Halsschmerzen: Klassische Arzneimittel

Ibuprofen bei Halsschmerzen?

© PantherMedia / Severin Schweiger

Mindestens zwei- bis dreimal pro Jahr leidet ein erwachsener Mensch durchschnittlich unter Halsschmerzen. Dieses Schmerzsymptom kann dabei unterschiedliche Ursachen haben. Es kann sich um eine leichte Virusinfektion, also eine banale Erkältung (Rhinopharyngitis), aber auch um einen bakteriellen Infekt handeln, wie beispielsweise bei Scharlach. Als zuverlässiges Medikament hilft Ibuprofen bei Halsschmerzen und anderen schmerzhaften entzündlichen Erkrankungen. Das Medikament ist rezeptfrei von unterschiedlichen Herstellern in der Apotheke zu erwerben. Der folgende Text gibt Hinweise über Wirkstoff und Dosierung sowie Nebenwirkungen und Anwendungsrisiken von Ibuprofen gegen Halsschmerzen.

Wirkungsweise

Ibuprofen gehört zu den schmerzlindernden (analgetisch), fiebersenkenden(antipyretisch) und entzündungshemmenden (antiphlogistisch) Schmerzmitteln(Analgetika). Es bindet sich besonders gut an körpereigene Eiweiße und ist schwach sauer. Diese beiden Eigenschaften sind wichtig, denn so gelangt Ibuprofen besonders gut in das entzündete Gewebe, das einen sauren pH-Wert aufweist. Dort löst sich der Wirkstoff von der Eiweißbindung und reichert sich an (Ionenfallenprinzip).

Im Gewebe angelangt, beruht die Ibuprofen-Wirkung auf der Hemmung zweier Enzyme (Cyclooxigenasen COX-1 und COX-2), die eine zentrale Funktion in der Regulation des Entzündungsgeschehens einnehmen. Die gebildeten Produkte der COX sind Entzündungsbotenstoffe (Prostaglandine) und Stoffe, welche die Blutgerinnungsplättchen aktivieren (Thromboxane). Prostaglandine gelten als die wichtigsten Auslöser für Schmerzen. Da das Medikament die COX-Enzyme stoppt und so die Bildung von Prostaglandinen hemmt, wirkt Ibuprofen gegen Halsschmerzen und andere entzündungsbedingte Schmerzen.

Bedarf & Aufnahme

Der Wirkstoff Ibuprofen wird synthetisch hergestellt und ist nicht durch die Nahrung aufzunehmen. Die maximale Tagesdosis für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren beträgt zur Schmerzlinderung (Analgesie) 1.200 mg täglich und zur Entzündungshemmung (antiphlogistische Wirkung) 2.400 mg täglich. Mehr als 800 mg sollte der Betroffene jedoch nicht auf einmal einnehmen. Gerade bei Halsschmerzen reichen meist 400 mg aus, je nach Bedarf kann 3 bis 6-mal täglich eine Dosis eingenommen werden.

Wenn Halsschmerzen von Kindern (6-9 Jahre) bekämpft werden sollen, dürfen nicht mehr als 600 mg verabreicht werden, mit steigendem Alter (10-12 Jahre) ist die Erhöhung der Dosis auf 800 mg möglich. Dies sind grobe Richtwerte und abhängig von der Darreichungsform (Filmtablette, Retardtablette, Kapsel oder Zäpfchen). Die genauen Angaben müssen der Packungsbeilage entnommen werden.

Ibuprofen wird nicht nur bei Halsschmerzen, sondern auch zur symptomatischen Behandlung von Entzündungen und Schmerzen angewendet bei:

  • Akuten entzündlichen Gelenkerkrankungen (Arthritiden)
  • Chronischen entzündlichen Arthritiden (z. B. Rheuma)
  • Reizungen bei Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankung, z.B. Gelenkverschleiß (Arthrosen)
  • Schwellungen nach Verletzungen

Nebenwirkungen

Wie jedes Medikament hat auch Ibuprofen Nebenwirkungen. Generell gilt: Je geringer die Dosierung und je kürzer die Therapiedauer, desto weniger machen sich Nebenwirkungen bemerkbar. Sehr häufig kann es zu Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung kommen. Häufig treten Störungen im Zentralnervensystem (ZNS) in Form von Kopfschmerz, Schwindel, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit oder Müdigkeit auf. Gelegentlich führt die Einnahme von Ibuprofen zu Sehstörungen, Magengeschwüren oder Magenschleimhautentzündungen. Nur sehr selten können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten.

Bei auftretenden Nebenwirkungen oder keiner Linderung der Beschwerden nach 3 Tagen sollte ein Arzt konsultiert werden, der eventuell eine alternative Behandlung der Halsschmerzen anordnet.

Medizinische Risiken

Es gibt zahlreiche Medikamente, die nicht gleichzeitig mit Ibuprofen eingenommen werden sollten, da Wechselwirkungen auftreten können.

  • Andere NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) und Glucocorticoide
  • Digoxin, Phenytoin, Lithium, Methotrexat
  • Diuretika, ACE-Hemmer
  • Ciclosporin
  • Probenecid, Sulfinpyrazon

Durch die gleichzeitige Einnahme mit Ibuprofen können diese Medikamente in ihrer Wirkung gesteigert oder wirkungslos werden. Auch auf Alkohol sollte während der Einnahme verzichtet werden. Durch die Einnahme mit Alkohol treten die Ibuprofen Nebenwirkungen verstärkt auf. Manche Medikamente bremsen den Abbau von Ibuprofen, wodurch das Medikament länger im Körper verbleibt und stärkere Nebenwirkungen hervorruft.

Des Weiteren darf Ibuprofen nicht eingenommen werden von:

  • Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft
  • Patienten mit Magengeschwüren (Ulcera)
  • Patienten mit bekannter Allergie gegen Ibuprofen und Hilfsstoffe

Vorsicht gilt bei Patienten mit:

  • Herzschwäche
  • Bluthochdruck
  • Verschlusskrankheiten der vom Herz wegführenden Arterien
  • Eingeschränkter Nierenfunktion
  • Leberfunktionsstörung

Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, der individuell eine Therapie mit Ibuprofen empfiehlt oder auf Alternativen hinweist. Generell ist Ibuprofen bei Halsschmerzen ein zuverlässiges Arzneimittel, das bei sachgemäßer Anwendung hervorragend wirkt und im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln (z. B. Paracetamol) geringere Nebenwirkungen aufweist.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen