Halsschmerzen: Klassische Arzneimittel

Halstabletten "Lemocin"

© PantherMedia / Arne Trautmann

Das Wichtigste in Kürze

Hersteller: Novartis Consumer Health GmbH

Wirkstoffe: Tyrothricin, Centrimoniumbromid, Lidocain

Darreichungsform: Tabletten

Rezeptfrei?: ja

Hilft bei: Halsschmerzen

Typische Krankheitszeichen im Rahmen einer zumeist viral oder bakteriell bedingten Erkältung sind – isoliert oder auch in Kombination – Fieber, Kopfschmerzen, ein allgemeines Krankheitsgefühl (Malaise) sowie Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis) und Halsschmerzen. Bei milden Erkrankungsverläufen können Therapieversuche gegen diese Symptome auf verschiedene Weisen unternommen werden. Die in frei erhältlichen Medikamenten wie Lemocin-, Dorithricin-oder Neo Angin-Tabletten enthaltenen Wirkstoffe können meist mit ihren antientzündlichen (antiinflammatorischen) und antibakteriellen Effekten Linderung bei Halsschmerzen verschaffen.

Medizinische Fakten

Ursache für Halsschmerzen kann eine Entzündung (Inflammation) der Mund- und Rachenschleimhaut (Pharyngitis) sein. Diese Entzündung wird durch Krankheitserreger (am häufigsten Viren) ausgelöst und durch körpereigene Botenstoffe (Zytokine und Chemokine) unterhalten. Meist sind solche Infekte der oberen Atemwege selbstlimitierend, d.h. sie klingen nach einiger Zeit von alleine wieder ab. Lemocin-Halstabletten enthalten die Wirkstoffe Tyrothricin, Centrimoniumbromid und Lidocain, welche die Krankheitserreger zum einen in ihrem Wachstum und ihrer Ausbreitung auf der Schleimhaut behindern können und zum anderen auch Schmerzrezeptoren im gereizten Rachen blockieren. Diese Wirkstoffe können gegebenenfalls den subjektiven Erkrankungsverlauf erträglicher gestalten.

Wirkungsweise bei Erkältungen

Das in Lemocin-Halstabletten enthaltene Tyrothricin ist ein Komplex verschiedener antibiotisch (gegen Bakterien) wirksamer Substanzen wie Tyrocidin und Gramicidin. Diese beiden Stoffe können bestimmte Arten von Bakterien (grampositive Bakterien) bekämpfen. Zudem konnte eine wachstumshemmende Wirkung auch auf manche Pilze beobachtet werden (antimykotische Wirkung). Die beiden Wirkstoffe Tyrocidin und Gramicidin werden in der Regel aufgrund ihres Nebenwirkungsprofils (Gefahr sogenannter hämolytischer Blutarmut/Anämie) nur lokal (nicht systemisch, d. h. nicht im ganzen Körper) angewendet[1]. Centrimoniumbromid gehört zu einer Reihe antimikrobiell wirkender Substanzen, die die Zellmembran von bestimmten Kleinstlebewesen (z. B. Viren, Bakterien) auflösen können[2]. Lidocain ist eines der ältesten Lokalanästhetika (lokale Betäubungsmittel) und kann die durch entzündungsfördernde Botenstoffe gereizten Nervenendigungen bzw. Schmerzrezeptoren in der Rachenschleimhaut beruhigen, sodass die Schmerzempfindung im Hals nachlässt[3].

Anwendung & Dosierung bei Erkältungen

Gemäß Beipackzettel sollten nicht mehr als acht Lemocin-Halstabletten pro Tag, d.h. eine Tablette ca. alle zwei Stunden, eingenommen werden (gilt für Kinder und Erwachsene). Bei anhaltend starker Symptomatik über zwei Tage hinaus sollte ein Arzt aufgesucht werden, bevor die Einnahme von Lemocin-Halstabletten fortgeführt wird. Die Tabletten sollten im Mund bei stetiger Bewegung komplett zergehen, um eine lokale Betäubung z. B. hauptsächlich in der Backentasche oder andernorts zu vermeiden. Lemocin-Halstabletten sollten ebenfalls nicht im Stück heruntergeschluckt werden, da sie ihre Wirkung dann nicht im Rachen entfalten könnten. Alternativ zu Lemocin-Halstabletten können prinzipiell Präparate mit ähnlichen Wirkstoffprofilen wie Dobendan Strepsils, Hexoraletten, Dorithricin oder beispielsweise Neo Angin verwendet werden. Auch mögen Spül- und Gurgellösungen ähnlich gute Erfolge bei der Symptomlinderung erzielen (man achte auf Alkoholzusätze beim Einsatz bei Kindern)[4].

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Wie bei prinzipiell allen Medikamenten kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen. Wird eine solche vermutet, sollte die Einnahme unverzüglich beendet und in jedem Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden. Gesondert werden im Beipackzettel keine Neben- oder Wechselwirkungen für Lemocin-Halstabletten beschrieben[5].

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Für die Anwendung von Lemocin-Halstabletten gibt es ungenügend Daten in der Schwangerschaft und Stillzeit. Daher ist die Anwendung unter diesen Umständen unbedingt mit einem Arzt abzusprechen[6]. Bei allen Fragen rund um Anwendung, Sicherheit und Weiteres sollte generell ein Arzt konsultiert werden.

Alternativen

Weitere Lutschtabletten, welche bei Halsschmerzen zum Einsatz kommen können sind: Dori­thricin® Lutsch­tabletten sowie Dobendan® Lutsch­tabletten.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen