Ulzera), unter Umständen mit Blutungen oder Durchbrüchen, Magenschleimhautentzündungen und Mundschleimhautentzündungen. 

Gelegentlich (0,1–1%) werden Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlägen und Jucken beobachtet. Es können auch Asthmaanfälle, eventuell mit einem Blutdruckabfall, auftreten.Es kann zu zentralnervösen Störungen kommen. Diese äußern sich als Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit. Außerdem wurden Sehstörungen beobachtet.  

Sehr seltene (weniger als 1 von 10.000) Nebenwirkungen unter einer Therapie mit NSAIDs sind Nierenerkrankungen, schwere Hautreaktionen, psychotische Reaktionen, Herzerkrankungen oder Blutbildveränderungen. Die genaue Auflistung der möglichen Nebenwirkungen findet sich in der Packungsbeilage des Medikaments [5]. 

Die gleichzeitige Einnahme von Dolormin Schmerztabletten mit Medikamenten gegen Bluthochdruck (ACE-Hemmer, Betablocker) oder Gerinnungshemmern (Acetylsalicylsäure, Warfarin) kann deren Wirkung oder die von Dolormin beeinträchtigen. Eine gleichzeitige Einnahme mit anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmern sollte vermieden werden. 

Die kombinierte Einnahme von Dolormin Schmerztabletten mit kaliumsparenden Diuretika (Entwässerungsmittel) kann zu einem erhöhten Kalium-Spiegel führen. 

Bei gleichzeitiger Einnahme von Dolormin mit Digoxin, Lithium oder Phenytoin kann deren Konzentration im Blut erhöht sein. Jedoch sind bei bestimmungsgemäßer Einnahme (max. 4Tage) Kontrollen der Blutspiegel im Normalfall nicht nötig [5].

Gegenanzeigen und Warnhinweise

Die Einnahme von Dolormin ist untersagt,

  • wenn eine Allergie gegen Ibuprofen vorhanden ist
  • wenn eine Herzschwäche (Insuffizienz) vorliegt
  • bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • bei Blutungen oder Perforationen im Magen-Darm Bereich
  • wenn der Patient in der Vergangenheit mit Asthmaanfällen, Hautreaktionen oder Nasenschleimhautschwellung auf andere NSAIDs (Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Diclofenac …) reagiert hat

Die Nutzen-Risiko-Abwägung sollte bei unsicheren Patienten durch den Arzt erfolgen. Ibuprofen kann vorübergehend die Blutplättchenverklumpung (Thrombozytenaggregation) und damit die Blutgerinnung beeinträchtigen. Daher müssen Patienten mit Blutgerinnungsstörungen während der Einnahme sorgfältig überwacht werden. Außerdem ist bei Einnahme vor operativen Eingriffen der behandelnde Arzt zu informieren.

Bei älteren Menschen ist eine enge Überwachung nötig, da bei ihnen Nebenwirkungen im Allgemeinen häufiger auftreten. 

Dolormin sollte nie in Kombination mit Alkohol eingenommen werden. Die Nebenwirkungen, vor allem des Gastrointestinaltrakts und des zentralen Nervensystems, können dadurch verstärkt werden [5].


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen