Halsschmerzen: Klassische Arzneimittel

Salviathymol gegen Halsschmerzen

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Das Wichtigste in Kürze

Hersteller: ROTTAPHARM I MAD. GMBH

Wirkstoffe: Levomenthol, Oleum Anisi stellati (Sternanisöl), Oleum Caryophylli (Nelkenöl), Oleum Cinnamomi (Zimtöl), Oleum Eucalypti (Eukalyptusöl), Oleum Foeniculi (Fenchelöl), Oleum Menthae piperitae (Pfefferminzöl), Oleum Salviae (Salbeiöl), Thymol

Darreichungsform: Tropfen zur Herstellung einer Spüllösung

Rezeptfrei?: ja

Hilft bei: Halsschmerzen sowie sonstigen Entzündungen im Mund-Rachenraum

Halsschmerzen sowie eine Rötung und Schwellung des Rachens im Rahmen einerRachenentzündung (Pharyngitis) zählen zu den typischen Symptomen einer Infektion der oberen Atemwege (ab Kehlkopf aufwärts). Häufig treten die genannten Krankheitszeichen bereits zu Beginn einer Erkältung auf und können unter Umständen stark beeinträchtigend sein. Zum Zweck der Symptomlinderung bei Rachenentzündungen stehen verschiedene, meist nebenwirkungsarmeWirkstoffe auf pflanzlicher Basis zur Verfügung. Salviathymol enthält eine Kombination verschiedener Öle, die allesamt den Gesundungsprozess bei einemAtemwegsinfekt mit Halsschmerzen unterstützen und beschleunigen sollen. Im Folgenden werden die Grundlagen hierzu erklärt.

Medizinische Fakten

Halsschmerzen werden im Rahmen einer Erkältung meist viral oder seltener bakteriell ausgelöst werden. Die Bekämpfung dieser Ursache ist oberstes Ziel einer sinnvollen Therapie. Da zur Therapie viraler Erkrankungen nur wenige Medikamente zur Verfügung stehen, ist jedoch die Symptomlinderung hier vordergründiges Therapieziel. Eine Milderung der Symptome kann mit Hilfe antiinflammatorischer (gegen Entzündungen), antimikrobieller bzw. antiseptischer (gegen Kleinstlebewesen wie Bakterien) oder auch analgetischer (schmerzstillend) Wirkstoffe erreicht werden. Zumeist sind die Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung nur von kürzerer Dauer und klingen innerhalb einiger Tage in der Regel auch von selbst wieder ab.

Wirkungsweise bei Erkältungen

Levomenthol gehört zur Gruppe der Terpene und ist beispielsweise Hauptbestandteil von Pfefferminzöl. [4] Levomenthol erzeugt lokal ein Kältegefühl und wirkt schmerzstillend sowie in geringem Maße lokal schleimlösend und –abfördernd (Expektorans)[1]. Der Wirkstoffkomplex Oleum Anisi stellati (Öl des chinesischen Sternanis, auch Illicium verum genannt) ist seit langer Zeit Bestandteil der traditionellen Medizin Asiens und Nordamerikas. Seine Einzelwirkstoffe wie Phenylpropanoide und Sesquiterpene sind laut Arzneimittelstudien antimikrobiell sowie auch analgetisch und antioxidativ (entgiftend) wirksam.[2]. Oleum Caryophylli (Öl spezieller Nelkenarten), genauso wie Oleum Cinnamomi (Zimtöl), Oleum Menthae piperitae (Pfefferminzöl) und Oleum Eucalypti (Eukalyptusöl) können antiinflammatorisch und im Fall des Nelkenöls insbesondere auch wirkungsvoll analgetisch auf die entzündete Rachenschleimhaut wirken und so Schmerzen lindern[3]. Oleum foeniculi (Fenchelöl) ist in Teilen Italiens ein traditionelles Heilmittel bei Entzündungen im Mund-Rachenbereich und kann mit seinen zahlreichen Pflanzenstoffen sogar bei größeren lokalisierten Schleimhautdefekten (z. B. Aphthen) Linderung verschaffen[5]. Neben generell antiinflammatorischen sowie antimikrobiellen Eigenschaften konnte für die mindestens 116 verschiedenen Wirkstoffe[6] in Oleum Salviae (Salbeiöl) speziell auch nachgewiesen werden, dass es die Anhaftungsfähigkeit bestimmter Krankheitserreger an die Schleimhaut des Mund-Rachenraums behindern kann. Somit könnte Oleum Salviae indirekt wie eine Art Schutzfilm bei bestimmten Erregern wirken[7].

Thymol, ein z. B. aus Thymian stammender Pflanzenstoff, wirkt insbesonderekrampflösend (spasmolytisch) und schleimfördernd (expektorierend). Thymolreizt die Rachenschleimhaut und fördert somit die Durchblutung (hyperämisierend)[8], wodurch mehr abwehrende Immunzellen an den Ort der Entzündung bzw. Schmerzen gelangen.

Alternativ zu Salviathymol können auch z. B. Einzelwirkstoffpräparate oder Präparate mit anderen Wirkstoffkombinationen diverser Hersteller verwendet werden.

Anwendung & Dosierung bei Erkältungen

Generell sollte Salviathymol am besten genau nach der Anweisung des Arztes eingenommen werden. Andernfalls kann Salviathymol gemäß Beipackzettel ab einem Alter von zwölf Jahren bis zu drei Mal täglich mit 20 Tropfen verdünnt in 100 ml lauwarmem Wasser verwendet werden. Die zubereitete Lösung soll schluckweise gegurgelt werden. Die Lösung sollte nicht heruntergeschluckt, sondern jeweils ausgespuckt werden[9].

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle kann es zu lokalen Schleimhautreizungen kommen. Ein Verschlucken der Spüllösung sollte vermieden werden, um Reizungen im Bereich der Magen-Darm-Traktes oder auch tiefer liegender Atemwege zu vermeiden. Wechselwirkungen sind gemäß Beipackzettel nicht beobachtet worden, können aber nicht ausgeschlossen werden[10]. Wie bei allen Medikamenten kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen. Wird eine solche vermutet, sollte die Einnahme unverzüglich beendet und gegebenenfalls ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Salviathymol enthält Alkohol. Folglich sollte der Einsatz bei Kindern überdacht werden (Zulassung ab zwölf Jahren). Ebenso sollte Salviathymol weder in der Schwangerschaft, noch in der Stillzeit eingenommen werden. Speziell Personen mit chronisch gereizten Schleimhäuten oder Atemwegen (Asthma bronchiale etc.) sollten den Einsatz von ätherischen Ölen (Salviathymol) mit einem Arzt besprechen[11].

Alternativen

Alternativ zu Salivathymol® kann die neo-angin® Spüllösung angewendet werden. Weiterhin bietet das Echinacea Mund- und Rachenspray von WALA® eine gute Alternative zur Anwendung bei Halsschmerzen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen