Halsschmerzen: Klassische Arzneimittel

Halstabletten "Dorithricin"

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Dorithricin® Halstabletten ist ein rezeptfreies Medikament und kann in allen Altersgruppen, außer bei Säuglingen und Kleinkindern, eingesetzt werden. Die Wirkstoffe dienen zur Behandlung von Infektionen im Mund- und Rachenraum mit Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Das Besondere an Dorithricin® ist die Kombination von 3 Wirkstoffen, die schmerzblockierend, antibakteriell und stimulierend auf das Immunsystem wirken. Das heißt, dass Halsschmerzen und Schluckbeschwerden nicht nur schnell gelindert werden, sondern auch der Infekt bekämpft wird.[1][2]

Medizinische Fakten

Dorithricin® Halstabletten dienen zur symptomatischen Behandlung von Infekten im Mundraum mit Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Hierunter zählen die Rachenentzündung (Pharyngitis), Mandelentzündung(Tonsillitis) und Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Besonders bei Beginn des Infektes kann Dorithricin® dafür sorgen, dass der Infekt gebremst wird und die Halsschmerzen nicht schlimmer werden. Darüber hinaus können durch die desinfizierende und bakterientötende Wirkung eine zusätzliche Infektion mit Bakterien und eine Mandelentzündung verhindert werden.

Dorithricin® Halstabletten bestehen aus den 3 Wirkstoffen Tyrothricin,Benzalkoniumchlorid und Benzocain. Benzocain ist ein lokal wirksames,schmerzstillendes Mittel. Dieser Wirkstoff betäubt die sensiblen Nerven im angewendeten Gebiet (Mundraum) und unterdrückt damit die Sinneswahrnehmung des Schmerzes. Benzocain ist in einer Dosis enthalten, welche den Schmerz unterdrückt, aber kein Taubheitsgefühl hervorruft.
Obwohl Erkältungen zu 90% durch Viren bedingt sind, kommt es oftmals auch zu einer Zweitinfektion mit Bakterien (bakterielle Superinfektion). Tyrothricin bekämpft Bakterien, indem es die Zellmembran stark schädigt und die Bakterien damit abtötet. Falls die Erkältung durch Bakterien verursacht wurde, bekämpft Tyrothricin diese; andernfalls verhindert der Wirkstoff die zusätzliche Einnistung der Bakterien. 

Benzalkoniumchlorid wirkt desinfizierend und hemmt das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien. 

Ähnlich wirkende Halstabletten sind: Neo-Angin® Halstabletten, Lemocin®, Anginetten®.[1][2]

Wirkungsweise bei einer Rachenentzündung

Eine Rachenentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung der Rachenschleimhaut, meist durch Viren verursacht. Oftmals tritt diese zusammen mit einer Erkältung auf. Folgende Symptome sind typisch für eine Rachenentzündung:

  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Fieber
  • gerötete Rachenschleimhaut
  • manchmal Husten und Schnupfen

Wenn sich auf dem Boden eines viralen Infektes Bakterien ansiedeln können, kommt es zu einer Verschlimmerung der Symptome. Dorithricin® enthält das Mittel Tyrothricin, das die bakteriellen Erreger bekämpft. Daher wird es für die Bakterien schwerer, sich in der entzündeten Schleimhaut einzunisten. Eine Resistenzentwicklung wurde bisher seitens der Bakterien noch nicht beobachtet. Darüber hinaus wirkt der Wirkstoff stimulierend auf das Immunsystem. Der lokal schmerzstillende Wirkstoff Benzocain sorgt für eine schnelle Linderung der Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, die bei einer Rachenentzündung typisch sind. Der desinfizierende Wirkstoff Benzalkoniumchlorid unterstützt die Bekämpfung der Erreger [1][2].

Wirkungsweise bei einer Mandelentzündung

In den meisten Fällen wird eine Mandelentzündung durch Bakterien(Streptokokken) ausgelöst. Jedoch geht der Mandelentzündung meist eine virale Infektion des Rachenraumes voraus. Die Bakterien können sich in der geschädigten Schleimhaut ansiedeln und verursachen die Mandelentzündung (bakterielle Superinfektion). Typische Symptome einer Mandelentzündung sind:

  • rasch stärker werdende Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden und Schmerzen beim Schlucken, wegen der verdickten Mandeln
  • gerötete und geschwollene Gaumenmandeln
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Eine Mandelentzündung bedarf einer Abklärung durch den Arzt. Zusätzlich zu den verschriebenen Medikamenten kann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt Dorithricin® eingenommen werden. Der Wirkstoff Benzocain blockiert über seine betäubende Wirkung den starken Schmerz beim Schlucken im Rachenraum [1][2].

Wirkungsweise bei einer Kehlkopfentzündung

Im Rahmen einer Erkältung können Viren, teilweise auch Bakterien, eine Entzündung des Kehlkopfes hervorrufen. Bei Vielrednern wie Lehrern oder Sängern kann die dauerhafte mechanische Belastung des Kehlkopfes  zu einer Entzündung führen. Typische Symptome sind:

  • ausgeprägte Heiserkeit, „krächzende Stimme“ oder Stimmverlust
  • trockenes Brennen und Kratzen im Hals
  • Hustenreiz
  • Schmerzen beim Schlucken und Sprechen

Dorithricin® eignet sich zur unterstützenden Behandlung bei einer Kehlkopfentzündung mit Halsschmerzen. Die schmerzlindernde Wirkung von Benzocain wird als sehr angenehm empfunden. Die sinnvolle Dosierung sorgt dafür, dass nur der Schmerz gestillt wird, es aber nicht zu einem Taubheitsgefühl kommt. Darüber hinaus unterstützen die anderen Wirkstoffe mit antibakterieller und immunstimulierender Wirkung die Genesung.[1][2]

Anwendung & Dosierung

Bei Bedarf mehrmals täglich alle 2–3 Stunden 1–2 Lutschtablettenlangsam im Mund zergehen lassen. Dorithricin® ist für alle Altersgruppen,außer für Säuglinge und Kleinkinder, geeignet. Nach Abklingen der Beschwerden sollte die Therapie noch einen Tag fortgesetzt werden. Falls eine Einnahme vergessen wurde, sollte bei der darauffolgenden Einnahme nicht die doppelte Menge eingenommen werden. Unmittelbar bei Bemerken eine Halstablette lutschen und dann die übliche Einnahme fortsetzen.

Die sachgemäße Anwendung (Lutschen) ist bei Säuglingen und Kleinkindern nicht gewährleistet. Da diese noch nicht die Fähigkeit des kontrollierten Lutschens erworben haben, kann die Lutschtablette versehentlich verschluckt werden und damit die Atemwege verlegen. Daher sind Dorithricin® Lutschtabletten nicht für Kinder unter 24 Monaten geeignet sowie für Kinder, die noch nicht kontrolliert lutschen können.
Meist können Kleinkinder noch nicht genau die Art und den Ort der Schmerzen benennen. Daher sollte auf indirekte Zeichen wie Nahrungsverweigerung und häufiges Weinen geachtet werden. Grundsätzlich sollte vor der Anwendung bei kleinen Kindern ein Arzt aufgesucht werden. 

In der Schwangerschaft und Stillzeit sind derzeit keine für das Baby schädlichen Effekte durch die Einnahme von Dorithricin® bekannt. Dennoch sollte vor der Einnahme mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden.[1][2]

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Dorithricin® Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten. In seltenen Fällen kann es zuÜberempfindlichkeitsreaktionen, meist durch Abbauprodukte von Benzocain, kommen. Bei Kindern kann ein erhöhter Gehalt vonMethämoglobin (zum Sauerstofftransport funktionsloses Hämoglobin) auftreten. Mögliche Anzeichen sind Atemnot sowie eine bläuliche Verfärbung von Lippen und Fingern (Zyanose). Dies kann auch bei Erwachsenen geschehen, wenn bei der Einnahme große Wunden im Mundraum bestehen[1][2]

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Menschen, die zu Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut neigen (allergische Kontaktekzem), sollten die Einnahme von Dorithricin® vermeiden, da Überempfindlichkeitsreaktionen möglich sind. Bei frischen Wunden im Mund- und Rachenraum sollte ebenfalls auf die Einnahme verzichtet werden. Bei Einnahme einer sehr hohen Zahl von Tabletten können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit den genannten Symptomen sollte ein Arzt verständigt werden. Die Lutschtabletten enthalten den Zuckeraustauschstoff Sorbitol. Bei bekannter Allergie sollten die Tabletten nicht verwendet werden.

Die Tabletten sollten für Kinder unzugänglich aufbewahrt und nicht über 25 °C gelagert werden. Die Tabletten dürfen nach Ablauf des angegebenen Verfallsdatums nicht mehr eingenommen werden.
Bei schweren Halsentzündungen, Halsschmerzen, hohem Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Hinweis für Diabetiker: 1 Lutschtablette entspricht 0,07 Broteinheiten (BE)![1][2]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen