Halsschmerzen: Klassische Arzneimittel

"Klosterfrau" Halstabletten

© PantherMedia / Gennadiy Poznyakov

Das Wichtigste in Kürze

Hersteller: Klosterfrau Healthcare Group

Wirkstoffe: verschiedene Pflanzenextrakte aus Isländisch Moos (Cetraria islandica)

Darreichungsform: Lutschtablette

Rezeptfrei?: Ja

Hilft bei: Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit

Klosterfrau Broncholind Halstabletten enthalten verschiedene pflanzliche Wirkstoffe zur symptomatischen (fokussiert auf Krankheitszeichen) Therapie eines Atemwegsinfektes.[1] Die Pflanzenextrakte stammen aus der Flechte (Lichen, Lebensgemeinschaft aus Pilz und Alge bzw. sogenannten Cyanobakterien)Isländisch Moos (Cetraria islandica oder Lichen islandicus, botanisch gesehen kein Moos im eigentlichen Sinne). Isländisch Moos wird bereits seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin eingesetzt, um die allgemeine Abwehrkraft zu stärken. Sogar Tuberkulose versuchte man früher mit Hilfe der Heilsäfte aus Isländisch Moos zu kurieren. Wissenschaftlich fundiert kann man heute genauere Aussagen über die Heilkräfte der enthaltenen Pflanzenstoffe beispielweise bei Infekten der oberen Atemwege mit einer Entzündung des Rachens (Pharyngitis) treffen.[2]

Medizinische Fakten

Isländisch Moos enthält großer Mengen bestimmter langkettiger Zuckerstoffe (Polysaccharide), die in vitro (in Zellversuchen im Labor) deutliche Effekte auf Zellen des Immunsystems haben: Insbesondere die beiden (nach der Flechte/Lichen benannten) chemischen Stoffe Lichenan und Isolichenan können laut neuer Studien Immunzellen zum Auffressen von Krankheitserregern(Phagozytose) sowie zur direkten Auflösung von Erregern (sogenanntes Komplementsystem des Immunsystems) anregen. [4] Darüber hinaus enthält Isländisch Moos Stoffe wie Fumarprotocetrarsäure und Protolichesterinsäure, welche in Laborversuchen gewisse antivirale wie auch antibakterielle Effekteerzielen.[3]

Wirkungsweise bei Halsschmerzen

Die aktiven Pflanzenstoffe aus Isländisch Moos können explizit bei Halsschmerzen und Heiserkeit auf vielfältige Weise helfen. Neben der direkt anregenden Wirkung auf das Immunsystem (s.o.) legen sich die langkettigen Zuckerstoffe wie ein Schutzfilm auf die entzündete und schmerzende Rachenschleimhaut. Diese sogenannten Schleimstoffe (Mucilaginosa), wie beispielsweise Galactomannane und Glucane, lagern sich den Zellen der Atemwege wie eine zeitgleich schmerzlindernde Barriere gegenüber Keimen auf. Wie in den oberen Atemwegen können die Schleimstoffe aus Isländisch Moos auch in den tieferen Atemwegen (Luftröhre/Trachea und Bronchien) beruhigend bei Reizhusten wirken.[5]

Die wohltuenden Schleimstoffe sind auch Wirkstoffe zahlreicher anderer Präparate wie Isla Moos Pastillen, Dallmann’s Isländisch Moos-Bonbons, Tetesept Halstabletten Isländisch Moos oder beispielsweise Aspecton Cassis Lutschtabletten.

Anwendung & Dosierung bei Halsschmerzen

Gemäß Gebrauchsanweisung des Herstellers können mehrmals täglich ein bis zwei Klosterfrau Broncholind Halstabletten gelutscht werden. Die Tabletten sollten langsam im Mund zergehen und nicht im Ganzen heruntergeschluckt werden.[6]

Diese Angaben können keinesfalls die Dosieranweisungen eines Arztes ersetzen.

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Sollte eine prinzipiell mögliche Arzneimittelreaktion auf Klosterfrau Halstabletten vermutet werden, ist es ratsam, die Medikamenteneinnahme sofort zu beenden und schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen.

Durch den in Klosterfrau Broncholind Halstabletten enthaltenen Zuckeraustauschstoff Isomalt kann es zu Durchfall kommen.

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Flechten können radioaktive Stoffe gut einlagern. Aufgrund der lokal unterschiedlichen, zum Teil sehr hohen radioaktiven Belastung nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl wird generell davon abgeraten, selbstgesammelte Flechten wie Isländisch Moos zu verarbeiten und zu konsumieren. Stattdessen sollten die streng geprüften industriellen Erzeugnisse aus Isländisch Moos, z. B. aus Apotheken, vorgezogen werden.[7]

Bei Unsicherheit in der Anwendung von Klosterfrau Broncholind Halstabletten sollte prinzipiell immer individuell ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Alternativen

Isländisch Moos ist ebenfalls in den Lutschpastillen von ISLA® enthalten, welche eine schleimhautauskleidende Wirkung besitzen. Des weiteren können Prospan®-Lutschpastillen zum Einsatz kommen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen